Zurück

Ein Jahr Bürgerbüro Worringen

Seit einem Jahr gibt es das Bürgerbüro Worringen. Das ist noch keine sonderlich lange Zeit. Dennoch soll ein Rückblick eine Antwort auf die Frage geben: Warum gibt es das Bürgerbüro Worringen – und wofür steht das Team Bürgerbüro?
Neun Leute bilden die ehrenamtliche Stammbesetzung, die an jedem Montag und Donnerstag im Normalfall zu zweit für zwei Stunden im Bürgerbüro ansprechbar sind. Es sind

                Sharif Abu-Jabir
                Gertrud Esser
                Hans-Bernd Nolden
                Margret Pesch
                Pino Sortino
                Hedi Trucks
                Gerhard Wolf

Fast alle sind „altgediente“ Ehrenamtler vom NETZwerk Flüchtlingshilfe Worringen. Bis September waren Anne Schumacher-Strick und Martha Veurink aktiv im Team. Neu dazugekommen sind Ingrid Lüttge und Horst Swoboda.
Das Motto im Bürgerbüro lautet: „Hilfe – wo sie gebraucht wird“. Soll heißen:
Das Team kümmert sich um die Anliegen der Worringer, die den Weg ins Bürgerbüro finden.
So werden

    • Fragen zu amtlichen Formularen geklärt
    • Zuständigkeiten in Ämtern recherchiert,
    • aber auch Hilfe vermittelt bei einem Gartenproblem. Weil – niemand kann alles alleine.
    • Beschwerden werden aufgenommen (Bürgersteig nicht in Ordnung, Unfall…)
    • Nachbarschaftsproblemen, die immer wieder mal auftreten können, wird genauso nachgegangen, wie Anfragen, z.B.
    • „Warum gibt es in Worringen keinen Markt?“
    • Was muss man tun, um auf dem Worringer Friedhof eine Zone einzurichten, die man zu Lebzeiten gerne besucht, vorbereiten lässt und wo man die letzte Ruhe finden möchte – ohne den Angehörigen die Grabpflege aufzubürden?
    • Gibt es nicht doch eine Möglichkeit, den Verkehrsraudies Einhalt zu gebieten und die „Nur-Eine-Minute-Parker“, die ihr Auto an den unmöglichsten Stellen abstellen, etwas zum Nachdenken anzuregen nach dem Motto: Jeder kann auch mal einige Meter zu Fuß gehen, um andere nicht zu behindern!? Kinder auf dem Schulweg, ältere Leute und Behinderte würden es ihnen danken!

Nicht alles kann sofort geregelt werden – so auch die Fragen nach dem Friedhofsgarten und die nachhaltige Verbesserung der innerörtlichen Verkehrssituation. Solche umfassenden Themen werden dann auch an den Bürgerverein Worringen mit seinen Fachausschüssen und den Leuten mit Schwerpunktthemen weitergegeben. Auch die kümmern sich!

Manche Themen werden auch proaktiv an
gegangen, von denen das Team glaubt, dass sie auf Interesse stoßen:

    • Vorträge zur staatlichen Rentenversicherung
      So wurde gemeinsam mit
      Jürgen Peters, Experte der Deutschen Rentenversicherung, eine Vortragsreihe zu diversen Themen gestartet.
      Ein Bürgerbüro voller Gäste zeigte das Interesse an diesem Angebot.
    • Kommunikation mit INEOS in Köln
      Das Angebot für alle Worringer, vor allem auch der direkten Nachbarn am Werks-Areal, sich aus erster Hand Informationen über die INEOS in Köln zu holen. Hierzu w
      urden Fragestunden im Bürgerbüro angeboten, die nachhaltig durch die Firma INEOS in Köln unterstützt und fortgeführt werden.
    • Gewinnung von Ehrenamtlern
      Zur Gewinnung weiterer Ehrenamtler standen zwei Ehrenamts-Koordinatorinnen von der Stadt Köln und vom Sozialdienst Katholischer Frauen für Fragen zur Verfügung und stehen auch weiterhin zur Verfügung für Wiederholung und Kontaktaufnahme.
    • Senioren-Netzwerk
      Eine spezielle Initiative für Senioren wurde mit einer Sozialarbeiterin der Diakonie in Köln vereinbart. Frau Fritgen ist auf diesem Gebiet in Worringen aktiv unterwegs,
      woraus sich eine gegenseitige fruchtbare Zusammenarbeit ergeben kann. Hier bauen wir darauf, dass sich einerseits aktive Senioren organisieren und als Helfer einbringen, andererseits ältere, nicht mehr so agile Senioren Hilfe im Alltag erfragen können.
      In diesem Zusammenhang ist auch ein Projekt angedacht, das vom Team Bürgerbüro sehr gerne und möglichst bald angestoßen werden soll.
      Dazu werden jedoch weitere Helfer gebraucht – und Zeitschenker.

      Die Zeitschenker ist ein Informationsmedium vom Sozialdienst Katholischer Männer in Köln. Die Ehrenamtskoordinatorin Heike Sperber schildert darin Beispiele, wie Menschen anderen helfen.
      In Worringen leben mehr als 1.300 Menschen ab Alter 65, die wohl nicht mehr im Berufsleben stehen. Menschen also, die über ein größeres Zeitkonto verfügen können. Ob wohl auch in Worringen ein paar dieser Menschen ein wenig ihres Zeitkontos für andere Menschen einsetzen würden?
      • Z.B. um jemanden beim Einkaufen zu begleiten oder für ihn einzukaufen, der das nicht mehr alleine kann.
      • Oder mal auf die Kinder eines berufstätigen Elternpaares aufzupassen
      • Oder jemanden mal zu einem Arzt zu begleiten oder einen Behördengang mitzumachen
      • Jemand, der krank ist, Urlaub machen möchte, braucht jemanden, der mit dem Hund Gassi geht oder auf den Vogel aufpasst
      • Kann jemand im Urlaub auf mein Haus aufpassen?
      • Da wird jemand gesucht, der ein Kind regelmäßig zu einer Einrichtung begleiten kann, die es therapeutisch behandelt
      • Es wird jemand mit organisatorischem Talent gesucht, der eine Gruppe bei Exkursionen begleitet
      • Wer könnte seine EDV Kenntnisse mit anderen teilen und eine kleine Gruppe betreuen?
         

      Das sind nur einige Beispiele, wie man sich ehrenamtlich für seine Mitmenschen einsetzen kann. Darum lautet die Bitte an alle, die es können: Werden Sie Zeitschenker!
      HELFEN MACHT FREUDE! HELFEN MACHT FREUNDE!

In diesem Sinne ist das Team Bürgerbüro davon überzeugt: Es ist gut, dass es das Bürgerbüro gibt. In Worringen darf man davon ausgehen, dass das Team auch weiterhin nach dem Motto agieren wird: Hilfe, wo sie gebraucht wird!

Zum Schluss eine Anmerkung in eigener Sache.

Es gab Mitte des Jahres einen Medien-Bericht über das Bürgerbüro Worringen mit der Überschrift: „Warum ein Bürgerbüro, wenn niemand hingeht?“

Dazu sagt das Team Bürgerbüro: Wir - die Akteure vor Ort - haben ganz andere Erfahrungen – siehe oben.

Was sich quasi im Vorübergehen erledigen lässt –

    • dass sie ehrenamtlich als Ansprechpartner für alle Mitbürger in Worringen an vier Stunden in der Woche da sind,
    • dass nicht alles und jedes an die große Glocke gehängt wird,
    • dass sie auch für die in Worringen inzwischen in eigenen Wohnungen lebenden Geflüchteten Hilfen anbieten,
    • dass man im Team Bürgerbüro mit dem Bürgerverein ständig über mögliche Verbesserungen im Worringer Umfeld nachdenkt etc. –

sind Pluspunkte, auf die mit der Idee zur Einrichtung des Bürgerbüros in Worringen gesetzt wurde. Und auf die auch weiter gesetzt wird. Auch dann, wenn mal in zwei Stunden niemand den Weg ins Bürgerbüro gefunden hat.

Das Team Bürgerbüro sagt: Wir sind für Sie da!

Sie finden das Bürgerbüro Worringen im StEB Büro Hackhauser Weg 2.


WorringenPur.de/25.11.2019
Bericht: Hans-Bernd Nolden
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski

Zurück