Neuigkeiten aus der Rheinaue
Bürgerinitiative „Unser Worringen“ informiert

Kölner Norden
Am 05.05.2020 trafen sich eine kleine Abordnung der Bürgerinitiative „Unser Worringen“, Herr Kleist vom Bürgerverein Merkenich und Tina Lang (SPD) aus Rheinkassel mit Vertretern der Stadt Köln (Herr Dr. Bauer und Frau Dr. Dresen vom Amt für Landschaftspflege und Grünflächen und Frau Weil von der Unteren Naturschutzbehörde) sowie Frau Esser (Straßen.NRW) zu einem Gespräch über die aktuelle Situation in der Worringer Rheinaue.

Von Seiten der Stadt Köln und Straßen.NRW besteht dringender Handlungsbedarf im Hinblick auf die anhaltende Zerstörung der Zäune, da zeitnah die Rinder wieder auf die Weiden kommen. Geplant seien etwa 20 Rinder, also mehr als im letzten Jahr, auf der bisherigen Weide rechts des Werthwegs und in diesem Jahr auch auf der zweiten Weide links des Werthwegs. Da die Rinder dort keinen Zugang zum Wasser haben, wird zusätzlich ein 4000 l-Wassertank installiert, der vom Landwirt durch eine Pumpe mit Rheinwasser befüllt werden soll. Ein Teil der bisherigen Weidefläche Richtung Langel wird neu eingesät und fällt dadurch als Weidefläche vorerst weg. Geplant sei auch, eins der Drängelgatter an der Seite Richtung Langel nachzubessern und verschiedene Informationstafeln aufzustellen.

Interessant war die Information, dass der bodenbrütende Wiesenpieper, der vornehmlich durch das Beweidungskonzept geschützt werden soll, gar nicht auf einer der Weiden, sondern auf dem Teilstück zwischen der Weide links vom Werthweg und dem Rhein brütet. Dieser Teil der Rheinaue wird häufig aktuell häufig von Spaziergängern begangen.

Die Bürgerinitiative „Unser Worringen“ machte zum wiederholten Male auf einige Missstände bzgl. des Beweidungskonzepts aufmerksam. In besonderem Maße wies die Bürgerinitiative darauf hin, dass die Akzeptanz des Konzepts in der jetzigen Form durch die Worringer Bürger*innen und andere Erholungssuchende offensichtlich keineswegs so positiv ausfällt, wie landläufig behauptet wird. Verstärkt durch die aktuellen Einschränkungen durch die Corona-Krise wollen die Menschen „ihre Rheinaue“ mehr denn je nutzen, um spazieren zu gehen und die Natur zu genießen.

Folgende Punkte brachte die BI darüber hinaus kritisch vor:

  • Häufiges Befahren des Naturschutzgebietes und der Weiden abseits der Wege durch den Landwirt, teilweise mit mehreren Fahrzeugen
  • Unzureichende fachgerechte Kontrolle der Rinder durch das Veterinäramt der Stadt Köln
  • Ausstehendes Monitoring (Überprüfung) bzgl. des Erfolgs des Beweidungskonzepts nach einem Jahr
  • Setzen des Zauns beidseitig entlang des Treidelpfads ist überflüssig, da die Rinder diesen, wie im vergangenen Jahr deutlich wurde, „unterwandern“

Im Verlauf des Gesprächs zeigten sich die Verantwortlichen zunehmend offener für die Kritik und die Ideen der Bürgerinitiative. Es wurde vereinbart, dass Vorschläge, wie „Naturschutz ohne Ausschluss der Menschen kann funktionieren“, eingereicht werden dürfen und es darüber zeitnah ein weiteres Gespräch geben wird. Des Weiteren wurde der BI angeboten, Vorschläge für die geplante Beschilderung einzureichen. Diese Gesprächsbereitschaft will die Bürgerinitiative gerne positiv sehen und hofft sehr, Schritt für Schritt eine nachhaltige Verbesserung der Ausgleichsmaßnahme für Mensch UND Natur erreichen zu können.

Alle Worringer Bürger*innen, die Ideen und Vorschläge zu diesem Thema einbringen möchten, können dies gerne tun unter der E-Mail-Adresse unserworringen@web.de .


WorringenPur.de/18.05.2020
Bericht: Bürgerinitiative „Unser Worringen“
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski