Anlässlich der Stadtratwahl am 30. August:
WorringenPur fragt nach – Stadtratkandidaten antworten
Teil 3: Birgitta Nesseler-Komp von der CDU

Anlässlich der Kandidatur für den Kölner Stadtrat baten wir diverse Kandidaten
um Beantwortung von
10 Fragen, deren zugehörige Antworten nun veröffentlicht werden.

    Birgitta Nesseler-Komp



    Name: Birgitta Nesseler-Komp
    Jahrgang: 1963
    erlernter Beruf/derzeit ausgeführter Beruf: Diplom-Betriebswirtin
    Familienstand: verheiratet
    Kinder: 2
    Wohnort: Köln-Worringen
    Bezug zum Kölner Norden: ich lebe und arbeite hier

    Kandidatin der Partei: CDU






  1. Als gewählte Stadträtin erhalten Sie nach unserem Wissen mtl. 417,00 Euro brutto Aufwandsentschädigung plus 17,50 Euro je besuchter Fraktionssitzung (findet 1 x wöchentlich statt), Ausschuss-Sitzung (findet 10 x jährlich statt), Arbeitskreissitzung (findet 10 x wöchentlich statt), wobei insgesamt max. 2 Sitzungen täglich wahrgenommen werden dürfen. Außerdem werden Gelder gezahlt für die Teilnahme an Aufsichtsratssitzungen (10 x jährlich). (Bitte korrigieren Sie, falls diese Angaben nicht stimmen sollten!). Warum sollte der Wähler mit seiner Stimme Ihnen ein solches Zusatzeinkommen ermöglichen?
    Meine Intention mich zu engagieren ist, den Kölner Norden nach vorne zu bringen und in meinem Wahlkreis die verschiedenen Interessen der einzelnen Dörfer zu vertreten. Die meisten Entscheidungen werden im Stadtrat gefällt. Deshalb möchte ich dort meinen Beitrag leisten.
    Die Aufwandsentschädigungen interessieren mich dabei am allerwenigsten. Damit habe ich mich überhaupt nicht auseinandergesetzt.
    Ich werde nur in so vielen Ausschüssen mitarbeiten, wie ich zeitlich in der Lage sein werde, die Arbeit ordentlich zu erledigen. Aufsichtsratposten werde ich so wenige wie möglich bekleiden. Hier teile ich die Ansicht unseres Oberbürgermeisterkandidaten Peter Kurth voll und ganz. Sollte eine solche Aufgabe auf mich zukommen, bin ich aufgrund meiner beruflichen Qualifikation absolut in der Lage einen Aufsichtsratposten angemessen auszuüben.
    Eines ist jedoch Fakt: Im Vergleich zu anderen vergleichbaren Großstädten ist die Aufwandsentschädigung für Ratsmitglieder in Köln als gering einzustufen. Generell halte ich Aufwandentschädigungen für absolut o.k.
     
  2. Wieviel Zeit –möglicherweise auch außerhalb der normalen Arbeitszeiten- denken Sie, müssen Sie als Stadträtin einplanen, um die Interessen der Bürger in allem Umfang vertreten zu können?  (gemeint ist hiermit auch der Aufwand privater Zeit bzw. die Präsenz auf Veranstaltungen oder „Hilferufe von Bürgern“).
    Ca. 20 Std. in der Woche, manchmal auch mehr. Allein die Ratssitzungen können 8 und mehr Stunden in Anspruch nehmen.
     
  3. Als Mitglied des Kölner Stadtrats werden Sie wahrscheinlich auch in Ausschüssen des Stadtrats und in Aufsichtsräten oder Arbeitskreisen tätig sein. In welche Ausschüsse, Aufsichtsräte o. ä. möchten Sie – und warum?
    Aufsichtsräte s.o.
    In Frage kämen bei mir die Ausschüsse Schule u. Weiterbildung, Kultur, Jugendhilfe, Stadtentwicklung. Genauso kann ich mir aber auch die Arbeit in anderen Ausschüssen vorstellen.
    Über mein genaues Einsatzgebiet entscheiden wir in der Fraktion nach der Wahl ganz in Ruhe.
     
  4. Welche Qualifikation bzw. Kompetenzen können Sie in den Stadtrat einbringen?
    Ich habe einen Studiengang (BWL) abgeschlossen, in dem ich mir ein breit gefächertes Fachwissen aneignen konnte. Ich bin in der Lage mich in verschiedenste komplexe Zusammenhänge einzuarbeiten, was mir die Arbeit in den verschiedensten politischen Gremien enorm erleichtert.
    Einblick in die Politik von BV und Rat haben mir 4 Jahre als Mitglied der Bezirksvertretung Chorweiler und die Mitarbeit in Arbeitskreis Schule und Weiterbildung gewährt.
    Ich bekleide eine Führungsposition in meiner Partei. Als Ortsvorsitzende und Mitglied im Parteivorstand bin ich in der Lage Mehrheiten zu organisieren aber auch mich durchzusetzen, was zwei ganz entscheidende Faktoren für die Arbeit im Stadtrat sein werden.
     
  5. Die Stadt Köln erhält vom Land NRW jährlich pro Einwohner pauschale Gelder, sogenannte Schlüsselzuweisungen. Bei ca. 14.000 Einwohnern allein in Worringen und Roggendorf/Thenhoven ergäben sich  daraus-bei angenommener Kopfpauschale von 800,00 Euro- über 11.000.000,00 Euro. (Bitte korrigieren Sie, falls diese Angaben nicht stimmen sollten!). Wie und wofür würden Sie das Geld verwenden? Nennen Sie konkrete Maßnahmen und Projekte im Kölner Norden.
    Die Landeszuschüsse werden nicht in die einzelnen Stadtteile verteilt, sondern gehen in den Gesamthaushalt der Stadt Köln ein.
    Könnte ich sie hier verteilen, hätte ich dazu folgende Vorschläge:

    a. Sanierung der sanitären Anlagen aller Schulen, Schaffung einer optimalen Lernatmosphäre, Ausstattung mit angemessenen Fachräumen und Lernmaterialien

    b. Optimierung der Jugendarbeit, unter Einbeziehung aller bestehenden Einrichtungen (Krebelshof) und Projekte. Echte Gewaltprävention und Freizeitalternativen für Jugendliche. Hierbei wären sowohl die Schulen, die Vereine, allen voran der Sportverein eine tragende Konstante. Beispiel: Fußball kicken für alle, auch ohne Vereinsmitgliedschaft, Basketball in der Halle bis spät in die Nacht für Jugendliche, freies Theater, Musikprojekte etc. Die Stadt trägt die laufenden Kosten, die Vereine werden gestützt. Sozialarbeiter und Streetworker hätten hier feste Plätze.

    c. Sichere und befahrbare  Straßen. Mehr vernünftig ausgebaute Radwege. Hier zu nennen mit oberster Priorität Bruchstraße/Blumenbergsweg und Alte Straße. Abgesenkte Gehwege und gefahrlose Überwege für Senioren, Behinderte und unsere Kinder. Sicherere Schulwege evtl. Schülerlotsen. Eindämmung des „Wildparkens“ durch mehr Kontrolle.

    d.  Sauberkeitsoffensive für Worringens und Roggendorf/Thenhovens Straßen und Plätze. Verschönerung der Ortsbilder durch grünes und blühendes.

    e. Förderung von innovativem Wohnraum
     
  6. Wenn Sie als Stadträtin eine/n Entscheidung/Beschluss der Vergangenheit rückgängig machen könnten, welche/r wäre dies?
    Ich würde alle die Entscheidungen rückgängig machen, die aus rein parteipolitischem Kalkül  getroffen wurden, und damit das Wohl unserer Bürger und unserer Heimatstadt Köln außer Acht gelassen haben. Genau deswegen werden nämlich ständig bereits getroffene Entscheidungen revidiert, es gibt dieses ewige hin und her und in der Konsequenz Stillstand. Das ärgert die Menschen zu Recht.
     
  7. Bezüglich Wohnraum gibt es angeblich Pläne, wonach weitere Sozialbauwohnräume hauptsächlich in den Kölner Norden –speziell nach Worringen nahe der Krebelsweide- angelegt werden sollen. Können Sie dies bestätigen? Und wenn ja, wie sollen diese Pläne aussehen? Wissen Sie, wie die Verteilung von Sozialbauwohnungen im Kölner Norden (Bezirk Chorweiler) im Vergleich zu anderen Stadtbezirken prozentual aussieht? Sind Sie der Meinung, dass –in Anbetracht des zunehmenden Vandalismus- der Kölner Norden weiteren Wohnraum dieser Art verträgt, ohne entsprechende Ausgleichsmaßnahmen und bedeutend mehr Beschäftigungsangebote für Jugendliche anzubieten?
    Über das Baugebiet an der Krebelsweide ist in Worringen hinreichend diskutiert worden. Aufgrund der massiven Intervention der Orts-CDU sind sowohl die Wohneinheiten als auch die Geschosshöhen reduziert worden. Somit ergibt sich ein verträgliches Bild.

    Mit der Ausdrucksweise „nahe der Krebelsweide“ meinen Sie sicherlich das alte Schwimmbadgelände, um dessen Verkauf sich die SG Worringen seit geraumer Zeit bemüht. Leider liegen hierzu bis dato, aufgrund der Blockadepolitik der SPD in den städtischen Ausschüssen, nur Absichtserklärungen von verschiedenen Seiten vor. Der Annahme, dass die Stadt Köln es schon schnell richten werde und die „SG rettet“, muss aufgrund der schwierigen Haushaltslage leider  widersprochen werden.

    Der Stadtbezirk Chorweiler stellt schon heute mit nahezu 30 % den größten Anteil des öffentlich geförderten Wohnraums innerhalb Kölns. Der Schrei nach Sozialwohnungen auf dem Gelände ist einfach aber einfallslos.

    Die Bevölkerung Worringens und Roggendorf-Thenhovens wird  bis 2025 zwischen 5 und 10 % sinken. Im Jahre 2025 wird jeder 5. Einwohner Kölns über 65 Jahre alt sein. In unseren ländlichen Gebieten  sogar mehr. Den sinkenden Geburtenzahlen steht die erhöhte Lebenserwartung entgegen. Hieraus ergeben sich aber auch geänderte Bedürfnisse, die das Wohnen in dieser Lebensphase betreffen. Viele Worringer würden sich im Alter gerne etwas kleiner setzen und trotzdem ihren Lebensabend in ihrer angestammten Umgebung verbringen. Nur fehlt der entsprechende Wohnraum. Innovative Ideen und ein neuer und erweiterter Markt für unterschiedliche Wohnformen und Wohnprojekte sind gefragt. Dieser Markt steht noch am Anfang seiner Entwicklung, aber er existiert. Warum sollten wir in Worringen hinten anstehen?
    Es müssen Investoren gewonnen werden, die den Bedarf für eine generationenübergreifende Architektur unterstützen. Somit könnte optimaler Lebensraum mit einer hohen Wohnqualität geschaffen werden. Solche Projekte verfügen über einen großzügigen Innenausbau, sind mit Aufzügen versehen und barrierefrei.
    Eine Förderung der öffentlichen Hand  kann auch bei solchen Projekten gegeben sein! Auch innerhalb Kölns gibt es hierfür schon Beispiele.
     
  8. Für welche Änderung im Kölner Norden setzen Sie sich mit oberster Priorität ein und warum?
    in Frage 5 habe ich meine Wünsche geäußert. Vieles hiervon ist in abgespeckter Form mit weniger Geld, aber mit viel Engagement aller auf den Weg zu bringen. Ich werde auf der politischen Ebene dafür kämpfen. Packen wir es gemeinsam an!
     
  9. Wie würde sich Ihr Leben ändern, wenn Sie nicht in den Rat der Stadt Köln gewählt werden würden?
    Es wird sich nichts ändern.
     
  10. Und was halten Sie in Bezug auf Ihr Wahlgebiet von dem Spruch „Viele Köche verderben den Brei“?
    Gemeinschaftliches Kochen macht mir große Freude. Man muss sich nur vorher einig sein, was man kochen möchte. Dann kann ein wunderbares Menu herauskommen, das seine besondere Würze durch die Vielfalt der eingebrachten Ideen erhält.

    WorringenPur bedankt sich bei Frau Birgitta Nesseler-Komp für die Beantwortung der gestellten Fragen.

WorringenPur.de/28.08.2009
Fragenstellung: Heike Matschkowski