Rehkitz fahrlässig getötet!
Drama im Worringer Bruch erschüttert Tierfreunde!
Foto zum vergrößern!

Blumenberg/Worringen
Es passiert immer wieder: freilaufende Hunde sind im Worringer Bruch unterwegs, unkontrolliert von Frauchen oder Herrchen stöbern sie im Wald und auf Wiesen Wild auf, hetzen diese Tiere oder reißen sie gar im Extremfall, so auch diesmal.

Ein Rehkitz ist vergangenen Freitag morgen im Worringer Bruch, nach Hinweis eines Spaziergängers vom zuständigen Jagdrevierinhaber aufgelesen worden, nachdem es schwer verletzt auf dem Boden lag und nicht mehr selbstständig flüchten konnte. Der Tierarzt bestätigte die Vermutung: Dem armen Tier wurden schwere Bissverletzungen zugefügt und die Hüfte gebrochen, zugefügt von einem freilaufenden Hund.
„Wenn ich in diese traurigen Augen schaue, bricht es mir wirklich das Herz!“, so Stadträtin Birgitta Nesseler-Komp, die diesen Vorfall zufällig miterleben musste und extrem traurig stimmt. Ihr eindringlicher Appell an alle Hundehalter: „Leint eure Hunde im Naturschutzgebiet an, egal ob im Worringer Bruch oder anderswo! Alle wilden Tiere, auch unsere Hasen und Bodenbrüter, haben den Anspruch darauf, ihre Nachkommen in unseren Wiesen, Feldern und Wäldern großzuziehen. Uns allen ist Naturschutz ein wichtiges Anliegen, daher kann ich nur immer wieder auf die Leinenpflicht hinweisen. Die Verantwortung liegt bei uns allein! Das Rehkitz hat es leider nicht mehr geschafft und musste eingeschläfert werden!“


Die Rechtslage hierzu ist folgende: An verkehrsarmen Orten, das heißt außerhalb der bebauten Ortsteile, dürfen gutartige Hunde unangeleint in der Nähe der Begleitperson umherlaufen, wenn ständig gewährleistet ist, dass die Aufsichtspflichten erfüllt werden können. Wenn sich Personen oder Tiere nähern, sind Hunde rechtzeitig anzuleinen. Anders ist es in gesondert ausgewiesenen Schutzzonen. Hierzu zählen unter anderem Kinderspielplätze, Parkanlagen oder umfriedete Grünanlagen, aber auch entsprechend bekanntgegebene Landschafts- und Naturschutzgebiete. Hier gilt permanente Leinenpflicht!


Läuft ein Hund unbeaufsichtigt im Wald oder auf Feldern herum, stöbert ein Hund Wild nach, hetzt oder reißt er die Tiere, so liegt eine Ordnungswidrigkeit vor. Hier wird durch die zuständige Behörde ein Bußgeld verhängt. Im Wiederholungsfall oder wenn der Hundeführer mit Vorsatz handelt, kann es sich sogar um eine Straftat handeln. Für solche Fälle sieht das  Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vor. Werden Wildtiere verletzt oder gar getötet, ergibt sich eine Schadenersatzpflicht für den Besitzer des Hundes. Diese Summen können schnell ein vierstelliges Ausmaß erreichen.


WorringenPur.de/03.08.2020
Bericht: Heike Matschkowski
Foto: Severin Nesseler
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski