Kölner Norden Pilotprojekt: Frauenschwimmen im Chorweilerbad
Ab 19. September jeden Samstag von 15 bis 17 Uhr

Ab Samstag, 19. September 2026, gibt es im Chorweilerbad ein neues Angebot: Von 15 bis 17 Uhr findet künftig jeden Samstag ein Frauenschwimmen statt. Das Angebot ist zunächst als Pilotprojekt angelegt und richtet sich an alle Frauen, die aus persönlichen, kulturellen oder anderen Gründen gerne in einem geschützten Rahmen und unter sich schwimmen möchten.
Das Frauenschwimmen im Chorweilerbad ist eine Ergänzung des bereits bestehenden Frauenschwimmens im Genovevabad und entstand aus dem Engagement von Frauen und Bürger:innen.. Beide Angebote finden nach denselben Regeln statt. So dürfen beispielsweise Mütter ihre Söhne bis zum Alter von sechs Jahren mitbringen. Das Angebot im Chorweilerbad schafft damit eine zusätzliche Möglichkeit für Frauen, die bislang nicht oder nur selten schwimmen gehen.


Aus einem Wunsch im Stadtteil wird ein konkretes Angebot
Frauen in Chorweiler wünschen sich Zeiten im Schwimmbad, die nur für Frauen reserviert sind. Das ist eines der Ergebnisse eines Bürgerbeteiligungsprozesses im Stadtbezirk Chorweiler, den die Bürgerplattform „STARK! im Kölner Norden“ im Rahmen des von der Deutschen F


Initiatorinnen und Unterstützer des Frauenschwimmens im Chorweilerbad

ernsehlotterie geförderten Projekts „Partizipation und Teilhabe im Kölner Norden“ vor gut zwei Jahren gestartet hat.
Gemeinsam mit Frauen aus dem Stadtteil wurde zunächst ermittelt, ob und in welchem Umfang Interesse an einem solchen Angebot besteht. Dazu wurden viele Gespräche geführt und Umfragen durchgeführt, an denen sich insgesamt rund 800 Menschen beteiligten. Marita Heider, Mitglied der Bürgerplattform Stark! Im Kölner Norden erklärt: „Damit war für uns klar, dass das nicht der Wunsch einiger weniger Frauen ist, sondern dass wir hier einen konkreten und nachweisbaren Bedarf haben.“
Anschließend trat das Kampagnenteam des Projektes mit dem Anliegen an die KölnBäder heran. Gemeinsam wurde geprüft, wie sich ein regelmäßiges Frauenschwimmen in den laufenden Betrieb des Chorweilerbads integrieren lässt. Bei Besichtigungen vor Ort wurden die Gegebenheiten betrachtet, notwendige Veränderungen identifiziert und gemeinsam Lösungen entwickelt.
Auch bei der Finanzierung von neuen Vorhangsystemen als Sichtschutz wurde gemeinsam angepackt. Es wurde ein Spendenprojekt auf der Plattform „HiermitHerz“ der Sparkasse KölnBonn initiiert, bei dem das Ziel von 10.000 Euro in kurzer Zeit erreicht wurde. Finanziell unterstützt wird das Frauenschwimmen zudem von der SELHA Warenhandels GmbH, die in der Region die Şok Supermarkt-Läden betreiben.
„Dass wir heute so weit sind, ist vor allem dem langen Atem und dem Engagement der beteiligten Frauen sowie der sehr guten Zusammenarbeit mit den KölnBädern zu verdanken,“ sagt Merve Sahin-Yilmaz von Organizing Germany, die das Projekt.

„Partizipation und Teilhabe im Kölner Norden“ von Beginn an als Community Organizerin begleitet.
Die KölnBäder waren von dem Engagement und der Hartnäckigkeit sehr angetan. „Für uns war entscheidend, den Wunsch aus dem Stadtteil ernst zu nehmen und gemeinsam zu schauen, wie sich ein solches Angebot in den regulären Badebetrieb integrieren lässt. Dazu gehört, die örtlichen Gegebenheiten genau anzuschauen, Abläufe anzupassen und gemeinsam praktikable Lösungen zu finden. Genau das ist hier gelungen“, erklärt Marc Riemann, Leiter Bäderbetriebsmanagement bei den KölnBädern. „Wir haben auch den Bäderbeirat in die Überlegungen einbezogen und nur positives Feedback bekommen.“

Raum für Frauen, die sonst nicht schwimmen gehen
Das Frauenschwimmen ist ausdrücklich ein interkulturelles und religionsunabhängiges Angebot. Es geht nicht darum, Menschen auszuschließen, sondern darum, Frauen einen Raum zu geben, in dem sie sich beim Schwimmen wohlfühlen und unbeschwert Sport treiben können. „Das Frauenschwimmen ist für mich nicht nur ein neues Angebot im Chorweilerbad. Es ist zugleich ein Beispiel dafür, wie aus Beteiligung und gemeinsamer Organisation konkrete Veränderungen im Stadtteil entstehen“, sagt Sultan Kulak, die von Anfang an die Kampagne wesentlich mitgestaltet hat. Als Ärztin liegt ihr ein weiterer Aspekt am Herzen: „Manche Frauen gehen heute gar nicht schwimmen oder fahren sehr weit, weil sie sich in gemischten Schwimmzeiten nicht wohlfühlen. Dabei ist Bewegung so wichtig für die Gesundheit.“
Claudia Heckmann, Geschäftsführerin der KölnBäder GmbH, begrüßt das neue Angebot: „Wir wollen möglichst vielen Menschen den Zugang zu unseren Bädern ermöglichen. Dazu gehört auch, unterschiedliche Bedürfnisse ernst zu nehmen und gemeinsam mit den Menschen vor Ort nach Lösungen zu suchen. Beim Frauenschwimmen im Chorweilerbad ist genau das passiert: Ein Wunsch aus dem Stadtteil wurde gemeinsam konkretisiert und in unseren Badebetrieb integriert.“
Das Frauenschwimmen steht allen Frauen offen – unabhängig von Religion, Herkunft oder kulturellem Hintergrund. Für den Besuch zahlen die Besucherinnen den regulären Eintrittspreis. Die KölnBäder empfehlen die digitale Vorteilskarte, mit der Besucherinnen von vergünstigten Eintrittspreisen profitieren können. Derzeit sind zudem Schwimmkurse geplant. Die KölnBäder suchen dafür noch selbstständige Kursleiterinnen, die Schwimmkurse während des Frauenschwimmens anbieten. Interessentinnen mit Rettungsschwimmer Silber können sich bei den KölnBädern melden.
Für die Sicherheit im Wasser sorgt eine weibliche Wasseraufsicht. Dabei unterstützen die KölnBäder Kolleginnen der Vereine Telekom-Post SV Köln 1925 e. V. und die SG Worringen e.V., die gemeinsam mit den KölnBädern die Wasseraufsicht während des Frauenschwimmens übernehmen.


WorringenPur.de/07.09.2026
Bericht/Foto: Judith Jussenhofen (KölnBäder)
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski