Weshalb gibt es im Worringer Karneval kein Dreigestirn?
Heimatarchiv informiert:

Das Kölner Dreigestirn verkörpert mit Prinz, Bauer und Jungfrau seit 1870 eine Einheit im Karneval. Aber weshalb gibt es in Worringen kein


Prinz Kaspar
Hüsch -Kaspar II. KG. "Närrische Grielächer" 1935/36

Dreigestirn? Um diese Frage zu beantworten, nehmen wir Bezug auf die vom Worringer Heimatforscher und Karnevalisten Josef Gödecke im Jahre 1980 verfasste Publikation „Die Geschichte des Worringer Karnevals“.

1875 fanden im Ort die ersten Rosenmontagszüge statt. Dabei kam es vor, dass mehrere närrische Lindwürmer verschiedener Gesellschaften mit ihren „Veedels-“ oder „Saal-Prinzen“ konkurrierend aneinander vorbeizogen. Weil diese vereinsintern nominierten Tollitäten jedoch nicht den ganzen Ort repräsentierten, wurde offiziell nur eine Person zum Worringer Karnevalsprinzen gekürt.

Wie Gödecke berichtet, hatte es mit dem Prinzen eine besondere Bewandtnis. Er wurde nicht etwa im Triumphzug und auf einem Prunkwagen präsentiert, sondern als Karikatur einer „hochrangigen Persönlichkeit des öffentlichen Lebens“. Diese wiederum wurde als „Held Karneval“ in Form einer maskierten Strohpuppe dargestellt. Die Bezeichnung „Prinz Karneval“ geht auf die 80er-Jahre des 19. Jahrhunderts zurück. Repräsentanten wie Bauer und Jungfrau waren zu keiner Zeit Bestandteile des Worringer Karnevals. Hierzu ergänzt Josef Gödecke: „Da der ‚Kölsche Boor‘ und die ‚Jungfrau‘ stadtkölnische Figuren sind, sahen die Worringer keinen Bedarf, die Kölner zu kopieren.“ Bemerkung des Heimatarchivs: „Un dat es och joot su“!


WorringenPur.de/24.01.2022
Bericht und Foto: Heimatarchiv Worringen e.V.
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski