Im Gespräch mit Mattis Dieterich (Kölner Ratsmitglied) – Teil 1
Zitat: „Wer was bewegen will, muss Zeit investieren!“

Fragen zu aktuellen Themen des Kölner Nordens, gestellt vom Team WorringenPur
 (Heike Matschkowski/Jakob Mildenberg), farblich in schwarz dargestellt
Antworten von Stadtrat Mattis Dieterich farblich in grau dargestellt
 

Zur Person Mattis Dieterich:

  • am 29.11. 26 Jahre alt geworden
  • geboren in Bergisch Gladbach
  • aufgewachsen in Köln-Fühlingen, jetzt wohnhaft in Köln-Heimersdorf, zwischendurch fünf Jahre in Antwerpen gewohnt
  • Abitur am Norbert-Gymnasium in Knechtsteden
  • 2025 1. Juristisches Staatsexamen, jetzt folgt das juristische Referendariat für das 2. Staatsexamen

Politische Laufbahn:

  • 2017 Eintritt in die SPD, aktiv bei den Jusos
  • 2019 Wahl zum SPD-Stadtbezirksvorsitzenden für Chorweiler. Vorbereitung auf Kommunalarbeit, die ihn sehr interessierte, in dieser Zeit viele Menschen und Strukturen kennengelernt.
  • 2024 Wahl zum SPD-Ortsvereinsvorsitzenden
  • 2025 SPD-Ratskandidat, September 2025 Wahl in den Kölner Stadtrat

 

Allgemeine Fragen

Mattis, du wurdest als SPD-Kandidat am 14. September 2025 von den Bürgern im Kölner Norden (Worringen, Blumenberg, Roggendorf/Thenhoven, Merkenich, Rheinkassel, Langel, Kasselberg und Feldkassel) mit bemerkenswerter Mehrheit in den Kölner Stadtrat gewählt.
Jakob Mildenberg (li) und Heike Matschkowski (re) im Gespräch mit Mattis Dieterich (Mitte)Was hat deiner Meinung nach zu diesem Wahlergebnis geführt?
Das ist immer sehr schwierig aus der eigenen Perspektive zu beurteilen. Was ich aber häufig mitbekommen habe, warum man mir das Vertrauen geschenkt hat, ist, dass ich zum einen lange Zeit vor der Kommunalwahl präsent war. Zum anderen habe ich mich um viele Themen bereits ohne Mandat gekümmert und Verbesserungen für den Kölner Norden erreicht.

Wie stehst du dazu, dass einige Leute meinen, dass du die Wahl zum Kölner Stadtrat nur als Sprungbrett für eine politische Karriere, möglicherweise im Bundestag, nutzen willst, dass du Köln also nicht erhalten bleibst?
Das wurde ich schon oft gefragt, aber nein. Ich möchte mich die nächsten Jahre für den Kölner Norden im Kölner Stadtrat einsetzen. Dafür bin ich angetreten und möchte dieser Verantwortung jetzt nachkommen. Hier gibt es genug zu tun.

20-30 Std. /Woche Ratsarbeit und das für 540 € Aufwandsentschädigung im Monat plus 20 € pro Sitzung erhalten Stadtrat Mitglieder für die Ausübung im Amt. In München erhalten Stadträte etwa 3000 € im Monat. Findest du die Bezahlung gerecht? Wieviel Stunden pro Monat sind notwendig und übliche Praxis?
Dazu möchte ich folgenden Denkanstoß geben: Ratsmitglieder entscheiden in quasi ehrenamtlicher Arbeit z.B. über einen städt. Haushalt von 6 Mrd. Euro. Wir müssen also sehr umfangreiche Vorlagen im Feierabend durcharbeiten und haben regelmäßig nicht die Zeit alles zu durchdringen. Zumal das nur ein kleiner Teil der Ratstätigkeit ist. Ungefähr 1000 € bekommen wir dafür monatlich brutto, denn das wird ja noch versteuert und bei uns gehen 30 % noch an die Partei. Am Ende bleibt also nicht viel übrig. Das ist also vor allem Idealismus, weil man was verändern möchte. Bzgl. der Frage nach den Arbeitsstunden, kann ich sagen, dass ich auf locker 20 – 30 Std. pro Woche komme. Aber: „Wer was bewegen will, muss Zeit investieren!“

Wie deine Vorgänger hast auch du Wahlversprechen gegeben– wie unterscheidest du dich diesbezüglich von deinen Vorgängern?
„Mein Credo ist: Kontinuität ist entscheidend!“.



In welchen Ausschüssen und Fachbereichen bist du jetzt aktiv?
Gewünscht habe ich mir zwei Ausschüsse und dort bin ich nun auch tätig:
Der Sozial- und Gesundheitsausschuss (Sprecher der SPD-Fraktion) und der Mobilitätsausschuss.
Außerdem vertrete ich als Stadtrat die Stadt Köln im Aufsichtsrat der HGK (Hafen- und Güterverkehr Köln), in der Rhein-Cargo, bei den SBK (Sozialbetriebe Köln) und bin Mitglied beim VRS (Verkehrsbetriebe Rhein-Sieg) und go.Rheinland.

Wie geht man mit einem Wahlergebnis von 48,5 % und der Erwartungshaltung der Bürger um, und wo steht man mit solchen Zahlen in seiner Partei? Im Stadtanzeiger stand ja „Der Stimmenkönig“, das bewegt ja in deiner Partei wahrscheinlich auch was. Damit hast du auch nicht gerechnet, oder?
Absolut nicht.
Solche Ergebnisse sind heutzutage bei einer Kommunalwahl in Köln, bei so großen Wahlkreisen (20.000 Wahlberechtigte) mit so Mattis Dieterichvielen Parteien eigentlich gar nicht mehr möglich. Deswegen hat mich das sehr überrascht und natürlich auch extrem gefreut. Natürlich bekommt man über den Wahlkampf hinweg eine gewisse Stimmung mit, weswegen ich auch optimistisch war, aber so ein Ergebnis habe ich ehrlicherweise nicht erwartet.
Ich gehe mit diesem riesigen Vertrauensvorschuss jetzt sehr demütig um und sehe das auch als Erwartungshaltung an, dass ich dafür sorge, dass der Kölner Norden eine starke Stimme bekommt. Dafür werde ich mich in den nächsten Jahren reinhängen. Köln endet nicht am Militärring.

Wie war die Eingewöhnungsphase im Stadtrat?
Das war für mich sehr aufregend
, ein ganz besonderes Gefühl, das erste Mal in den Ratssaal zu gehen. Ich musste sehr viele Strukturen, Abläufe und Leute kennenlernen. Jetzt kann die Arbeit richtig anfangen.

Wie ist deine Position zum OB Burmester und eure Position zum Kölner Norden?
Ich habe ein gutes Verhältnis zum OB. Ich glaube, dass er eine große Chance für den Kölner Norden ist, weil er es sich gemeinsam mit uns auf die Fahne geschrieben hat, alle Kölner Veedel in den Blick zu nehmen. Unsere gemeinsame Aufgabe ist es jetzt, dass sich die Politik nicht mehr nur um die Innenstadt kreist, und das merkt man jetzt schon an der einen oder anderen Stelle. Er ist ja auch der erste OB, der jemals die Proklamationssitzung in Worringen besucht hat. Der Verwaltungsvorstand tagt jetzt nicht mehr nur in der Innenstadt im Rathaus, sondern die sind schon in Porz und Kalk gewesen. Die Strukturen verändern sich jetzt und wir werden sie nach und nach weiter aufbrechen. Manches wird aber nicht von heute auf morgen gehen.

Wie erreicht ein Ratsmitglied aus dem Kölner Norden, dass Chorweiler als gleichwertiger Stadtteil in Köln anerkannt und dementsprechend behandelt wird?
Indem man laut ist
, Lobbyarbeit betreibt und Mehrheiten sucht. Und präsent sein, wenn die richtigen Debatten stattfinden sowie selbst Themen in den Stadtrat hineintragen. Das ist eben politisches Handwerk, ob man sich durchsetzen kann und ob man seine Stimme erhebt. Und wenn man das nicht tut, dann muss man sich darauf einstellen, dass andere Themen in anderen Stadtteilen vorankommen. Ich bin jemand, der von Anfang an laut war und ich werde auch weiterhin laut sein, damit der Kölner Norden gehört wird.

Gezielte Fragen

Zu den Problemen im Kölner Norden – z. B. der Verkehr in Worringen:
Wie ist der Stand der Dinge bei der B9 – ist man dort im Plan?

Nein, die Stadt hinkt dem Plan her. Ich werde weiter Druck machen und mich für Verbesserungen einsetzen. Der Bauabschnitt 1B zwischen Tankstelle und Dornstr. wird voraussichtlich im März 2026 endlich abgeschlossen. Dann fängt der 2. und letzte Bauabschnitt ab Dornstraße an, der Ende des Jahres fertig sein soll. Dieser Bauabschnitt ist 3-teilig, weil die Supermärkte weiter offen gehalten werden sollen. Die drei Streckenteile sind aufgeteilt in:

  • Dornstraße bis Pennymarkt (Anfahrt nur von Norden möglich)
  • Pennymarkt bis Aldi (Anfahrt Penny von Süden, Anfahrt Aldi von Norden)
  • Aldi bis letztes Haus vor der Ineos (Anfahrt von beiden Märkten vom Süden).


Folgt im Anschluss, wie von der Stadt versprochen, die Sanierung der “Alte Straße”?
Ja,
das ist der Plan und ich werde mich dafür einsetzen.

Gibt es generell ein Sanierungskonzept; die B9 und die Alte Straße sind ja nur zwei extreme Beispiele?
Bisher nicht. Dafür möchte ich mich weiter stark machen, weil es einen großen Sanierungsstau im Kölner Norden aus den letzten Jahren gibt.

Warum wird nach den Sanierungen der Straßen und Gehwege nicht richtig kontrolliert? In den meisten Fällen werden die Arbeiten nicht fachgerecht durchgeführt und sehr oft wird nachgearbeitet und erneut aufgerissen.
Weil die Stadt das nicht als Priorität betrachtet und auch nicht die Kapazitäten hat zu kontrollieren. Wenn die städtische Kontrolle besser funktionieren würde, müsste nicht ständig nach fehlerhaften Arbeiten von privaten Bauherrn nachgearbeitet werden.

Die Parkraumsituation in Worringen ist katastrophal. So schön es ist, dass endlich mehr E-Ladestationen eingerichtet werden, aber warum werden die auf bestehenden Parkflächen eingerichtet? Besonders große Kritik gibt es von den Inhabern der Geschäfte an der St. Tönnisstr., weil (gehbehinderte) Kunden selten dort parken können, weil zwei E-Ladestationen auf Parkplätzen angebracht wurden und meist leer bleiben. Das verschärft die Situation letztendlich noch mehr, denn wenn niemand gerade lädt, bleiben die Parkplätze ungenutzt, oder aber die Plätze werden von Verbrennern einfach zugeparkt. Warum keine neuen zusätzlichen Parkflächen?
Parken ist ein sehr umstrittenes Thema. Es fehlt ein Gesamtkonzept und die Abstimmung zwischen den Ämtern. Der Grund, dass wir überhaupt so viele Parkprobleme haben, ist, weil einfach der öffentliche Nahverkehr und die Radwege-Infrastruktur im Kölner Norden so desolat sind. Man kann sich auf die S-Bahn einfach nicht verlassen. Das muss sich ändern.

Ist es denn möglich eine E-Ladestation vom Typ2/22 KW (lädt schneller) am Vereinshaus zusätzlich anzubringen und dafür z. B. eine an der Apotheke zu entfernen?
Dazu müsste geklärt werden, ob die Parkplätze am Vereinshaus der Stadt oder dem Vereinshaus gehören.
Meines Wissens nach gehört der Parkplatz zum Vereinshaus.

Es gibt einige Schulwege für Schulkinder, die nicht mit Zebrastreifen geschützt sind. Warum tut man so schwer und richtet Zebrastreifen erst ein, wenn etwas passiert ist?
Wir haben an vielen Stellen keine sicheren Schulwege und da erlebe ich auch in den letzten Jahren, dass die Stadt häufig eher Gründe sucht, warum man keine Zebrastreifen einrichtet. Das ist schon peinlich, wie lange es allein gedauert hat, an den Worringer Grundschulen An den Kaulen einen Zebrastreifen einzurichten. Das muss schneller passieren und genau dafür setze ich mich weiter ein.

Wie sieht das Sanierungsprogramm der Radwege im Kölner Norden aus?
In Köln wurde viel in die Radwege/Radbahnen investiert,
aber nicht im Kölner Norden. Auch hier müssen sich die städtischen Prioritäten endlich ändern.

Zum Thema Verkehr in Roggendorf & Kreuzfeld:
Gibt es Pläne für einen Autobahnzubringer der A57 nach Kreuzfeld/Roggendorf und einem möglicherweise späteren Olympiagelände?
Das Problem ist, dass das Land (NRW) vor einiger Zeit die Entscheidung getroffen hat, dass Straßen grundsätzlich nur noch saniert und nicht mehr neu gebaut werden. Deswegen ist der Blumenbergsweg in der Priorität nach hinten gerutscht. Olympia ist in Bezug auf die Infrastruktur deshalb eine riesige Chance, weil dadurch Mittel fließen, die wir sonst niemals bekommen würden.

Kreuzfeld: Wie ist hier der Stand der Planungen? Wird hier die gesamte Infrastruktur überdacht? Radwege Richtung Worringen und Köln, Ausbau der Kanalisation (wegen Starkregen).
Es gab bereits mehrere Stufen im Verfahren. Nun sind wir in der „Technischen Masterplanung“, wo sehr detailliert geplant wird, wie der Stadtteil aussehen soll. Hier werden diese Fragen alle genau diskutiert. Allerdings müsste ein Teil der Planung wieder geändert werden, wenn in Kreuzfeld ein Olympiagelände entstehen soll.
Ja, Radwege sind geplant.
Geplant ist eine Radpendlerroute vom Kölner Norden, also von Worringen und Roggendorf in die Stadt hinein. Und es ist auch geplant, dass es endlich ein vernünftiger Radweg entlang der Bruchstraße und des Blumenbergwegs gebaut wird. Die Frage ist nur wieder die Umsetzung, weil das alles mit dem Komplex Kreuzfeld zusammenhängt.

Zum Thema Schulstandorte:
Medienberichten zufolge pausiert der Abriss des ehemaligen Worringer Hauptschulkomplexes am Holzheimer Weg, da die Stadt sich in Nachtragsverhandlungen mit dem ausführenden Unternehmen befindet, weil unerwartete Mehrkosten aufgetreten sind. Die Verhandlungen sollen im Januar abgeschlossen sein. Wie ist der neue Zeitplan für den Abriss?
Ein neuer Zeitplan wurde mir noch nicht mitgeteilt.

Der Standort wurde im Schulentwicklungsplan 2020 als Schulneubau beschlossen. Seit Frühjahr 2025 soll dazu ein Ratsbeschluss bestehen, der die Stadtverwaltung mit dem Abriss des alten Gebäudekomplexes und dem Neubau einer Gesamtschule beauftragt. Bist du für den Bau einer Gesamtschule oder Grundschule am Holzheimer Weg?
Ich kann das nicht so konkret beantworten, weil das keine entweder/oder-Frage ist. Das habe ich ehrlicherweise auch im Wahlkampf nie gemacht, Um das kurz ein bisschen auszuführen: Zu meiner (auch unserer) grundsätzlichen Positionierung: Das Problem ist, wir haben in Worringen eine massive Unterversorgung was Kitas, Grundschulplätze und weiterführende Schulplätze angeht. Wir haben auch hier, wie bei den Straßensanierungen, kein Gesamtkonzept, wo und was in den nächsten Jahren entstehen soll. Das ist in den letzten Jahren komplett verschlafen worden. Ich kann nicht nachvollziehen, wieso seit 2011 das Schulgelände brachliegt. Mit mir als Ratsmitglied wäre das nicht passiert. Ich bin dafür, dass wir FÜR ALLE diese verschiedenen Bereiche neue Plätze schaffen. Das Thema ist nur, dass wir aktuell nicht wissen, welche Grundstücke dafür zur Verfügung stehen und ob da überall gebaut werden kann. Das werde ich zunächst klären.
Und wenn wir im eigenen Ort nicht für alles Grundstücke zur Verfügung haben, muss zwangsläufig die schmerzhafte Entscheidung getroffen werden: „Kurze Beine, kurze Wege“. Dann haben Kitas und Grundschule Priorität. Es ist einfach nicht zumutbar, dass ein sechsjähriger Grundschüler aus Worringen z.B. nach Heimersdorf fährt. Das kann man solch kleinen Kindern nicht zumuten. Genauso ist es den Eltern nicht zumutbar, dass sie ihr Kita-Kind statt in Worringen nach Esch bringen müssen. Und das ist genau das Problem, das wir gerade haben. Wir wissen nicht, ob wir genügend Grundstücke für alle drei Bereiche haben, weil das die letzten Jahre verschlafen wurde.

Aber das ist doch schon ewige Zeiten her, dass das geprüft wird.

MD: Eben nicht. Es ist die letzten Jahre nicht behandelt worden. Das ist genau das, was mich so massiv ärgert. Wenn wir für Grundschule und Gesamtschule Grundstücke finden, kann auch beides im Ort entstehen. Aber das wissen wir jetzt aktuell noch nicht.

Seit Frühjahr 2025 soll dazu aber ein Ratsbeschluss bestehen, der die Stadtverwaltung mit dem Abriss des alten Hauptschulkomplexes und dem Neubau einer Gesamtschule beauftragt.
Nichts von beidem wurde beschlossen. Abrisse werden meistens nicht beschlossen, sondern das ist Verwaltungshandeln. Der Stadtrat hatte sich damals grundsätzlich für eine Gesamtschule ausgesprochen, ohne die ganzen Fragen zu klären. Es ist aber kein Beschluss getroffen worden, dass die auch gebaut wird.

Gibt es überhaupt noch irgendein Grundstück in Worringen, das, außer Holzheimer Weg, für eine weiterführende Schule in Frage käme?
Das wissen wir aktuell eben leider nicht. Das ist ja auch das, was ich in den letzten Jahren kritisiere, weil diese ganzen Fragen nicht beantwortet und nicht geprüft worden sind. Derzeit werden mehrere Grundstücke für die Schulversorgung geprüft.

Wäre nicht Platz für eine Gesamtschule hinterm Krebelshof, auf der Wiese, also zwischen Tennisanlage und Krebelshof?
Das ist mir bisher nicht bekannt als möglicher Schulstandort.

Retentionsbecken Worringer Bruch:
Wann fällt der Startschuss?
Auf der letzten Info
veranstaltung vor etwa 6 Monaten wurde gesagt, dass der Startschuss für die Bauarbeiten zum Ende des Jahrzehnts fallen soll.

Zum Thema Windkraftanlagen im Kölner Norden bzw. Worringen:
Bist du für oder gegen den Bau von Windkrafträdern in der Worringer Rheinaue (im Retentionsbecken?) / Stand der Planung?
Ich finde, dass Köln grundsätzlich einen Beitrag zur Energiewende leisten muss und deswegen auch Windräder gebaut werden sollen. Aber zum einen nicht nur im Kölner Norden, sondern, wenn, dann auch an anderen Stellen in der Stadt. Es sollten dann auch mehrere Bezirke und nicht nur Chorweiler einen Beitrag leisten
und die Menschen vor Ort müssen in die Planungen einbezogen werden und davon profitieren. Aber ich sehe die geplanten Windkraftanlagen zwischen Köln-Langel und Köln-Worringen zumindest kritisch aus verschiedenen Gründen z.B. wegen dem geplanten Retentionsraum und anderen ungeklärten Fragen.

Wie ist der Stand der Planung?
Es gab jetzt einen Beschluss im Regionalrat, da ist von der Bezirksregierung Köln der „Teilplan Erneuerbare Energien“ aufgestellt worden und da steht drin, wo überall im gesamten Regierungsbezirk Windkraftanlagen errichtet werden sollen. Und in Köln ist keine Fläche dabei, weil es eben hier noch ein paar ungeklärte Fragen gab. Der Stadtrat hat im letzten Jahr eine Positivplanung beschlossen. Das wird aktuell geprüft.

Ist es richtig, dass die Ausweisung von Windkraftflächen im Regionalplan nur dann erfolgt, wenn für die entsprechenden Flächen auch ausreichend Windpotential geprüft werden konnte? Ist deswegen nicht auch der Kölner Norden bisher nicht im Regionalplan aufgeführt?
Beim Regionalplan geht es vor allem darum, wo man rechtsverbindlich bauen kann. Im Kölner Norden gibt es noch ungeklärte Herausforderungen. Wohl mit der Seismologischen Station in Pulheim und im geplanten Retentionsraum. Und deswegen ist Köln nicht in den Teilplan aufgenommen worden.

Ist denn hierzu von der Stadt schon ein „Positivplan“ eingereicht worden?
Nein, aber der Stadtrat hat diese Planung beschlossen und diese wird derzeit ausgearbeitet.

Das wäre ja eigentlich auch gegensätzlich zu dem was die Bezirksregierung Köln zuvor geplant hat, oder?
Der „Teilplan Erneuerbaren Energien“ der Bezirksregierung Köln ist nicht so zu verstehen, dass anderswo keine Windkraftanlagen errichtet werden sollen, sondern, dass die im Teilplan schon ausgewiesenen Gebiete in den nächsten Jahren schnell umgesetzt werden sollen. Das muss angesichts einer Gesetzesverschärfung auf Bundesebene geschehen und jedes Bundesland muss dazu einen Beitrag leisten.

Zum Thema Ordnung und Sauberkeit:
Das Thema Sauberkeit betrifft nicht nur die Stadt Köln, sondern auch ganz Worringen. Es fällt auf, dass Abfallbehälter nicht rechtzeitig geleert werden, was zur Folge hat, dass sie überquellen und der nachfolgende Müll daneben liegt. Erfreulicherweise nutzen immer mehr Hundehalter die Kotbeutel, aber wenn die Behälter voll sind, liegen sie daneben. Es müssten viel mehr Behälter aufgestellt und öfters geleert werden.
Köln muss sauberer werden. Das treibt uns alle um. Sauberkeit ist deshalb neben Wohnen, Sicherheit, Arbeitsplätze/Wirtschaft ein Fokusthema für unseren Oberbürgermeister Torsten Burmester. Und das wollen wir insbesondere auf die Veedel beziehen.

Abschlusswort von Mattis Dieterich an unsere Leser:innen
Ich werde mich mit voller Kraft für den Kölner Norden reinhängen und freue mich über weitere Unterstützung. Natürlich wird nicht alles von heute auf morgen gehen, weil sich viele Themen in den letzten Jahren angestaut haben. Ich werde mich darum bemühen, dass alles jetzt schneller voran geht. Das sehe ich als meinen Auftrag. Mich kann man dazu immer gerne persönlich ansprechen. Und ich möchte loswerden, dass jede/r natürlich herzlich eingeladen ist Fragen an mich zu stellen oder sich mit Themen an mich zu wenden.
Am besten über meine E-Mail-Adresse
mattis.dieterich@stadt-koeln.de




Wir bedanken uns bei Mattis Dieterich für das Gespräch und die Bereitschaft auch zukünftig bürgernahe Themen mit dem Team WorringenPur.de zu diskutieren und Ergebnisse zum Kölner Norden aus Ratssitzungen zu erläutern.
Aufgrund der Vielzahl der Themen und deren Komplexität, werden weitere Veröffentlichungen hier auf WorringenPur.de folgen. Teil-2 dieses Gesprächs folgt nach Karneval.

Die nächsten für Bürger:innen wichtigen Termine:

    19. April 2026
    Kölner
    Bürgerentscheid: Die Bevölkerung darf per Briefwahl mit entscheiden, ob Köln sich für Olympia bewerben soll. Die Wahlunterlagen werden von der Stadt Köln im März verschickt und müssen bis Anfang April zurück geschickt werden.

    September 2026
    Der DOSB (Deutsch Olympischer Sportbund) stimmt darüber ab, ob Köln bzw. NRW die deutsche Bewerbung für Olympia anführen darf



WorringenPur.de/09.02.2026
Interview: Heike Matschkowski & Jakob Mildenberg
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski