Außergewöhnliche Ehrung für Helmes-Brüder:
Ernennung zum Ehrenvorstand und offizielle Amtsübergabe

Zu einem Großen Zapfenstreich für stetes und nachhaltiges Engagement für das Spielmanns- und Schützenwesen in den vergangenen vier Jahrzehnten lud der Spielmannszug Kölns RoThe 2014 Verwandte, Bekannte und Weggefährten seiner Gründungs- und ehemaligen Vorstandsmitglieder Raimund Helmes und Roland Helmes ein. Bei den Neuwahlen im Januar 2021 hatten sie nicht mehr für das Amt des Vorsitzenden bzw. des Schatzmeisters kandidiert.

Am Mittwoch, dem 19. Oktober 2022 fanden sich die geladenen Festgäste in der Gaststätte Cöllen-Löhr in Köln-Roggendorf/Thenhoven ab 17:30 Uhr zu einem ersten kühlen Getränk ein. Die beiden Geehrten wussten im Vorfeld lediglich, dass sie an jenem Abend zu einer Überraschung uniformiert und mit Instrument anwesend sein sollten. Auch waren sie für einige Wochen von den Proben ausgeschlossen.

Gegen 18:20 Uhr wurden sie von ihren Partnerinnen Barbara Helmes und Ute Küsters zur Kirche St. Johann Baptist geleitet, wo sie ihr

Vorsitzender und jüngerer Bruder Markus Helmes herzlich empfing. Die erste Überraschung war gelungen, als sie die vor der Gaststätte stehenden Festgäste erblickten.

Nach eröffnenden Worten bat Markus Helmes beide, sich zum Platz neben der Kirche umzudrehen, wo bereits die Kesselpauken samt des Musikers der Nettesheimer Blechbläser standen. So war auch die zweite Überraschung sehr zum Staunen der beiden gelungen. „Bist du wahnsinnig“, war Raimund Helmes’ erste Reaktion, wohlwissend, was folgen werde. Zum Dirigat Markus Quodts traten die Nettesheimer Blechbläser mit 18 Musizierenden und einem Schellenbaumträger an. Sie warteten an der Ecke Baptiststraße / Quettinghofstraße. Die beiden zu Ehrenden stellten sich auf die Treppe des Pfarrhauses und erwarteten den Beginn der Feierstunde.

Eine persönliche Ehrung hat es in dieser Form in Roggendorf/Thenhoven noch nicht gegeben.
Der 222. Auftritt seit Gründung des Spielmannszuges am 3. Oktober 2014 nahm mit dem Sonnenuntergang um 18:31 Uhr seinen Lauf. In Ermangelung eines Obristen kommandierte Tambourmajor Alexander Helmes mit Beginn des Abmarsches sehr souverän den kompletten Großen Zapfenstreich, der sich zu den Klängen des Parademarsches der Spielleute, des Lockmarsches und des Marsches des Yorck’schen Korps (1813) Richtung St. Johann Baptist bewegte. Offiziell letztmalig führte Gründungstambourmajor Markus Helmes den vollzählig angetretenen Spielmannszug an. Direkt hinter ihm gingen zunächst die beiden Töchter der zu Ehrenden, Johanna Helmes und Anna Maria Helmes, die die Ernennungsurkunden für ihre Väter umgedreht trugen. Die im Früh am Dom am 2. Oktober 2022 ermittelte neue

Zugkönigin Farnia I. Marufkhani ging zwischen den beiden und hielt die Festrede in der Hand.

Nach der Meldung durch Alexander Helmes umriss der Vorsitzende in seiner Festrede den Werdegang und das stete und nimmermüde Wirken seiner Brüder, beide flankiert von den drei jungen Damen. Besonders hob Markus Helmes die immer junge Motivation hervor. Nach über vier Jahrzehnten zu sagen: „Ich lerne jetzt Noten, möchte mich musikalisch weiterentwickeln und breche alte Strukturen auf.“, zeugt von einer Einstellung, die man nicht weiter kommentieren muss.

Der Spielmannszug Kölns RoThe 2014 ernannte Raimund Helmes und Roland Helmes jeweils zu seinem Ehrenvorstand. Der Titel soll die breit gefächerte Vorstandsarbeit in all der Zeit zum Ausdruck bringen. Zugkönigin Farnia I. Marufkhani überreichte den sichtlich bewegten und erfreuten Brüdern die Ernennungsurkunden, die sie beide gemeinsam als Hintergrundfoto in Kindertagen zeigen, natürlich uniformiert, aber zivil gekleidet.

Warum Großer Zapfenstreich, das höchste militärische Zeremoniell? Zitat aus der Festrede: Euch beiden zu Ehren, lieber Raimund, lieber Roland, erklingt von den Nettesheimer Blechbläsern und eurem Spielmannszug der Große Zapfenstreich, bei dem ihr in Neuss vor dem Quirinusmünster und in Roggendorf/Thenhoven als Solisten oft brilliert, ihn aber auch jeweils am Stab geleitet habt. Wir möchten euch an der Stelle versuchen zurückzugeben, was ihr oft den Menschen geschenkt habt. Zitatende.

Sorgfältig gewählte Musikstücke
Die Serenade war sorgsam gewählt, denn sie sollte einen Bogen spannen. Zudem war sie in dieser Zusammenstellung der Arrangements noch nirgends gespielt worden. Beginnend mit der musikalischen Inspirationsquelle Neuss, wo beide als Spielleute des Tambourcorps „Deutschmeister Köln“ 1951 von 1986 und 2013 bzw. 2014 mit der Vereinigten Jägerkapelle Straberg 1926 für den Zug der Neusser Scheibenschützen-Gesellschaft von 1415 auftraten. Deren Marschlied, ein Arrangement des Frankenlied Marsches, war der erste Teil der Serenade. Es folgte mit Der Jäger aus Kurpfalz (Armeemarschsammlung II, 145) der Straßenmarsch Nr. 1 unseres Spielmannzuges. Der dritte Teil, für die Zukunft stehend, begann mit dem Trompetensolo der Nettesheimer Blechbläser für den Marsch aus der Zeit Friedrichs des Großen (Armeemarschsammlung I, 30). Der Ehrenvorstand wusste nicht, dass seine Spielleute den Marsch einstudiert hatten. Als sie im

fünften Takt einsetzten, war die dritte Überraschung gelungen. Roland Helmes musste laut eigener Aussage eine Träne verdrücken.

Den ersten Teil der Serenade hatten die Nettesheimer Blechbläser eigens für diesen Festakt einstudiert, wofür die Spielleute nochmals herzlich danken.

Beim Großen Zapfenstreich fungierten beim Spielmannszug die stellvertretende Tambourmajorin Virginia Steffens als Solistin an der Spielmannspfeife und Spieß Jan Arens als Solist an der Spielmanntrommel. Ihre Darbietung war genauso überzeugend wie die der Solotrompeter Felix Aust und Claudio del Popolo auf Seiten der Nettesheimer Blechbläser.

Nach Ende der Nationalhymne meldete Alexander Helmes den Großen Zapfenstreich ab. Markus Helmes dankte allen Ausführenden für die hervorragende Darbietung und bat den neuen Ehrenvorstand, sich zu seinen Spielleuten zu begeben. Dieser dankte zunächst per Handschlag Kapellmeister Markus Quodt und den Musizierenden und schließlich seinem Spielmannszug. Anerkennender Applaus umrahmte diese Momente.

Offizielle Amtsübergabe an den Tambourmajor und seine Stellvertreterin
Als die musikalische Leitung, sprich der Tambourmajor und seine Stellvertreterin, nach vorne gebeten wurden, dankte der Vorsitzende zunächst seinem Tambourmajor für die musikalische und formale Vorbereitung des Abends und die einwandfreie Kommandierung des Großen Zapfenstreiches.

Zur großen Überraschung der beiden derzeit in Siegburg-Brückberg aktiven Soldaten war zur offiziellen Amtsübergabe deren Tambourmajor des Spielmannszuges West des Musikkorps’ der Bundeswehr, Oberstabsfeldwebel Armin Jakobi, anwesend. Im Rhein-Kreis-Neuss ist er als musikalischer Leiter des Musikvereins Holzheim 1956 e.V. einigen mehr ein Begriff.

Anerkennende Worte fand er für den neuen Ehrenvorstand, dem es gelungen war, eine stolze Truppe zu formen und ihr einen Geist zu geben. Überregional sei der Spielmannszug bekannt, was feines, differenziertes Spiel sowie adrettes und vorbildliches Auftreten angeht. Voll des Lobes merkte der nun schon einige Jahre im Rheinland wohnende Berufssoldat an, einen solchen Zapfenstreich von einer nicht professionellen Gruppe noch nicht gehört zu haben. Die Festgäste stimmten mit starkem Applaus zu. Mit der seit Januar 2021 im Amt befindlichen musikalischen Leitung weiß er die Spielleute in sehr guten Händen. Er lobte das Vertrauen den jungen Leuten gegenüber. Deren eingeschlagener Weg zur Militärmusik sollte Vorbild für viele andere sein. Für die Zukunft wünschte er dem Spielmannszug alles erdenklich Gute.

Als alle Ausführenden zur finalen Darbietung des Regimentsgruss’ antraten, angeführt nun auf Seiten des Spielmannszuges durch Tambourmajor Alexander Helmes, bat Markus Quodt charmant Armin Jakobi um Übernahme des Dirigats bei den Nettesheimer Blechbläsern, was die Zuhörenden mit Applaus unterstützten.

Ein langer Abend in der Gaststätte Cöllen-Löhr
Zu Beginn des gemütlichen Teils des Abends in der Gaststätte Cöllen-Löhr brachten alle Anwesenden dem neuen Ehrenvorstand Roland Helmes ein Geburtstagsständchen an seinem 61. Geburtstag. Auf sein Wohl gaben die vier Vertreter der Maigesellschaft 1448 Kleinkönigsdorf e.V. auf Bitte des Vorsitzenden Markus Helmes ihren legendären Dankspruch zum Besten.

Das herzhafte Buffet war eröffnet. Die 75 anwesenden Personen erlebten einen sehr schönen Abend, der nach Mitternacht für die letzten Gäste am Donnerstag endete.

Herzlichen Dank
Allen Festgästen gilt ein ganz herzliches Danke für die schönen Geschenke an den Ehrenvorstand und die Spenden an den Spielmannszug. Frau Mitschke-Burk sei gedankt für die unkomplizierte Bereitstellung des Platzes. Ihr, Anna Maria Helmes, Ute Küsters, Silke Ludwig und Brigitte Pieper danken wir für viele schöne Fotos und Videos. Peter Löhr und sein Team überzeugten mit einem kulinarisch einwandfreien Abend und der zuvorkommenden Bewirtung.

Die Spielleute sind erfreut und erleichtert, dass ihre Überraschung für ihre beiden ältesten Mitglieder gelungen ist. Die ursprünglich für den 12. März 2021 vorgesehene Feierstunde musste mehrfach, meistens aufgrund der Corona-Schutzverordnungen verschoben werden.


WorringenPur.de/05.11.2022
Bericht: Vorstand des Spielmannszuges Kölns RoThe 2014
Fotos: Anna Maria Helmes und Silke Ludwig
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski