UPDATE: Wolfsnachweis im Kölner Norden
Wolf GW2119m kam aus dem Alpenraum - Speichel verrät Identität

Köln-Merkenich/Rheinaue
Wie WorringenPur berichtete ist in der Nacht zum 19. Mai 2021 ein Wolf im Stadtgebiet von Köln mehrfach beobachtet und auf einem Firmengelände gefilmt worden. Jetzt ist nachgewiesen, dass der gleiche Wolf in der Nacht zum 20. Mai 2021 in der nördlichen Kölner Rheinaue bei Merkenich vier Schafe getötet und vier weitere verletzt hatte. Der NABU hierzu: Das Senckenberg Forschungsinstitut Gelnhausen untersuchte Speichelreste an den Schafen und konnte die Identität des Wolfes aufklären: Es handelte sich um einen männlichen Wolf mit der Kennung GW2119m. Der Wolf trägt als genetisches Merkmal den Haplotyp HW22, der für die Alpenpopulation (Italien, Frankreich, Schweiz) kennzeichnend ist. Der Verbleib dieses Wolfes ist aktuell nicht bekannt. Der betroffene Schafhalter kann bei der Bezirksregierung Köln eine Entschädigung beantragen.

Zwei weitere Wolfsrüden aus der Alpenpopulation hatten NRW im vergangenen Jahr bei ihrer Wanderung auf der Suche nach einem eigenen Territorium durchquert: GW1559m wurde am 17. Februar 2020 im Rheinisch-Bergischen-Kreis an einem Wildtierkadaver nachgewiesen; er wanderte weiter nach Niedersachsen, wo er am 15. Oktober 2020 im Landkreis Lüchow-Dannenberg erneut identifiziert werden konnte. GW1920m wurde am 12. November 2020 im Kreis Viersen an getöteten Schafen erfasst; er wanderte in die Niederlande und wurde am 14. November 2020 in der Provinz Limburg und später in der Provinz Nord-Brabant genetisch nachgewiesen. Wölfe verlassen bis spätestens dem Ende des zweiten Lebensjahres das elterliche Rudel und wandern dann weit umher, z.T. mehrere hundert Kilometer weit.


WorringenPur.de/28.06.2021
Bericht: mit freundl. Unterstützung des Umweltportals NRW
 

Wolfsnachweis im Kölner Norden
LANUV bestätigt einen Wolfsnachweis in der Nacht zum 19.05.2021 in Köln

Kölner Norden
In der Nacht zum 19. Mai 2021 (von Die auf Mi) irrte erstmalig ein Wolf durch das Stadtgebiet von Köln,  wurde dabei mehrfach beobachtet und auf einem Firmengelände der RheinEnergie gefilmt.

Kurz nach Mitternacht wurde die Nachrichtenbereitschaftszentrale des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) von einer Symbolbild Wolf (Foto Jan Preller)Bürgerin informiert, dass sie um 0:10 Uhr ein wolfsähnliches Tier mit ihrer Handykamera filmen konnte, welches in Köln-Ehrenfeld zügig eine Straße entlang trabte. Zwischen 0:18 Uhr und 0:20 Uhr wurde dieses Tier dann von Überwachungskameras auf einem nahegelegenen Firmengelände in Neu-Ehrenfeld erfasst. Das Tier lief auf den Parkplätzen hin und her und suchte offenbar einen Ausweg. Diese Aufnahmen wurden von der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) eindeutig als Wolf bestätigt. Über Geschlecht, Alter und Identität des Tieres sind keine Aussagen möglich.

Dem LANUV wurden zwei weitere Sichtbeobachtungen aus dieser Nacht gemeldet. Um 2:30 Uhr wurde ein wolfsähnliches Tier beobachtet, welches im Stadtteil Köln-Bilderstöckchen sehr schnell vor einem Auto weglief. Schließlich wurde gegen 03:00 Uhr ein wolfsähnliches Tier von einem Autofahrer beobachtet, als es eine Straße in Köln-Weidenpesch überquerte und sich dann in einen Grüngürtel zurückzog.

A
m Morgen des 20. Mai 2021
(Do.) wurden in der nördlichen Kölner Rheinaue (bei Merkenich) vier tote Schafe gefunden, die in der Nacht von einem großen Hund oder einem Wolf getötet worden waren. Ein Wolfsberater im Auftrag des LANUV hat die Schafe dokumentiert und Symbolbild Junger Wolf (Foto Sarah Matschkowski)Proben für die genetische Untersuchung durch das Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen genommen. Typische Kennzeichen für Tiere, die von einem Wolf gerissen wurden, sind Bissspuren an der Kehle und am Bauch, so Wolfsexperte Dirk Brinkhaus, der nicht ausschließt, dass es sich um den Wolf handeln könnte, der vorher in anderen Stadtteilen im Kölner Norden  auch gesichtet wurde. Die Untersuchungen an den Schafen, ob es sich hier tatsächlich um einen Wolf handelt, waren bei Redaktionsschluss von WorringenPur.de noch nicht abgeschlossen. Wenn sich der Wolfsverdacht bestätigt, kann der Tierhalter eine Entschädigung beantragen. Aktuell liegen dem LANUV keine weiteren Sichtbeobachtungen aus Köln und Umgebung vor.

Dass Wölfe in innerstädtischen Bereichen auftauchen, geschieht eher selten, ist aber nicht gänzlich auszuschließen. Wölfe verlassen bis spätestens dem Ende des zweiten Lebensjahres das elterliche Rudel und wandern dann weit umher, z.T. mehrere hundert Kilometer weit. Dabei bewegen sie sich in für sie unbekanntem Gelände. Wissenschaftliche Studien mit besenderten Wölfen belegen, dass abwandernde Jungwölfe, die z. B. über Grüngürtel in dicht besiedelte innerstädtische Gebiete geraten, dieses schnell wieder zu verlassen suchen.

Melden Sie bitte jede Sichtung eines Wolfes möglichst bald an das Landesumweltamt (LANUV NRW), das dafür zuständig ist:
Werktags:
Landesumweltamt (LANUV)
Tel.: 02361-305-0

Außerhalb der Geschäftszeiten /am Wochenende:
Nachrichtenbereitschaftszentrale des LANUV
Tel.: 0201-714488
email: wolf_nrw@lanuv.nrw.de


Weitere Informationen sowie zu Wolfsnachweisen in Nordrhein-Westfalen sind zu finden unter https://wolf.nrw/wolf.
Homepage der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW):
https://www.dbb-wolf.de
Homepage des Senckenberg Forschungsinstituts Gelnhausen: https://www.senckenberg.de/de/presse/wolfsmonitoring-faq/
Weitere Informationen zum Vorkommen und zum Verhalten des Wolfs in Deutschland auf der Homepage des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
hier!


WorringenPur.de/21.05.2021
Bericht: H. Matschkowski mit freundl. Unterstützung von wolf.nrw/LANUV.NRW/Wilhelm Deitermann
Symbolbild Wolf 1: Jan Preller
Symboldbild: Wolf 2 im “Highland Life Park/Schottland”: Sarah Matschkowski