Größte Baustelle von Straßen NRW
Die Leverkusener Autobahnbrücke A1 bei Merkenich
Autobahnausbau der A1 zwischen Merkenich und Leverkusen: Teil 1
Fotos zum Vergrößern!

Die jetzige Brücke wurde 1965 fertig gestellt und war für 40000 Fahrzeuge pro Tag geplant. Als der Verkehr mehr wurde, plante man eine neue Verbindung bei Worringen von der A57 nach der A59. Die Abfahrt an der A57 wurde gebaut und auch das Kreuz bei Hitdorf. Das Konzept für den Kölner Norden mit Abriss der Rheindörfer, einem Hafen bei Worringen mit Industrieflächen und ein Kraftwerk wurden nicht verwirklicht und die neue Autobahnbrücke nicht mehr gebaut. Worringer Bürger und der Bürgerverein Worringen waren sich in dieser Angelegenheit mit den anderen Rheinanliegern einig und gegen eine Zerstörung der Rheinaue. So entstand hier ein Naturschutzgebiet.

So wird die neue Brücke aussehen


Brücke heute


Rechtsrheinisches Spagettikreuz mit der A59


Abriß der Auffahrten und


Eingriff in die Deponie

Als Ausgleich wurde die 4 spurige Leverkusener Brücke auf 6 Fahrspuren verbreitert. Die großen Lastwagen wurden immer mehr, schwerer und fuhren natürlich außen, was der Brücke diverse Schäden einbrachte. 2012 wurden die Schäden immer größer und als auch noch die Halterungen in den Seilkammern Schaden nahmen, musste täglich repariert werden. Bis heute sind die Arbeiten an der Brücke zugange. Die Brücke wurde auf 3,5 t Überfahrtsgewicht reduziert. Da weiterhin vielen Lastwagen über 3,5 t das Fahrverbot nicht einhielten, baute man 2016 eine Sperranlage. Im Jahre 2017 stand fest, die Brücke ist nicht mehr zu retten. Es muss eine neue her. Es gab mehrere Varianten für  die Örtlichkeit und auch Tunnellösungen.

Brücke über die Stadtbahn Linie 12

Die durch den Planfeststellungsbeschluss festgelegte Variante sieht einen zweigeteilten Neubau der Brücke vor. Für die beiden nebeneinander stehenden Bauten sind jeweils bis zu sechs Fahrstreifen sowie ein Standstreifen und ein Radweg von 3,25 m geplant. Das soll sicherstellen, dass die Brücke auch für künftige Verkehrsbelastungen gerüstet ist. Der erste Teil des Neubaus wird nördlich direkt neben der jetzigen Brücke entstehen. Nach Fertigstellung fließt der Verkehr dann über den Neubau. Im Anschluss wird die alte Rheinbrücke abgerissen, bevor es an den Bau der zweiten Brücke geht, die an derselben Stelle entsteht. Auf diese Weise wird der Verkehrsfluss während der gesamten Bauzeit sichergestellt. Der Spatenstich war am 14.12.2017. Vorher waren aber schon viele Vorarbeiten, z.B. das Verlegen von Pipelines im Bereich der Verbreiterung erfolgt. Sprengstoffsuchtrupps, Archäologen und die „Untere Naturschutzbehörde“ waren ebenfalls vor Ort. Auf der Leverkusener Seite müssen einige Ausfahrten im Spaghettikreuz auf die A59 im Radius geändert werden. Dafür ist ein Eingriff in die Mülldeponie nötig. Auch das wird mit großem Aufwand gelöst.

Erdarbeiten und Fundamente der Landbrücke

Auf der Merkenicher Seite liegt die Zufahrt im Naturschutzgebiet und über einem Geschützten Landschaftsbestandteil. Die Zufahrt wird ab dem Niehler Kreuz verbreitert, ebenso die Brücke über die Stadtbahn Linie 12. Die Arbeiten am Niehler Kreuz sind zu 50% fertig und wenn man über die Industriestraße fährt, auch schon zu sehen. Die Stadtbahn Brücke direkt an der Endhaltestelle Merkenich/Ford ist fast fertig. Die Fundamente für die landseitige Brücke sind in Arbeit und vom Kasselberger Weg sieht man auch hier den Baufortschritt.
Die Erdmassen für die Anfahrt werden zurzeit aufgeschüttet. Die Vorlandbrücken sollen Mitte 2020 fertig sein und der Stahlbau der 1. Brücke wird  Ende 2020 fertig gestellt. Dann können nach dem Verschwenken der Fahrbahn schon wieder Lastwagen über 3,5 t in beiden  Richtungen die neue Brücke benutzen. Nach Abbruch der jetzigen alten Brücke wird dann die 2. Brücke gebaut. Der Ausgleich für Eingriffe in Natur und Landschaft wird in der Rheinaue Worringen kompensiert. Maßgabe ist hier der Pflege und Entwicklungsplan aus den Jahre 2014.

Arbeiten im Strom am Fundament für den Pylon linksseitig

Demnächst in WorringenPur Teil 2 der größten Baustelle von Straßen NRW. Zwischendurch gibt es hierüber neue Nachrichten auf www.a-bei-lev.nrw.de .


WorringenPur.de/29.03.2019
Bericht & Fotos: Herbert Jansen
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski

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Größte Baustelle von StraßenNRW
Die Leverkusener Autobahnbrücke A1 bei Merkenich Teil 2
Autobahnausbau der A1 zwischen Merkenich und Leverkusen
Fotos zum Vergrößern!

Köln-Merkenich
Ende März 2019 erschien bereits unser erster Berichtsteil über den Bau der Autobahnbrücke bei Merkenich. Das ist im letzten Jahr gebaut worden: Der Fahrbahndamm zur neuen Brücke wurde aufgeschüttet. Hierzu wurde auch Kies aus der Grube bei Straberg angeliefert. Wochenlang fuhren die großen Muldenkipper durch unsere Straßen. Die Fahrbahn wurde nördlich der jetzigen A1 von der Industriestraße bis zur Merkenicher Hauptstraße. angelegt. Dann kam der Asphalt. Die Schallschutzwand ist auch schon fertig und parallel der Schlettstätter Straße. an der KVB Endhaltestelle Linie 12 gut zu sehen.

Über die Merkenicher Hauptstraße. führt schon die Vorlandbrücke aus Beton. Sie ist 370 m lang. Auf Stahlträger liegt die gewaltige Holzschalung und ist zum Teil schon mit Beton gefüllt. Sie hat die gleichen Dimensionen wie die vorhandene Vorlandbrücke. Die letzten Meter in Richtung Rhein sind noch in Arbeit.

Die eigentliche Stahlbrücke ist 690 m lang und wird gehalten von 2 Pylone im Wasser und 2 Betonstützen am linken Rheinufer. Dazwischen sind mehrere mobile Betonstützen aus Fertigbetonquadern an Land zu sehen. Sie sind mit einem Holzgerüst verbunden. Auf ihnen werden die Stahlteile endmontiert. Nach Abbruch der alten Brücke wird später an dieser Stelle eine baugleiche zweite Brücke gebaut. Im Februar 2020 beim Hochwasser stand die ganze Baustelle unter Wasser.

Die Fundamente für die beiden Pontons der ersten Brücke im Rhein sind noch in Arbeit. Noch bohrt man an den Rohrfundamenten. Die 4 Stahlpylone für beide Brücken werden in Deutschland gefertigt und später geliefert.

Der Stahl für die Fahrbahn der eigentlichen Brücke besteht für beide Brückenteile aus 80 großen Platten, die 30.000 Tonnen schwer sind. 22 Teile sind schon nach Rotterdamm geliefert, und 4 davon liegen seit dem 8. April im Niehler Hafen auf 2 Schiffen. Der Kran zum Abladen der Platten stand schon in Merkenich auf der Baustelle bereit. Und jetzt beginnt das Problem....

StraßenNRW nahm die Teile wegen gravierender Mängel nicht an und will neue Teile angefertigt haben. Die Bauunternehmung PORR AG aus Österreich hat die Stahlteile in China herstellen lassen und will die vorhandenen Mängel (laut TÜV) auf der Baustelle beseitigen lassen. StraßenNRW will aber keine reparierten Teile in die neue Brücke einbauen.

Hierzu die Pressemitteilung vom 24.04.2020
Leverkusen (straßen.nrw): Der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen hat den Vertrag mit dem Bauunternehmen PORR für dessen Auftrag zum Neubau der Rheinbrücke bei Leverkusen gekündigt. Der Grund sind gravierende Mängel bei der Verarbeitung der Stahlbauteile, die weder die deutschen Normen noch die vertraglichen Vereinbarungen erfüllen.

Damit bekommt der Zeitplan einen neuen Ablauf, ca. 2 bis 4 Jahre später wird die erste Brücke fertig (ohne Gutachterstreit). Die alte Brücke ist marode und wird täglich von 10 Mitarbeitern kontrolliert und repariert, damit sie überhaupt noch die 140.000 Fahrzeuge bis maximal 3,5 t aufnehmen kann.
Die PORR AG besteht seit 150 Jahren und hat weltweit 20.000 Mitarbeiter. Gebaut wurde von ihr die Hochmoseltalbrücke und im Bau ist das WM Stadion in Doha (Katar).

Zu empfehlen ist eine Radtour über Langel, Rheinkassel und Kasselberg direkt an die Baustelle. Hier herrscht zur Zeit absolute Ruhe. Der Rückweg kann über den Fühlinger See erfolgen.

Demnächst in WorringenPur: Teil 3 der größten Baustelle von StraßenNRW. Zwischendurch gibt es über www.strassen.nrw.de auch neue Nachrichten.


WorringenPur.de/04.05.2019
Bericht & Fotos: Herbert Jansen
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski

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Die Leverkusener Autobahnbrücke A1 bei Merkenich Teil 3
Größte und wichtigste Baustelle der Autobahn GmbH in NRW

Kölner Norden/Leverkusen
Seit September 2021 sind auf dem rechtsrheinischen Teil der Baustelle bei Leverkusen mehrere Stahlelemente, die Haupt- und Querträger, des ersten Brückenfelds eingetroffen. Diese wurden in den letzten Wochen am Boden verschweißt und bilden nun ein insgesamt 1.115 Tonnen schweres Bauteil. 66 Meter lang und 34,6 Meter breit ist das erste Brückenelement, das am 05. März 2022 über die A59 hinweg eingebaut wurde. Hierfür wurde ein Spezialgerät der Firma Mammoet eingesetzt. Es besteht aus 3 Lafetten mit je 24 Achsen, die einzeln drehbare Räder haben. Das Fahrbahnbauteil wurde hydraulisch angehoben und um 90° gedreht und dann 50 m über die Autobahn A59 gefahren. Hier wurde es noch  einmal ca. 3 m angehoben und auf seinen endgültigen Platz abgelegt. Damit ist das erste Stahlteil an der Leverkusener Brücke montiert. Die Autobahnausfahrt Leverkusen-Mitte war zu diesem Zweck gesperrt.

Die Bilder zeigen hier den Verlauf der Fahrt nach der Drehung. Der ganze Vorgang spielte sich in Zeitlupe ab. Die hydraulische Anhebung  ging in 50 cm Schritten, dann wurde wieder eine Kassette in die Hydraulik eingeschoben.

Thomas Ganz, Direktor der Niederlassung Rheinland der Autobahn GmbH sprach seinen Dank aus und ist zufrieden mit den neuen Auftragnehmern, SEH Engineering, Hochtief und Max Bögl, deren  Arbeiten im Zeitplan liegen. Das gilt allerdings eher nicht für den Kostenplan, den Thomas Ganz angesichts enorm steigender Kosten im Baugewerbe gefährdet sieht, sich öffentlich aber nicht auf Prognosen festlegen möchte.

Ab Mai folgt dann die Montage der ersten Brückenteile, hier noch auf Land, im linksrheinischen Bereich bei Merkenich. Hierfür werden die Stahlteile über den Rhein angeliefert und direkt vom Schiff aus eingehoben. Alle verbauten Stahlteile stammen aus den Werken der beteiligten Unternehmen in Deutschland, Belgien und Frankreich.

Der neue Zeitplan sieht vor, dass die erste Hälfte der neuen Brücke, die jetzt nördlich der bestehenden errichtet wird, Ende 2023 in Betrieb gehen soll, womit dann die A-1-Sperrung für Lkw über 3,5 t  hinfällig wäre, da dann der gesamte Verkehr über diese neue Brücke 2 mal 2-spurig erfolgen soll. Der Abriss der bestehenden Brücke schließt sich dann an. Die zweite Brückenhälfte an dieser Stelle soll dann bis 2027 fertig sein.


WorringenPur.de/07.03.2022
Bericht: Herbert Jansen
Fotos: Jansen und Mrsic
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski

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Die Leverkusener Autobahnbrücke A1 bei Merkenich Teil 4
Größte und wichtigste Baustelle der Autobahn GmbH in NRW

Nachdem im März 2022 auf der Leverkusener Seite das erste Stahlteil (siehe Teil 3 im Archiv WorringenPur) der Autobahnbrücke montiert

wurde, geht es jetzt auf der Köln-Merkenicher Seite in großen Schritten weiter.

Noch vor Ostern wurde der gelbe Raupenkran aufgebaut. Vorher wurde der Boden der Trasse befestigt, geschottert und mit dicken Holzbohlen belegt. Der Raupenkran entlädt die Stahlteile direkt aus dem Schiff und befördert sie bis zu 150 m weit zu ihrem endgültigen Platz. Hier

hebt er sie auf die vorgegebenen Brückenpfeiler, Traversen und Gerüste, wo sie dann miteinander verschweißt werden. Die Traversen sind aus Betonfertigteilen, dienen nur für die Montage und werden später wieder abgebaut. Die Module werden mit großen Verbindungsteilen quer verschweißt, die später die Fahrbahn tragen.
An den Seiten sieht man schon die Halterungen für die Tragseile. Die Brücke ist später innen links und rechts begehbar. In diesen Hohlräumen liegen dann auch die Leitungen und

Kabel. Zwischen der Stahlvorlandbrücke und der Merkenicher Hauptstr. wird noch an der Betonvorlandbrücke gebaut. Insgesamt ist die Brücke mit den Vorlandteilen 1026 m lang und liegt auf der Merkenicher Seite komplett im Naturschutzgebiet Rheinaue. Der Naturausgleich wurde vor Jahren schon in Worringen und Monheim durchgeführt. Ende des Jahres 2022 werden dann die 2 A-förmigen Stahlpylone mit einer Höhe von 55 m auf das schon vorhandene Betonfundament gesetzt. Dann beginnt erst der eigentliche spannende Brückenbau mit 280 m Spannweite über den Rhein. Während der gesamten Bauzeit darf der Schiffsverkehr auf dem Rhein nicht unterbrochen werden.

Die oberen Fotos zeigen das Entladen der Module aus dem Schiff und das Ablegen auf den Traversen.

Der weitere Baufortschritt lässt sich wunderbar vom

Die Fotos zeigen die im Bau befindliche Vorlandbrücke aus Beton. Man erkennt die Holzschalung auf den Stahlträgern.

Kasselberger Weg aus, der zurzeit direkt an der Baustelle endet, beobachten.

Nach der Fertigstellung der ersten Brücke Ende 2023, wird die jetzige alte Brücke Stück für Stück abgebaut und nicht gesprengt. An diese Stelle kommt dann eine 2. gleiche Brücke wie der jetzige Neubau bis 2027. Danach wird dann das marode Autobahnstelzenbauwerk der A1 zwischen der neuen Brücke und dem Leverkusener Kreuz erneuert, entweder wieder als breitere Stelze oder sogar durch einen Tunnel! Fertigstellung in der Mitte der 2030er Jahren.


WorringenPur.de/02.05.2022
Bericht & Fotos: Landschaftswart Herbert Jansen
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski

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