Nachdem vermehrt Beschwerden über die Einzäunung der Rheinaue Worringen/Langel eingegangen sind, veröffentlicht die Redaktion WorringenPur nun nochmals einen Bericht des Bürgervereins, der sich dieses Themas bereits vor der Einzäunung angenommen hatte. Außerdem der aktuelle Hinweis der Redaktion WorringenPur, dass hierzu eine Infoveranstaltung am 07.05.2019, 18.00 Uhr im Vereinshaus Worringen stattfindet!




informiert:
Einzäunung der Rheinaue
Pflege und Entwicklungsplan sieht Beweidungskonzept am Rhein vor

Wie die Worringer Nachrichten in einer früheren Ausgabe berichteten, planen Naturschützer seit längerem den freien Zugang zum Rhein durch Einzäunungsmaßnahmen einzuschränken. Die Umsetzung der Planung scheint voran zu schreiten, auch wenn noch nicht genau bekannt ist, wo genau die Einzäunung entstehen soll und welche Tiere zur Beweidung vorgesehen sind.  Die leider immer wieder auftretende Missachtung des Landschaftsschutzgebietes durch rücksichtslose Vermüller und Hundebesitzer, die die Anleinpflicht missachten und ihre Hunde Vögel und Wild jagen lassen, wird dazu führen, dass allen „Anrheinern“ der Zugang zu ihrem Fluss verwehrt wird. Außerdem soll die Saisonbeweidung in der Worringer Rheinaue als Ausgleichsmaßnahme für die Erweiterung der Leverkusener Brücke dienen. Deshalb  hat ausgerechnet  „ Straßen  NRW `` die Federführung des Projekts übernommen.

Das Beweidungskonzept ist Kernstück des Pflege- und Entwicklungsplans (PEPL) 2014. Es sieht vor, dass Tiere, die sich für die Landschaftspflege eignen, weitgehend selbständig ganzjährig oder saisonal auf größeren Weideflächen leben. Es handelt sich dabei um eine sogenannte extensive Beweidung, bei der nur wenige Tiere auf einer Fläche grasen. Diese Art der Beweidung ist schonend für die Pflanzen- und Tierwelt und daher in einem Naturschutzgebiet besonders geeignet und dämmt Störungen durch unerlaubte Freizeitnutzungen ein. Die Fauna wird weniger gestört. Die Vegetation des Grünlandes wird durch eine Beweidung dauerhaft und regelmäßig gepflegt.  Als Weidetiere kommen beispielsweise Robustrassen von Rindern und Pferden (z. B. Heckrinder, Koniks) in Betracht.

Nachdem sich eine Arbeitsgruppe von vier ortsnahen Landwirten vergeblich um die Beauftragung beworben hatte, bekam nun ein Externer den Zuschlag  und es sollen nur wenige Rinder dort grasen. Allerdings müssen diese paradoxerweise mit Heu zugefüttert werden. Überdies muss der Betreiber bei jedem Hochwasser, das die Flächen betrifft, zumindest die quer zur Flussrichtung stehenden Zäune entfernen!

Der Bürgerverein sieht diese Maßnahmen trotz allen Verständnisses für den Naturschutz kritisch und hat schon Bedenken angemeldet. Die Maßnahme wäre eine Kollektivbestrafung, die durch schärfere Kontrolle durch das Ordnungsamt vermieden werden könnte, und sie trifft alle Bürger. Wir Worringer müssen die Rheinaue und das Rheinufer weiterhin als Naherholung nutzen können.


WorringenPur.de/18.04.2019
Bericht: Bürgerverein Worringen
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski