Katastrophale Pandemie-Organisation
Nach 1 Jahr noch immer keine Aussicht auf schnelle Besserung
Ärzte warten auf Startschuss für Impfungen
Regionale Apotheken können nicht testen
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Kölner Norden

Impfzentrum Köln

Impfzentrum Köln

Seit über ein Jahr tritt die Welt und vor allem Deutschland auf der Stelle, wenn es um die Bekämpfung der Covid-19-Pandemie geht. Trotz rasant schnell entwickelter Impfstoffe, einer davon unter deutscher Beteiligung, ist weder die EU und erst recht nicht Deutschland fähig die Lage der BürgerInnen schnellstmöglich zu verbessern. Andere Länder machen es uns vor: testen, testen, testen – impfen, impfen, impfen! Auch in Deutschland könnten Schnelltests (= z. B. kostenlose Bürgertests 1 x die Woche) oder die verlässlicheren PCR-Tests Abhilfe schaffen, wenn zumindest die Schnelltests ausreichend vorrätig wären. Das ist problematisch vor allem für derzeit geöffnete Schulen und Kitas oder z. B. für den Besuch beim Friseur, im Zoo oder im Museum. Ein negatives Testergebnis, nicht älter als 24-Stunden ist derzeit Voraussetzung für den Einlass.




Die Apotheken

Ein weiteres Problem: Die Apotheken im Raum Worringen, Roggendorf/Thenhoven, Blumenberg können nach Recherche der Redaktion WorringenPur derzeit keine Schnelltests durchführen. Der Grund: fehlende Räumlichkeiten oder Personal. Eine Apotheke bemängelte sogar, dass die Schnelltests derzeit im Einkauf viel zu teuer seien.

Hierzu Frau Falke-Regel von der Worringer Apotheke: „Ich hatte eigentlich erwartet, dass sich von Seiten des Bezirks-Bürgermeisters

v.li. PTA Frau Gronimus, daneben Apothekerin Frau Kleipaß

v.li. Frau Falke-Regel, Apothekerin, PTA Frau König

dementsprechend etwas tut, so kenne ich es z. B. aus Rheinland-Pfalz, wo eine Freundin eine Apotheke betreibt. Dort gab es ein Zoom-Meeting mit Ärzten und Apothekern vor Ort und es wurde besprochen, wie die Bevölkerung am besten getestet werden kann. Die Ärzte und Apotheken haben sich dann bereit erklärt, jeweils mit Personal beim Testen zu helfen. Die Räumlichkeiten wurden dann vom jeweiligen Ort, z. B. Vereinshaus, zur Verfügung gestellt. Hier kam aber diesbezüglich keinerlei Anfrage.“ Eine Stellungnahme des Bezirksbürgermeisters lag bei Redaktionsschluss nicht vor.
Frau Falke-Regel hat sich mittlerweile mit zwei Teams ihrer Apotheke für Hilfestellung beim Impfzentrum Köln angemeldet, um dort vor Ort die Impfstoffe zu rekonstituieren und in Spritzen abzufüllen. Am Montag war eines der Teams, das immer aus einem Apotheker und einer PTA

besteht, wieder dort tätig. 4700 Impfdosen konnten verimpft werden.
Auch sonst organisiert sie schon im Vorfeld: Der Pharmazeutische Großhandel (GH) beliefert die Apotheken mehrmals am Tag, somit ist gewährleistet, dass der Impfstoff immer zeitnah zu den Ärzten gelangt. „Je nach Impfstoff muss ja entsprechende Kühlung aufrecht erhalten werden. Dementsprechend habe ich einen neuen Kühlschrank bestellt, damit evtl. auch Biontech Impfstoff kurzfristig gelagert werden kann.“ Auch von der Arztpraxis Dr. Bruder weiß WorringenPur, dass ein Kühlschrank bereits angeschafft wurde, um später Impfdosen kühlen und verabreichen zu können.
„Wenn genug Impfstoff da ist, könnte ich mir das auch in einem Bürgerzentrum vorstellen, wo die Apotheken beim Aufziehen der Spritzen helfen und die Ärzte impfen. Aber ob das in Deutschland so kommt, weiß ich nicht, so läuft das jedenfalls in Amerika ab. Außerdem gibt es ja nun vermehrt Schnelltests zu kaufen, auch bei Discountern. Auch wir haben gerade welche bekommen, die aber auch rege von den Kunden angefragt werden. Es kommt aber immer wieder Nachschub, so dass sich bald auch jeder Bürger selbst testen kann“, so Apothekerin Falke-Regel abschließend.

Kontakt Worringer Apotheke:
Tel.: 0221 / 782122
info@worringer-apotheke.de



Die Ärzte

Während die Apotheken vor Ort vorerst nicht impfen dürfen, stehen die Hausärzte dafür überwiegend in den Startlöchern. Teilweise wurden auch hier schon Kühlschränke für Impfdosen angeschafft. Die Impfstoffe werden kommen, nur wann und welcher ist die Frage. Und noch wichtiger: wann wird ausreichend Impfstoff für alle zur Verfügung stehen?

Und was ist mit Testen? Im allgemeinen führen Ärzte -entgegen privater Testzentren- Tests nur aus medizinischen Gründen, also bei Symptomen durch. Eine kleine „Umfrage zum Testen/Impfen“ in der wir die regionalen Ärzte zu möglichen Coronatests befragten, ergab folgendes:

Gemeinschaftspraxis Dr. Förster und Dr. Runkel:
Durchführung eines Schnelltests? Zurzeit nein!
Durchführung eines PCR-Tests?
J
a, aber nur bei Symptomen und nur für Patienten!
Impfen in der Praxis geplant? Ja!

Arztpraxis Dr. Bruder:
Durchführung eines Schnelltests? Zurzeit nein!
Durchführung eines PCR-Tests? Zurzeit nein!
Impfen in der Praxis geplant? Ja!

Kinderärzte Dr. Treidel und Dr. Wilmes:
Durchführung eines Schnelltests? Zurzeit ja, aber nur für die Patienten (Kinder) und ggfs. deren Eltern, nur bei augenscheinlich Gesunden. Sollte der Schnelltest bei Kindern positiv ausfallen oder zeigen diese Symptome, wird (zusätzlich) ein PCR-Test veranlasst. Impfungen werden vorerst nicht durchgeführt.

Arztpraxis Dr. Rezi: Tel. nicht erreichbar, Befragung nicht möglich
Arztpraxis Dr. Vahabi: Tel. nicht erreichbar, Befragung nicht möglich



Die bekanntesten Coronatests:
1) Bürgertests (Schnelltests/Antigentest) sind 1 x pro Woche für jeden Bürger möglich. Er ist, ebenso wie der PCR-Test, für Bürger kostenlos. Der Schnelltest weist die Antikörper nach, Ergebnis liegt nach 15 -20 Min. vor. Wird derzeit z. B. in zertifizierten Testzentren (z.B. in Worringen) durchgeführt. Darf nur von geschultem Personal durchgeführt werden.
2) Der PCR-Test ist der bei Ärzten bewährteste Test, er weist das Virus am besten nach, Ergebnis liegt nach 12-48 Std. vor. Wird derzeit von Ärzten durchgeführt.
3) Seit kurzem zusätzlich erhältlich: Selbsttests (Schnelltests) beim Discounter. Z. B. bei Aldi, Netto & Co und in Apotheken. Kostenübernahme durch den/die Bürger.


Private Testzentren als Alternative?!
Wer keine Ärzte oder Apotheker findet, die Schnelltests durchführen, kann einen Termin bei privaten branchenfremden Anbietern buchen. Diese sind durch Schulungen zertifiziert und führen Tests auch ohne medizinischen Grund/Symptome durch. In Worringen ist dies das neue „Worringer Testzentrum“ von medicare auf der St. Tönnisstr. 47. Dort können Interessierte zuerst online auf der Webseite oder per Tel. einen Termin vereinbaren. Anschließend gehen sie ins Testzentrum, bekommen einen Abstrich und erhalten das Ergebnis bereits nach 15 Minuten mit einem individuellen QR-Code. Kunden, die kein Handy oder Ähnliches besitzen, bekommen das Ergebnis auf Wunsch vor Ort.
Beim PCR-Test soll es aktuell 24-36 Stunden dauern, bis das Ergebnis kommt. Allerdings war der PCR-Test (der nach Aussage des Betreibers von einem Arzt durchgeführt werden soll) zum Zeitpunkt unserer Recherche noch nicht buchbar, sondern nur in Planung.

Kontaktdaten:
Webseite: https://www.covid-testzentrum.de/koeln-worringen
E-Mail: worringen@covid-testzentrum.de
Tel. 0162-8974988

Weitere beauftragte Teststellen in Köln: hier

Entwicklung der Fallzahlen in Köln: hier!


Dormagen besser organisiert?
In Dormagen soll es neben einigen testenden Apotheken auch mindestens zwei private größere Testzentren geben. Z. B. das Testzentrum im Horremer Bürgerhaus, das auch mit einer Apotheke zusammen arbeitet. Für den Test in Horrem ist es erforderlich, zuvor online einen Termin unter www.dormagen-coronatest.de zu vereinbaren. Bürger, die über keinen Internetzugang verfügen, können auch hier telefonisch über 02133-257-805 einen Termin vereinbaren.


Anmerkung der Redaktion WorringenPur.de:
Die hier zur Verfügung gestellten Informationen basieren auf dem Stand vom 23.03.2021 und sind ohne Gewähr.


WorringenPur.de/25.03.2021
Bericht: Heike Matschkowski
Fotos: Heike Matschkowski & privat
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski