Niko Formanek: ein Österreicher in Worringen
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Der letzte „Matheisens Montag“ vor der Sommerpause war wieder gut besucht und wohl keiner der Gäste hat es bereut, sich auf den Weg gemacht zu haben. Und es lag vor allem am Wiener Schmäh des Kabarettisten Niko Formanek, dass es ein durchweg amüsanter Abend wurde.

Formanek ist ein Spätberufener. Der Mitfünfziger ist erst seit wenigen Jahren auf den Bühnen unterwegs und schöpft in seinem Programm vor allem aus seinem reichen Schatz an Erfahrungen als Ehemann und Vater. Dabei schlachtet er die täglichen Erlebnisse seiner Familienmitglieder gnadenlos aus. Das tut der charmante Dampfplauderer aber auf so humorvolle Weise, dass ihm sicherlich daheim

niemand böse sein kann. Und im Grunde ist es meist er, der Leidtragender seiner Geschichten ist. Als „Sozial-Projekt“ seiner Ehefrau wird er von dieser immer wieder zu kleineren und größeren Arbeiten verpflichtet, die regelmäßig im Desaster enden. Ein Höhepunkt seines Auftritts war die Schilderung seines Versuchs, einen Baum zu fällen. Nach dem Kauf einer benzinangetriebenen Kettensäge (bei dem Elektromodell – man ahnte es schon – war irgendwie das Kabel durchgesägt worden) eskalierte die Aktion dermaßen, dass die örtliche Feuerwehr anrücken musste. Verluste: ein kaputter Gartenzaun, ein beschädigtes Fahrzeug und das eingeschlagene Dach des Wintergartens.

Das nagt schon am Selbstbewusstsein eines Mannes. Ebenso wie das Pech, beim Familienurlaub in einem Badeparadies auf der Wasserrutsche einen Tsunami auszulösen oder der Besuch mit der Ehefrau in einem Erotikladen. Aber das Leben als Best-Ager hat auch Vorteile. Immerhin kann man mit einer Kreditkarte im Portemonnaie bei einer Polizeikontrolle auch mal Kontra geben.

Unerschöpflich schien das Repertoire des Künstlers zu sein und das Publikum hatte viel Spaß. Zum Abschluss gab es dann noch eine Bedienungsanleitung für den Mann mit auf den Heimweg.

Nach der Sommerpause geht es am 2. September 2019 um 20.00 Uhr mit Nora Böckler – „5 Sterne Fiasko“ weiter.


WorringenPur.de/05.07.2019
Bericht: Monika Zimmermann
Fotos: Wilfried Zimmermann
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski