Krebelshof schließt nicht zum Jahresende!
Verhandlungsgespräche noch nicht abgeschlossen!

Worringen
Die Verkündung der Geschäftsführer im Frühjahr 2021, dass die *Guja GmbH  das Jugend- und Kulturzentrum Krebelshof wegen gravierender

Baumängel am Herrenhaus

Baumängel am Schweitzer Trakt

Baumängel zum 31. Dezember 2021 schließen müsse, war für viele sehr überraschend. Vor allem der Kreis Engagierter, die sich schon 2012 vehement und erfolgreich gegen die Schließung des Jugendzentrums einsetzten, war tief enttäuscht, nicht zuletzt auch wegen der späten Info– vielleicht hätte man einmal mehr helfen können?
Im April 2021 war für die Guja klar: Die jetzigen Baumängel können finanziell allein nicht mehr getragen werden. Die Stadt als Eigentümerin und Vermieterin müsse endlich mehr Verantwortung übernehmen und die Baumängel beseitigen oder eine Alternative aufzeigen, die den Verbleib im Krebelshof sichert.

Schweigen im Walde!
Zwar luden Vertreter der Guja GmbH Corona-bedingt zweimal im kleinen Kreis zu Info-Gesprächen ein, doch gab es nichts Greifbares zu erfahren, das nach einer Rettung aussah. Vielmehr suchte die Guja zunächst nach einer alternativen Unterkunft (ähnlich wie der Krebelshof), die auch Flächen für das Jugendprogramm bieten könne. Schnell war jedoch klar, dass der Krebelshof nicht nur ein besonderer Ort für die Worringer und die Guja ist, sondern, dass es auch keine vergleichbare Immobilie gibt, die für das Jugendprogramm mit Außenspielflächen nur annähernd geeignet wäre.
Monatelange Bemühungen verschiedener Interessensgruppen  Kontakt zur Guja oder zur Stadt als Vermieterin aufzunehmen zwecks aktueller Informationen verliefen im Sande. Anfragen politischer Parteien, des neu formierten Arbeitskreises „Rettet den Krebelshof“ und des Worringer Bürgervereins wurden lange Zeit ignoriert – Ratlosigkeit machte sich breit, was der Sinn dieser abwehrenden Haltung sei.

Keine Schließung zum Jahreswechsel - Silberstreifen am Horizont?

Nun scheint es aber einen ersten Silberstreifen am Horizont zu geben. Ralf Krep, einer der Geschäftsführer der Guja im Krebelshof  gab auf Nachfrage der Redaktion WorringenPur ein kurzes Statement zum aktuellen Stand:
Es habe bereits mehrere Treffen zwischen den Beteiligten gegeben.  Aktuell befinde man sich mit dem Jugend-Dezernat der Stadt und einer Stiftung (deren Name noch nicht genannt werden soll) in aussichtsreichen Gesprächen den Krebelshof auch in Zukunft für Kinder, Jugendliche und sogar Erwachsene zu erhalten. Ein weiteres Treffen sei noch in diesem Jahr anberaumt. Zwar könne eine konkrete Lösung zurzeit nicht benannt werden, allerdings habe man große Hoffnung, dass der Krebelshof gut weiterentwickelt und erhalten werden könne. Die wichtige Aussage hierbei:
Zum 31. Dezember 2021 wird der Krebelshof nicht schließen!

Hans-Josef Saxler, ebenfalls Geschäftsführer der Guja im Krebelshof, bekräftigte wenige Tage später: „Wir suchen nicht mehr ein neues Zuhause für die Guja. Der Krebelshof ist ein ganz besonderer Ort und wir sind in guten Gesprächen, dass die Jugendarbeit im Krebelshof fortgeführt werden kann!“.

Eine von WorringenPur an die Leitung des Jugendamtes gerichtete Anfrage wurde wie folgt beantwortet:
„Alle Beteiligten der Verwaltung und Politik haben ein großes Interesse an der Weiterführung der Jugendeinrichtung am Krebelshof und s

etzen sich gemeinsam mit der Guja intensiv dafür ein. Eine alleinige Nutzung des Krebelshofs als Jugendeinrichtung ist aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich. Die Bezirksvertretung Chorweiler hat einen entsprechenden Beschluss gefasst, ein Nutzungskonzept für den gesamten Hof zu erstellen, das eine Jugendeinrichtung am Krebelshof weiterhin und langfristig ermöglicht und gleichzeitig die aktuell leer stehenden Gebäudeteile einer neuen Nutzung zuführt.
Diesen Beschluss setzt die Verwaltung aktuell um und prüft in enger Abstimmung und großem Konsens mit der Guja mögliche Perspektiven. Dieser Prozess wird voraussichtlich nicht bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Die Jugendarbeit wird daher auch über das Jahresende hinaus am Krebelshof bleiben, solange dies aus baulicher Sicht und mit dem Einsatz wirtschaftlicher Maßnahmen vertretbar ist. Sobald die Verwaltung konkrete und gesicherte Umsetzungsmöglichkeiten entwickelt hat, werden diese, auch im Interesse der interessierten Bevölkerung im Kölner Norden, zeitnah kommuniziert.“


Alleinige Nutzung des Krebelshofs als Jugendeinrichtung aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich
Bemerkenswert ist hierbei die Aussage der Stadt, dass die alleinige Nutzung des Krebelshofs als Jugendeinrichtung aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich ist. Diese Feststellung hat schon Jahrzehnte zuvor der vorherige Mieter des Krebelshofs gemacht, der die Jugendarbeit durch breitgefächerte Vermietung und Veranstaltungen jahrzehntelang finanziell sicherstellte, bis z.B. bauliche Mängel und die Geld verschlingende alte Heizanlage, es nicht mehr zuließen. Die alte Heizanlage ist übrigens bis heute von der Stadt nicht ausgetauscht worden!

Wie es weitergeht, ob die Guja für die Jugendarbeit dauerhaft im Krebelshof bleiben kann, ob auch die Kultur und die Freizeitmöglichkeiten für Erwachsene wieder zu Leben erwacht, ob Generationen sich wieder im Hofgarten treffen können – das hängt wohl davon ab, inwieweit Stadt (Jugendamt) und Stiftung bereit sind  Kompromisse einzugehen. Wir würden es uns jedenfalls wünschen!


*Wer oder was ist die Guja GmbH?
Nach Insolvenz des "Krebelshof e.V." im Jahr 2012 wurde - speziell für den Betrieb des Krebelshofs als soziale Jugendeinrichtung - die 'gemeinnützige Gesellschaft für urbane Jugendarbeit' (GUJA) gegründet. Die gemeinnützige Gesellschaft für urbane Jugendarbeit mit beschränkter Haftung (GUJA gGmbH) ist ein Trägerkonsortium, bestehend aus folgenden Trägern:
Jugendzentren Köln gGmbH, SKM Köln e.V. und Soziales Zentrum Lino Club e.V.




WorringenPur.de/21.11.2021
Bericht & Fotos: Heike Matschkowski
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski