LKW-Maut und Tempo 30 für B9?
Anwohner enorm belastet durch Schwerlast- und Pkw-Verkehr

Worringen
Seit Jahren gibt es massive Anwohnerbeschwerden zum Zustand der B9 (Neusser Landstraße) vor allem im Bereich des Ortseingangs, von Dormagen kommend, bis zur Abzweigung „Alte Neusser Landstraße“ und der damit verbundenen Lärmbelästigung. Hinzu kommen Erschütterungen -hervorgerufen durch LKWs und PKWs- teilweise wackeln die Tassen im Schrank, berichten Betroffene. Viele der Häuserfronten stehen unmittelbar an der Bundesstraße und bekommen so jede Erschütterung mit.

„Die Einhaltung der derzeit zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h  sollte schnellstmöglich regelmäßig kontrolliert werden, da erhebliche Geschwindigkeitsübertretungen an der Tagesordnung sind. Außerdem sollte in diesem Streckenabschnitt die zulässige

Gerhard Wolff an der Neusser Landstr. (B9)

Neusser Landstr. (B9) Ecke Alte Neusser Landstraße Richtung DOR

Alte Neusser Landstr. Richtung Neusser Landstr. (B9) Richtung Römerstraße

Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h begrenzt werden“, fordert Gerhard Wolff von der SPD Fraktion Bezirk Chorweiler.

Den Grund für die vielen Erschütterungen und Lärmbelästigungen sieht Wolff zum einen darin, dass der Schwerlastverkehr durch LKWs zugenommen hat. Zum anderen rufen die extremen Fahrbahnunebenheiten stärkere Erschütterungen hervor. So berichten Anwohner, dass ein kleines Erdbeben regelmäßig die Wohnräume erschüttert, wenn man eigentlich zur Ruhe kommen möchte (am Wochenende, in den Abend- und Nachtstunden). Gläser und Teller vibrieren, wenn LKWs über die B9 brettern oder schlimmer noch durch ein Schlagloch fahren.

„In einem weiteren Schritt soll die Lärmbelästigung im Verlauf der B9 bis Einmündung „Alte Römerstraße“ geprüft werden. Die dort betroffenen Anwohner wohnen nicht direkt an der Straße. Hier ist eine Reduzierung von 70 km/h auf 50 km/h denkbar“, führt Wolff aus. Er verweist in diesem Zusammenhang auf den Worringer Bürgerverein, der Ergebnisse von Lärm- und Geschwindigkeitsmessungen bereits der Polizei bzw. dem Ordnungs- und Verkehrsdienst der Stadt Köln zur Verfügung gestellt hat.

Grundsätzlich sei zu überlegen, inwieweit es möglich ist, die B9 vom LKW-Verkehr zu entlasten. Der Schwerlastverkehr zwischen den Häfen Köln-Niehl, Dormagen (Stürzelberg) und Neuss habe in den letzten Jahren dermaßen zugenommen, dass die Erhebung einer LKW-Maut auf der B9, auch zur Vermeidung von „mautsparendem“ Schleichverkehr, parallel zur A57, nicht nur im Sinne der Anwohner berechtigt ist.

Aus den genannten Gründen wird die SPD-Fraktion im Stadtbezirk Chorweiler voraussichtlich im März zwei Anträge in die Bezirksvertretung einbringen.


WorringenPur.de/22.02.2021
Bericht & Fotos: Heike Matschkowski
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski