Guter Nachbar INEOS
Zweites Nachbarschaftstreffen am 23. März 2019
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Kölner Norden
Gute Nachbarschaft ist seit mehr als sechs Jahrzehnten Tradition für das Verhältnis zwischen der chemischen Industrie und Worringen. INEOS als Nachfolge-Unternehmen der EC, BP und Innovene Köln als ein sehr beliebter Arbeitgeber für viele Worringer Bürgerinnen und Bürger legt nach eigenem Bekunden auch darauf viel Wert. Da lag es nahe, sich gelegentlich zu einem Gedankenaustausch zu treffen und über einiges zu sprechen, was zur weiteren Verbesserung der gegenseitigen Verhältnisse führen könnte.
Man traf sich erneut im gastlichen Golf-Clubhaus der Ford-Golfer in Worringen. Nach dem ersten, ausführlichen Gedankenaustausch im Mai 2018 zwischen den Bürgervereinen aus Roggendorf/Thenhoven und Worringen sowie einigen Bürgerinnen und Bürgern mit Dr. Axel Göhrt (Geschäftsführer Produktion und Technik) und Andreas Hain (Leiter Ereigniskommunikation und Nachbarschaftsdialog) konnte man in den folgenden Monaten erfreut feststellen: Hier haben sich Akteure gefunden, die auf Augenhöhe ihre Sicht der Dinge vertreten und ernst nehmen. Denn es wurde nicht nur gesprochen – es folgten Konsequenzen mit für alle positiven Ergebnissen. Bei dem Folgegespräch im gleichen Kreis am 23. März 2019 konnte man das sowohl anhand des Vortrages von Andreas Hain festhalten, als auch durch die Erfahrungen in Worringen im vergangenen Jahr bestätigen: Die Situation hat sich ganz deutlich entspannt und positiv verändert.


Objektiv gesehen veränderte sich in erster Linie die Häufigkeit der als Belästigung empfundenen Emissionen aus Richtung des INEOS

Werksgeländes bei Betriebsstörungen und anderen Ereignissen mit ihren unüberhörbaren und unübersehbaren Auswirkungen.
Warum das so ist, wurde Andreas Hain gefragt In erster Linie hat man gewisse Arbeitsabläufe in der Produktion verändert, was zu einer wesentlichen Verringerung der Lärmbelästigung durch zerbrochene Berstscheiben führte. Darüber hinaus wurde die Nachbarschafts-Kommunikation erheblich verbessert durch Informationen seitens der INEOS Verantwortlichen bei geplanten Ereignissen mit Auswirkungen auf die Umwelt. Die Zeit der Fragezeichen bei den Anwohnern in solchen Fällen ist damit Vergangenheit. Eine Wiederholung der mangelhaften Informationen über unliebsame Vorfälle soll es nicht mehr geben: Es knallt, und „draußen“ weiß niemand Bescheid.., der nächtliche Himmel ist weithin bis Krefeld wegen einer Hochfackel erleuchtet, und es fehlt in Worringen an einer befriedigenden Information, warum?

Dass solche Dinge tatsächlich Vergangenheit sind, konnte man der Aufzählung verschiedenster Aktivitäten und Maßnahmen seit Mai 2018 entnehmen, die durch Dr. Axel Göhrt und Andreas Hain erläutert wurden. Es ergab sich ein eindrucksvolles Bild von der Ernsthaftigkeit, mit der man sich bei INEOS seit einem Jahr um den Aufbau guter Beziehungen zur „Nachbarschaft“ im engen und weiteren Sinne kümmerte und sie pflegt. Dazu gehören auch wichtige Institutionen aus Politik, Gesellschaft und Vereine. Das Chemie-Unternehmen INEOS will offensichtlich in d

er Region und darüber hinaus als Unternehmen wahrgenommen werden, das sich seiner gesellschaftlichen Verpflichtung stellt. Dazu gehört in besonderem Maße der Umweltschutz. Alle in der Nachbarschaft des großen INEOS-Werkes lebenden Menschen wollen, dass die Umwelt für sich, ihre Kinder und Kindeskinder bedingungslos als lebenswert erhalten bleibt. Das zu gewährleisten, ist die Aufgabe aller, die natürliche Ressourcen (wie Luft, Wasser etc.) nutzen, um ihre Produktionsanlagen zu betreiben.

Ein wichtiges Teilgebiet des Umweltschutzes ist die aufgeworfene Frage nach Recycling-Maßnahmen bei INEOS, der man sich beim nächsten Nachbarschaftsgespräch stellen will.

Breiten Raum nahmen bei diesem Gespräch die Aktivitäten hinsichtlich der geplanten Zukunfts-Investitionen von INEOS ein.

  • INEOS wird den eigenen Energiebedarf ab 2021 mit dem neugebauten Gas-und Dampfkraftwerk unterstützen, dessen Inbetriebnahme/Fertigstellung in 2021 erfolgen wird. Dabei geht es vorwiegend um die Dampferzeugung.
  • Das Projekt Südanbindung mit Verlegung der Straßenführung wird noch im März 2019 fertiggestellt. Die neue Straßenführung wurde durch einen Schwenk der alten Straßenführung in Richtung Bahngleise geschaffen. Der Schwenk beginnt am Kreisverkehr Worringer Landstraße, führt in nördlicher Richtung bis an die Abzweigung, die über die schrankenbewehrte Gleisquerung zur Hackenbroicher Straße nach Worringen führt.
    Das Projekt wurde von INEOS vorfinanziert, steht aber in der Verantwortung der Stadt Köln. Ob diese neue Verkehrsführung mit ihrer veränderten Vorfahrtregelung funktionieren wird, bleibt abzuwarten.
    Hinweis: Man sollte die neue Verkehrsführung als Verkehrsteilnehmer beobachten und ggf. Rückmeldung an die Stadt Köln geben.
    An eine Nutzungs-Veränderung der weiterführenden „Holperstrecke“ in Richtung Dormagen (Parallelweg) ist z.Zt. nicht gedacht.
  • Projekt Tankerbrücke (Jetty): Soll Ende 2019 fertig sein und in Betrieb genommen werden. Hintergrund: Verladung von benötigten Produktionsmitteln und im Werk produzierten Produkten.
  • Durchführung einer Projektstudie zur Halbierung der Lärmimmission aus den Produktionsanlagen. Dazu soll auch eine Lärmschutzwand (LSW) ca. drei Meter hinter der vorhandenen Werksmauer zum Werksgelände hin errichtet werden und die südliche Werksmauer ersetzen. Die Höhe der LSW wird etwa in Hohe der heutigen Baumwipfel liegen (ca. 10 Meter). Die LSW dient ausschließlich der Lärmreduzierung und ist eine von 70 Maßnahmen, die in den nächsten Jahren mit demselben Ziel umgesetzt werden. Baubeginn wird 2020 sein, Fertigstellung wegen der vorgefertigten Bauelemente voraussichtlich bereits in 2021.
    Neben dem Schallminderungskonzept wird die kontinuierliche Schallüberwachung modernisiert. Dazu befinden sich bereits drei neue Messstationen entlang der südlichen Werksflanke im Bau. Die alte Messstation (Alte Straße 164) wird im Laufe des Jahres stillgelegt.
    Zur gezielten Messung bei Nachbarschafts-Beschwerden werden zwei mobile Messeinrichtungen angeschafft. Sie können über einen längeren Zeitraum Messungen vornehmen und sind auch kombinierbar mit Tonaufnahmen zur besseren Identifizierung von Einzelquellen.
    An der neuen Tankerbrücke erfolgt die Schallüberwachung „online“. Dabei wird die Schallemission während der Verladung überwacht und ggf. durch Anpassung der Verladeleistung begrenzt.
    In Zusammenarbeit mit den Reedereien wird eine Initiative Lärmminderung gestartet mit dem Ziel, Schallminderungsmaßnahmen an den Tankschiffen zu erreichen. Erste Gespräche haben stattgefunden.
  • Mit dem Projekt Abwasserreinigung wird eine neue Technologie eingesetzt, die auch weniger Geruchsbelästigung mit sich bringt. Dieses Projekt ist derzeit aus dem Labormaßstab herausgekommen und befindet sich jetzt im Technikum-Maßstab mit Spezialmembranen, die sehr gute Ergebnisse bringen. Diese neue Technologie der Abwasserreinigung soll in drei bis fünf Jahren realisiert sein.

Ein bedeutender Faktor ist auch die Vernetzung der INEOS mit anderen Chemie-Unternehmen in Köln. Das wurde beim Eingangs-Vortrag von Daniel Wauben, Geschäftsführer der ChemCologne e.V. deutlich. INEOS arbeitet eng mit ChemCologne und dem Netzwerk der chemischen Industrie im Rheinland zusammen. Gemeinsam mit einer Vielzahl von Chemie-Unternehmen und Institutionen der Region hat man das Ziel, die

Attraktivität und die Wettbewerbsfähigkeit der Chemie-Region Rheinland weiter zu entwickeln und sie bei in- und ausländischen Investoren noch bekannter zu machen.  Bei regelmäßigen Treffen mit den Mitgliedsfirmen wird u.a. über Grundsätze der Kommunikation, Marketing-Aspekte, über die Industrieakzeptanzinitiative (!) und über das gemeinsame Verständnis der Chemie-Unternehmen untereinander diskutiert. Denn – so Daniel Wauben – es sei wichtig, nicht nur Unternehmensintern zu kommunizieren, sondern auch darüber hinaus.

Eine weitere Möglichkeit zur direkten, ungefilterten Diskussion zwischen der INEOS und ihren Nachbarn ist geplant durch das Angebot, bei Bedarf auch im Bürgerbüro Worringen an den Sprechzeiten zur Verfügung zu stehen. Andreas Hain wird das mit in sein Paket „Nachbarschafts-Dialog“ aufnehmen. Entsprechende Informationen dazu erfolgen zeitnah zu den noch zu vereinbarenden Terminen.

Fazit: Die Gäste, die an dem zweiten Nachbarschafts-Gespräch mit den beiden Entscheidungsträgern Dr. Axel Göhrt und Andreas Hain von INEOS teilgenommen haben, nahmen auch von diesem Nachbarschaftstreffen wieder diverse Botschaften mit, die aus den vergangenen Monaten resultieren, die aber auch in die Zukunft gerichtet sind.

Eine ganz wichtige Botschaft: Der konstruktive Dialog mit INEOS wird weitergehen.


WorringenPur.de/28.03.2019
Bericht & Fotos: Hans-Bernd Nolden
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski