„Verwählt 2.0“ im Hotel Matheisen
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Worringen
Dass auch politisches Kabarett in Worringen gut ankommt, zeigte die hohe Gästezahl am vorletzten Matheisens Montag dieses Jahres. Gregor Pallast war mit seinem Programm „Verwählt 2.0“ zu Gast und konnte einiges Erhellendes zur politischen Lage aufzeigen.

Leicht hat es das politische Kabarett in den letzten Jahren wirklich nicht. Amerika und England bieten zurzeit Realsatire und auch die

Kampagnen der Bundesregierung könnte man nicht besser erfinden. Gregor Pallast’s Verdienst ist es, diese in den Blickpunkt zu stellen und gesellschaftspolitisch einzuordnen. Beispielhaft zeigte er die Werbekampagne, mit der die Regierung neue Lehrkräfte sucht. Postkarten wie: „Job mit Pultstatus. Gönn dir!“ und „Wirste Lehrer? Machste schlauer!“ machen deutlich, wie dringend der Bedarf an LehrerInnen tatsächlich ist.

Postfaktisch war nicht nur das Wort des Jahres 2016, sondern beschreibt auch gut den Zeitgeist. Gefühle sind wichtiger als Fakten. Nur so lässt sich der Hype um die Sommerzeit erklären. Denn auch wenn es „gefühlt“ eine Stunde länger hell ist, stehen wir doch tatsächlich nur eine Stunde früher auf. Dank Pallast wissen die ZuhörerInnen jetzt auch, was abgelaufene Milch mit der Abwrackprämie zu tun hat und wie man den Arschloch-Faktor von Autos berechnet.

Wenn gut recherchierte Berichte um Mitternacht versendet werden und Fernsehköche die neuen Experten sind, dann hat das Bildungsfern-Sehen ganze Arbeit geleistet und es braucht dringend „Welterklärer“ wie Gregor Pallast, die Spotlights auf die Skandale unserer Zeit setzen.

Zum Abschluss am 02.12.2019 dieses Jahres ist Liza Kos mit ihrem Programm „Was glaub ich, wer ich bin“ im Hotel Matheisen zu Gast.



WorringenPur.de/07.11.2019
Bericht & Fotos: Monika Zimmermann
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski