Die größte Kneipensitzung in der Geschichte Worringens
Kulissensitzung der Grossen Karnevalsgesellschaft Köln-Worringen von 1926
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Eine so große Kneipensitzung haben die Worringer noch nie gesehen. Fast 400 Besucher trafen sich „Zur fidelen Eule“. Die Kulisse wurde liebevoll von den Wagen- und Bühnenbauern unter der Leitung des Wagenbauerchefs Willi Thoma und des Kreativ-Direktors Hans-Jürgen Schlimgen gebaut und nach dem Maskottchen der Großen Karnevalsgesellschaft benannt. Und die Gäste konnten eine Sitzung bestaunen, die im Grunde genommen gar keine war. Zur Info: Danny Miebach erbt die Worringer Kneipe „Zur fidelen Eule“. Ihr Mann Dr. Holger Miebach kann sich allerdings für den Fastelovend im Allgemeinen und für Worringen im Besonderen nicht erwärmen. Trotzdem muss er für die Wagen- und Bühnenbauer der Grossen Karnevalsgesellschaft eine karnevalistische Wagenbauerfete organisieren. Und auch die Funken suchen noch ein Stammlokal, und die Auswahl fällt ausgerechnet auf die „Fidele Eule“. Als dann auch noch der Prinzenführer des Worringer Narrenherrschers Prinz Dominik II. hereinplatzt und den Besuch des Prinzen ankündigt, ist das Chaos perfekt. Da trifft es sich gut, dass mit Hans-Josef „Juppela“ Dittebrand, Dominik Jansen und Markus Hund drei altgediente Worringer Karnevalisten dem besorgten Kneipenbesitzer Dr. Holger Miebach zur Hilfe eilen, um kurzfristig eine Sitzung auf die Beine zu stellen.

Doch welche Gäste konnte man in der „Fidelen Eule“ bestaunen? Dies waren auf jedem Fall viele Tänzerinnen und Tänzer. So konnten das Kindertanzkorps (Leitung: Aline Stark, Vanessa Thoma) und die Majorettengarde (Leitung: Jessica Büscher, Birgitt Meurer, Saskia Pleißner) ihre tänzerischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Und auch das Funkenkorps (Leitung: Kommandant Dominik Jansen) mit seinem Mariechen Sabrina Gaugler und seinem Tanzoffizier Stephan Nosbüsch zeigte, warum es aus dem Worringer Fastelovend nicht mehr wegzudenken ist. Es zahlt sich halt immer noch aus, bis acht zählen zu können, denn dies ist der vorherrschende Takt aller Funkentänze.

In musikalischer Hinsicht konnte die „Fidele Eule“ ganz viele Sängerinnen begrüßen: Daniela Miebach eröffnete den Abend passend mit dem bekannten Schlager „Die kleine Kneipe“ von Peter Alexander. Die erst 13-jährige Fiona Ameis
trat mit dem Lied „Schöckelpääd“ auf. Die beiden Schwestern Marietta Wirtz und Ingrid Riede standen nach 15 Jahren wieder erstmals zusammen mit dem Lied „Ohne D, ohne O, ohne Dominik…“ auf der Bühne. Die beiden Schwägerinnen Claudia Hund und Marika Pilz sangen „Du, ich trink dich schön“. Lina Hecker, Anne Jansen und Ilona Kircher trugen das Lied „Drink met mir us einem Jlas“ vor. Abgerundet wurde der Liederreigen von Silke Jansen mit dem Lied „Dich verjess ich nie“. Silke Jansen zeigte sich übrigens zusammen mit ihrer Schwester Anne Jansen als Literatin für die Gestaltung dieser Kneipensitzung verantwortlich. Alle Sängerinnen wurden von Dr. Siegmund Pchalek, dem musikalischen Leiter der Grossen Karnevalsgesellschaft, am Klavier oder am Akkordeon begleitet.

Eine Premiere gab es zu Beginn des zweiten Teils dieser Kneipensitzung. Die Band „The Moaning Bones“ (Hans-Josef „Juppela“ Dittebrand: Gesang; Dr. Holger Miebach: Schlagzeug; Dr. Siegmund Pchalek: Keyboard; Hans-Jürgen Schlimgen: Gitarre; Harald Schlimgen: Gitarre, Gesang; Gino Usai: Bass) spielte zwei Lieder zur Einstimmung in die zweite Sitzungshälfte: „Funke sin jemaaht zum verliebe“ zur Melodie von „I Was Made For Loving You“ von Kiss und „Bei uns in Wurringe“ zur Melodie von „Sweet Home Alabama“ von Lynyrd Skynurd.

Und was wäre eine Kneipensitzung ohne Redner? So schauten Andrea Jansen, der „drüje Pitter“ Herbert Meudt und die beiden Funken Lukas Rösgen und Alexander Wild in der „Fidelen Eule“ vorbei. Die beiden letztgenannten traten übrigens erstmals als Redner auf, sehr zur Freude aller anwesenden Kneipenbesucherinnen und Kneipenbesucher.

Ein Höhepunkt dieses Abends war sicherlich der Sketch „Cup-Song op Kölsch“. So nach und nach erschienen Gäste (Fiona Ameis, Julian Hund, Andrea Jansen, Justin Mauer, Benedikt Pilz, Peter Schmidt und Oliver Wendling) in der Hoffnung, ein kühles Kölsch kredenzt zu bekommen. Kneipenbesitzer Dr. Holger Miebach war jedoch anderweitig beschäftigt und schenkte zum Unmut aller kein Bier aus. Aus lauter Frust wurde dann mit Bechern im gleichen Rhythmus auf den Tischen geklopft. Silke Jansen stimmte währenddessen ein Lied an und servierte abschließend zur Freude aller das wohlverdiente Kölsch.

Auch ein offizieller Akt durfte nicht fehlen. Klaus Dittgen, seines Zeichens Präsident des Festkomitees Worringer Karneval, durfte an diesem Abend zwei verdiente Karnevalisten auszeichnen. Für ihre Verdienste rund um den Wagen- und Bühnenbau bekam Rüdiger Schmitz den Verdienstorden in Gold und Harald Piegsa den Verdienstorden in Silber überreicht.

Am Ende dieses Abends zeigten sich Prinz Dominik II., Dr. Holger Miebach, Hans-Josef „Juppela“ Dittebrand, Dominik Jansen und Markus Hund sehr zufrieden mit den Darbietungen aller Gäste der „Fidelen Eule“, so dass einer – weiteren – Kneipensitzung nichts mehr im Wege steht. Dies sahen auch die zahlreichen Besucher dieses Abends. Sie hätten gerne noch mehr Darbietungen gesehen, doch auch der schönste Abend hat nun Mal ein Ende. Anschließend konnte man sich dann noch das ein oder andere Kölsch in einer der real existierenden Worringer Kneipen zu Munde führen und den Abend Revue passieren lassen – hoffentlich ohne lautes Klopfen mit Bechern …


WorringenPur.de/03.02.2020
Bericht: Peter Schmidt
Fotos: Thomas & Bianca Bochem
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski