Jens Neutag: „Allein – ein Gruppenerlebnis“
Avantgarde der deutschen Kleinkunst-Zuschauer im Hotel Matheisen

Jens Neutag war zu Gast bei Matheisens Montag im Mai und das bedeutet: Erst nachdenken, dann lachen! Schenkelklopfer und oberflächliche Gags sind nicht seine Sache. Lieber seziert er politische und gesellschaftliche Entwicklungen geistreich und mit Humor.


In seinem neuen Programm „Allein – ein Gruppenerlebnis“ berichtet der Kabarettist von einem Survival-Training in Thüringen. Das hat er bei einem Online-Portal gewonnen und er sollte eigentlich der einzige Teilnehmer sein. Stattdessen trifft er dort auf ein paar skurrile Mitstreiter mit viel Lebenserfahrung. Mit ihnen teilt er die Glücksmomente im Teebeutel und den Knabberspaß mit Regenwürmern. Und die aktuellen Fragen, wie zum Beispiel die nach dem Verbleib von Olaf Scholz. Macht er vielleicht gerade ein Sabbatjahr? Und warum hat eine neue Regierung eine „Schonfrist“ von 100 Tagen zur Einarbeitung? Fällt das unter Welpenschutz? Und apropos Zeitenwende: Wie hat es die Menschheit vom Faustkeil zum Wendehammer geschafft. Und überhaupt: Warum ist für ein Überlebenstraining „Zurück zur Natur“ eine Ausrüstung in dreistelliger Summe aus dem Haus eines bekannten Markenherstellers erforderlich?

Es gab viel aufzuarbeiten nach der langen Corona-Pause und Jens Neutag konnte das Publikum wieder einmal begeistern. Er bedankte sich seinerseits für die Treue der Gäste und bezeichnete sie als Avantgarde der Kleinkunst-Zuschauer.

Am 16.05.2022 gibt es einen Nachholtermin. Dann ist „Der unglaubliche Heinz“ zu Gast. Er hält der Reihe Matheisens Montag seit Beginn die Treue und ist inzwischen aus zahlreichen Fernsehauftritten bekannt.


WorringenPur.de/09.05.2022
Bericht: Monika Zimmermann
Foto: Wilfried Zimmermann
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski