Bürgerschaftliche Vereine im Kölner Norden
untermauern ihre Forderungen in einem 5-Punkte-Programm

Chorweiler
Ende Januar trafen sich erstmals seit Jahrzehnten alle bürgerschaftlichen Vereine des Stadtbezirks auf Einladung des Bürgervereins Heimersdorf und Seeberg-Süd zu einer gemeinsamen Versammlung und beschlossen, sich in Zukunft regelmäßig zu einem gemeinsamen Austausch und zu gemeinsamem Handeln zu verabreden. Im Januar stand die drohende Schließung der Notfallpraxis in Köln-Chorweiler im Fokus – und die Vereine nahmen hierzu in einer einmütig verabschiedeten Resolution Stellung.


Ende April traf man sich ein zweites Mal - diesmal unter Leitung des Worringer Bürgervereins. Erneut war die Notfallpraxis Chorweiler einer der Hauptpunkte. Der BV-Vorsitzende von Worringen, Kaspar Dick, hatte den Vorsitzenden des BV-Heimersdorf, Herrn Dieter Höhnen, gebeten, den aktuellen Sachstand zu erläutern. Nach dem Bericht über die weiteren Entwicklungen seit Januar, beschloss die Runde der Bürgervereine und bürgerschaftlichen Interessen- und Dorfgemeinschaften einstimmig eine 2. gemeinsame Erklärung zum Erhalt der Notfallpraxis und untermauerte ihre Forderungen in einem 5-Punkte-Programm.

Dazu zählt, dass die Praxis auch nach 2019 am Standort Chorweiler erhalten bleiben muss. Der Übernahme der Einrichtung durch die Kassenärztliche Vereinigung KV-NO ab 2020 stimmten die Vereine ausdrücklich zu. Allerdings forderten sie eine ministerielle Sondererlaubnis ein, die bis 2025 sicherstellen müsse, dass die Notfallpraxis am bisherigen Ort verbleibt, denn sie habe gegenüber allen anderen Praxen ein derartiges Alleinstellungsmerkmal, dass auf sie nicht verzichtet werden könne. Auch einer aktuellen Anbindung an das Hl. Geist-Krankenhaus in Longerich widersprach die Gruppe vehement. Ebenfalls der Absicht, eine weitere Notfallpraxis im Stadtbezirk Nippes dafür zu schließen, wie es aus Kreisen der kassenärztlichen Vereinigung verlautbarte, widersprachen die Vereinsvorsitzenden mit deutlichen Worten. Wenn eine Notfallpraxis zwingend zu schließen wäre, dann könne dies nur dort geschehen, wo sich mehrere Praxen auf 3,5 km² befänden – und dies sei nur im Bereich des Stadtbezirks Lindenthal möglich, ohne die notärztliche Versorgung der Bevölkerung zu gefährden. Allerdings bieten die Vereine an, die vorgetragenen Regelungen bis 2025 zu befristen – um danach erneut zu prüfen, welche Lösungen die bestmöglichen seien, um dann zu längerfristigen Entscheidungen zu gelangen.

Auf Vorschlag von Dieter Höhnen beschlossen die Bürgervereine ebenfalls einstimmig, Herrn Minister Laumann selbst nach Chorweiler einzuladen, um seine Vorstellungen und die seines Ministeriums den Bürgerinnen und Bürgern vorzustellen. Hier wollen die Vereine unter Einbeziehung der Parteien und der Kassenärztlichen Vereinigung ihre Erwartungen und Anregungen ebenfalls vortragen. Man darf gespannt sein, ob Herr Minister Laumann der Einladung folgt. Höhnen erklärte zuversichtlich: „Er wird kommen. Der Minister kneift nicht. Unsere Vereine repräsentieren die gesamte Bürgerschaft – es wird eine sachpolitische Veranstaltung, keine parteipolitische.“

Kaspar Dick stellte dann zwei vorliegende Anträge vor, die sich beide – der eine aus Fühlingen und der andere aus Heimersdorf – mit den künftigen Kooperationsmodellen der Bürgervereine unter einander befassten. Hier ging es heute nicht um eine Abstimmung, sondern darum, dass diese Modelle in den einzelnen Vereinen vorgestellt und beraten werden sollten. Beim nächsten Treffen soll dann eine Abstimmung darüber erfolgen, in welcher Form die Vereine kooperieren wollen. Es erklärten jedenfalls alle, dass sie die regelmäßigen Zusammenkünfte nicht mehr missen möchten.

Nach einer lebhaften und komplexen Erörterung der Schulentwicklungspläne der Stadt Köln schloss der Worringer Vorsitzende mit Dank an die Versammlung die Veranstaltung. Das nächste Treffen der bürgerschaftlichen Vereine wird unter Federführung des BV-Merkenich dann dort stattfinden.

Auf der Tagesordnung werden dann u. a. Fragen zur Verkehrsinfrastruktur beraten – auch mit besonderem Blick auf die Situation rund um den Neubau der Leverkusener Rheinbrücke und der zugehörigen Auswirkungen auf die Bevölkerung der Rheindörfer und des gesamten Stadtbezirks.


WorringenPur.de/16.05.2019
Bericht: Dieter Höhnen
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski