Kölner Dreigestirn im Begegnungshaus Roggendorf/Thenhoven
Spende aus Karnevalisten-Gottesdienst im Kölner Dom erreicht Rekordhöhe
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Für das Kölner Dreigestirn stand für den Samstagnachmittag ganz klar das Begegnungshaus in Roggendorf/Thenhoven (Im Mönchsfeld) im Vordergrund. Immerhin hatten sie im Auftrag von Kardinal Woelki einen Umschlag mit Geld zu übergeben. Das war am 08.01. von den Teilnehmern beim ökumenischen Karnevalisten-Gottesdienst im Kölner Dom für einen guten Zweck gespendet worden. Traditionell hatte das amtierende Dreigestirn hierüber zu entscheiden. Die Wahl fiel auf das vom SKF / SKM (Sozialdienst katholischer Frauen / Männer) betreute Begegnungshaus in Roggendorf/Thenhoven, wo sich zuvor der ehemalige Drogeriemarkt befand. Das Begegnungshaus wird von dem SkF e.V. Köln und dem SKM Köln seit 2017 mietfrei von der Besitzerin der Siedlung, der VONOVIA AG, zur Verfügung gestellt. Eine besondere Bedeutung bekommt das Begegnungshaus zusätzlich nach dem Einzug der Flüchtlinge in das im Bau befindliche, naheliegende Wohnheim.

Für die zahlreichen Besucher stand jedoch ganz sicher die Möglichkeit im Vordergrund das vom Reiter-Korps „Jan von Werth“ gestellte Dreigestirn Kölner Prinz Christian II, Kölner Bauer Frank und Kölner Jungfrau Griet hautnah erleben zu können. Und sie konnten! Selbst der Tag hellte auf, als der Tross sich vor dem Begegnungshaus formierte. Ohne Regenschirm, aber mit Sonne konnte man einmarschieren.
Bereits der Einzug des Dreigestirns in den karnevalistisch geschmückten Saal wurde jubelnd gefeiert - befeuert durch die fetzigen Melodien vom Spielmannszug Kölns RoThe 2014. Der spielte gerade beim Einzug des „Jan von Werth“ Dreigestirns deren Reitermarsch – was natürlich zusätzliche Begeisterung hervorrief.

Begeistert wurde dann auch der bislang geheim gehaltene Inhalt des großen Geldumschlags aufgenommen: dreitausendzweihundertfünfundneunzig Euro in bar!  Tobias Hopmann, Domvikar und Kaplan des Reiter-Korps „Jan von Werth“, überbrachte dazu die herzlichen Grüße von Kardinal Woelki und freute sich ganz besonders über die bisher nicht erreichte Rekordhöhe der Kollekte für diesen guten Zweck. Monika Kleine, Geschäftsführerin des SKF e.V. und Markus Peters (Vorstand des SKM), gaben auch ihrer besonderen Freude über diese tolle Zuwendung mit ihrem Dank zum Ausdruck.


„Die Siedlung „Im Mönchsfeld“ lag lange nicht nur geographisch am Rande der Stadt, sondern auch außerhalb der Wahrnehmung von Politik und von Teilen der Verwaltung“, so Peters. Die Sozialdaten des Quartiers zeigen, dass hier viele Menschen von Sozialleistungen leben, die Arbeitslosigkeit hoch ist und viele Kinder in Armut aufwachsen. Monika Kleine dazu: „Das war ganz großes Kino. Der Auftritt des Dreigestirns hier in der Siedlung ist toll, weil die Bewohnerinnen und Bewohner nur selten die Gelegenheit erhalten, bei solchen Veranstaltungen der Stadtgesellschaft dabei zu sein“.

Die Spende in Höhe von 3295 Euro werden die beiden Verbände für Kurse, Gruppenveranstaltungen und Feste im neuen Begegnungshaus nutzen, denn, so Kleine und Peters, „auch wenn die Grundstrukturen gesichert sind, werden wir weiter Spenden benötigen, um das Haus mit Leben zu füllen“. Mit den begeisternden Klängen vom Spielmannszug Kölns RoThe 2014 ging dieser sehr kurzweilige und erinnerungsträchtige Besuch des Kölner Dreigestirns in Roggendorf/Thenhoven zu Ende.


WorringenPur hatte nach dem Auszug die Gelegenheit für ein paar Fragen an Prinz Christian II:

  • WoPu: Lieber Prinz Christian, wie oft waren Sie schon in Köln-Roggendorf/Thenhoven?
    Prinz C.: Nicht weit von hier habe ich mal gewohnt, in Lindweiler. Darum ist mir die Gegend bekannt und auch in Roggendorf/Thenhoven war ich schon.

     Kölner Prinz Karneval 2020„Prinz Christian II.“ (Christian Krath, 57 Jahre)
  • WoPu: Wie überrascht waren Sie über die lange Fahrt nach Roggendorf/Thenhoven in den Kölner Norden?
    Prinz C.: Ich kenne die Entfernungen aus dem Kölner Norden in die Innenstadt… so weit ist das alles gar nicht. Aber die Verkehrsverbindungen für die Menschen sind sehr schlecht.
     
  • WoPu: Was bedeutet dieser Besuch mit sozialem Hintergrund für Sie als derzeit „ersten Karnevalisten“ der Domstadt?
    Prinz C.: Mein Besuch heute hier in dem schönen Begegnungshaus für alle Menschen in Roggendorf/Thenhoven hat einen sozialen Hintergrund! Denn wir hatten ja als Kölner Dreigestirn die große Freude, dass wir die Kollekte vom Karnevalisten-Gottesdienst im Kölner Dom an diese sehr sinnvolle Einrichtung und ihre Projektarbeit heute an die Verantwortlichen übergeben durften.
     
  • WoPu: Wie empfinden Sie persönlich den Spagat zwischen Ihrem Besuch in der Hauptstadt Berlin und jetzt hier im Kölner Norden?
    Prinz C.: Dazu kann ich nur sagen: Unser Besuch in Berlin war sehr schön und beeindruckend. Hier in Roggendorf/Thenhoven fühle ich mich aber ebenfalls sehr wohl und freue mich sehr, hier in kleinerem Kreis zu sein. Aber bereits heute Abend geht es zu einem weiteren Auftritt vor mehr als zehntausend Besuchern.
     
  • WoPu: Wie stehen Sie persönlich dazu, dass Pferde im Kölner Zug mitgehen?
    Prinz C.: Ich bin selbst Reiter und sehe es sehr gerne, wenn die Pferde im Kölner Rosenmontagszug mitgehen.
     
  • WoPu: Wird der Mottowagen jetzt von Elektro-Trekkern gezogen?
    Prinz C.: Na, das wird die Zukunft zeigen! Kann man nicht ausschließen.
     
  • WoPu: Sind die Mitgliederzahlen in den Kölner Karnevalsvereinen rückläufig? Wie könnte man die „Smartphone-Generation“ wieder mehr für den aktiven Karneval motivieren?
    Prinz C.: Die Mitgliedszahlen in den Karnevalsvereinen sind nicht Rückläufig! Ganz im Gegenteil können wir feststellen, dass auch bei den Sitzungen viele junge Leute dabei sind und sich sehr engagieren. Also: Ich habe den Eindruck, dass auch die Jugend sehr motiviert ist, am Brauchtum Kölner Karneval aktiv teilzunehmen.
     
  • WoPu: Halten Sie traditionelle Karnevals-Sitzungen vereinbar mit modernen Programmpunkten?
    Prinz C.: Ja, unbedingt! Denn wir müssen auch im Karneval mit der Zeit gehen. Da sind solche modernen Einlagen gerne gesehen und gehören unbedingt dazu.
     
  • WoPu: Haben Sie schon mal den Wagenbau für den Rosenmontagszug in Worringen angesehen? Hat man Sie dazu mal eingeladen?
    Prinz C.: In Worringen war ich noch nicht. Und den Wagenbau für den Worringer Rosenmontagszug habe ich leider auch noch nicht sehen können. Das wäre aber interessant für mich. Wenn man mich einlädt, würde ich mir das gerne mal ansehen.
     
  • WoPu: Lieber Prinz, im Namen der Redaktion von WorringenPur wünsche ich Ihnen einen schönen weiteren Verlauf der Session 2020.
    Herzlichen Dank für das nette Gespräch!


WorringenPur.de/06.02.2020
Bericht/Interview & Fotos: Hans-Bernd Nolden
Redakt. & digit.  Bearbeitung: Matschkowski