Neujahrsgruß von Reinhard Zöllner, Bürgermeister im Bezirk Köln-Chorweiler:

Sehr geehrte Worringerinnen und Worringer,

ein Rückblick auf 2020 konzentriert sich immer auf die Perspektive des Betrachters, manche Themen und Ereignisse, die für Sie wichtig waren und unmittelbar in Ihr Leben eingegriffen haben, können andere wieder ganz anders empfunden haben. Deshalb möchte ich auch keinen umfassenden Rückblick auf 2020 verfassen, sondern einzelne Ereignisse herausgreifen. Sie können gerne weitere Ereignisse für sich hinzufügen, so dass für Sie der persönliche Rückblick 2020 entsteht.

Ich möchte hier auch bewusst keinen politischen Rückblick auf 2020 halten und werde Themen wie : Flüchtlingsunterbringung, Straßenbaumaßnahmen, Nahversorgung, neue Wohngebiete, Gestaltung der Chorweiler Plätze, Worringer Rheinauen, Schulentwicklung, Kindertagesstätten, Geschwindigkeitsreduzierende Maßnahmen, ÖPNV und S-Bahn, Illegale Müllentsorgung, … nicht ansprechen.

Auch die Leserinnen und Leser aus Roggendorf/Thenhoven mögen mir verzeihen, dass ich nichts über Roggendorf/Thenhoven schreibe, ich betrachte nur einmal Worringen und lasse alles andere einfach weg.

Am Anfang des Jahres war die Welt noch so wie wir sie kannten. Der Prinz wurde proklamiert, der Sitzungskarneval nahm Fahrt auf und alles freute sich auf eine Session in schwarz und weiß. Hier in Worringen regierte Prinz Dominik II. sein Närrisches Volk. Ich hatte die Freude die Sitzungen hier in Worringen besuchen zu dürfen, zusätzlich einige Veranstaltungen im Stadtbezirk und auch in Köln. Erinnern werde ich mich sicher auch immer an meine erste Teilnahme am Rosenmontagszug in Köln, den ich bisher nie live gesehen habe, ich schau mir da lieber den Zug in Worringen an, aber 2020 lautete das Kölner Motto „Et Hätz schleiht em Veedel“, so dass aus jedem Veedel Kölns eine Person vom Festkomitee Kölner Karneval zum Zug eingeladen wurde. Des Weiteren durften die 9 Bezirksbürgermeister der Kölner Stadtbezirke ebenfalls am Zug teilnehmen. Ein wunderbares Erlebnis, ich freue mich  aber wieder auf den Worringer Zug denn Et Hätz schleiht em Veedel.

Aber dann änderte sich die Welt ziemlich abrupt. Corona hatte den Weg zu uns gefunden. Was bedeutete das für uns alle? Erst einmal wusste keiner richtig Bescheid. Verschiedene Maßnahmen wurden ergriffen. Das öffentliche Leben wurde sehr schnell heruntergefahren, als sich erschreckende Bilder aus aller Welt verbreiteten. Ostern konnte nicht so gefeiert werden wie gewohnt. Die Erstkommunion wurde verschoben, Familienfeiern mussten umgedacht und umorganisiert werden. Sie werden sich sicher an das erinnern, was in Ihrem privaten Umfeld geschah. Arbeit musste neu gedacht werden, Geschäfte hatten geschlossen, alles war anders. Ich erinnere mich, dass an den Eingangstoren zu INEOS Mitarbeiter standen, die jedem, der Zutritt wollte, Fieber gemessen haben. Aber auch privat erlebten Sie, dass Kindergärten geschlossen waren und die Schulen auch erst einmal alle Schüler zuhause ließen. In Betrieben boomten die Homeoffices. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang auch an unseren Paketzusteller, der dann beim Öffnen der Tür leichtere Pakete entgegen warf. Ich denke an viele abgesagte Veranstaltungen wie Generalversammlungen, aber auch an abgesagte Veranstaltungen des geselligen Beisammenseins.

Dann kurz vor den Sommerferien, völlig unerwartet hieß es für die Kinder wieder Präsenzunterricht. Ein paar Tage noch Schule, dann waren sie da, die Sommerferien, ohne rein rutschen in die Ferien, ohne Ferienlager, ohne Auslandsreisen oder anders ausgedrückt Ferien zu Hause. Viele reisten trotz allem zu Ferienhotspots in Deutschland, vielleicht lernte man so auch wieder heimische Ferienziele zu schätzen.

Nach den Ferien lief dann erst einmal alles „normal“ wieder an, bis sich dann ganz schnell im Herbst die Coronazahlen dramatisch erhöhten. Nebenbei erlebten wir eine Kommunalwahl mit Wahlkampf auf Abstand und digital wie noch nie, die Ergebnisse sind bekannt und ich werde nicht weiter darauf eingehen. Der Rat und die Bezirksvertretung haben sich konstituiert, vom Alltag sind wir auch hier, noch sehr weit weg. Als Bezirksbürgermeister für den Stadtbezirk Chorweiler muss ich mich im Vorfeld von Sitzungen auch immer mit der aktuellen Coronasituation auseinandersetzen, um zu sehen was geht und was geht nicht, auch hier werden viele Termine inzwischen per Videokonferenz abgehalten.

Der Jahresübergang von 2020 auf 2021 war einer mit der ruhigsten Jahresübergänge, die ich bisher miterlebt habe, angenehm war am 1. Januar 2021 die doch relativ frische Luft einatmen zu können und nicht den Geruch der vielen Silversterknaller noch in der Luft zu bemerken.

Was uns 2021 bringen wird, lässt nur hoffen, dass der Impfstoff schnell an alle, die geimpft werden möchten, gebracht wird. Damit wir alle wieder in normales Fahrwasser kommen. Dass die Familien wieder zusammen feiern können. Dass die Restaurants und Gaststätten wieder öffnen können. Dass wir alle wieder die Feste gemeinsam feiern können, die das Leben in unserem Ort so lebenswert machen.


Ich wünsche Ihnen für 2021 alles Gute und bleiben Sie gesund.

Ihr Bezirksbürgermeister

Reinhard Zöllner


WorringenPur.de/18.01.2021
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski