Frauen fordern die Politik
11. Kölner Frauenparlament im Bezirksrathaus Chorweiler
Beschlüsse an Politische Vertreter übergeben
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Köln-Chorweiler/Bezirksrathaus
Anlässlich des Internationalen Frauentags fand zum 11. Mal das  Kölner Frauenparlament –erstmalig in Chorweiler- statt. Frauen aller Gesellschaftsschichten und Nationalitäten für die Politik zu gewinnen und ihnen erste  Erfahrungen mit politischer Arbeit und parlamentarischen Abläufen zu ermöglichen, sind die primären Ziele dieser Aktion.


v.li.: Maria Grote (Ausschuss „Lebensraum“), Dr. Marita Alami (Ausschuss „Armut/Soziales“), Bezirksvertreterin Lieselotte Heinrich (SPD), Bezirksbürgermeister Jürgen Kircher, Bezirksvertreterin Cornelie Wittsack-Junge (B'90/Grüne), Cornelia Spachtholz (Ausschuss „Arbeit“) sowie Frauke Greven (Ausschuss „Bildung“)

In Zusammenarbeit mit Bezirksbürgermeister Jürgen Kircher hatte die engagierte Initiatorin Frau Dr. Marita Alami zur abendlichen Veranstaltung ins Bezirksrathaus eingeladen. Nach einer kurzen Vorstellung der mitwirkenden Politikerinnen gingen über 40 interessierte Frauen in die vier ehrenamtlich moderierten Ausschüsse „Lebensraum“, „Armut und Soziales“, „Arbeit“ und „Bildung“, um dort ihre Forderungen einzubringen und zu beraten. Die älteste Teilnehmerin war die 85jährige Edeltraud Schache aus Wuppertal, die sich für „mehr Grün in Stadt und Landschaft“ engagierte.

Die vielfältigen Forderungen wurden am Ende des Abends schriftlich fixiert und in dem anschließenden Plenum nochmals diskutiert, beschlossen und an die Vertreterinnen der Politik persönlich übergeben. Wichtig hierbei ist, dass Politikerinnen aus Bezirksvertretung, Stadtrat, Landtag, Bundestag und Europaparlament  dem Frauenparlament unabhängig von ihrer Anwesenheit ihre Unterstützung zugesagt hatten. 

Das Frauenparlament ist ein Projekt des FrauenForums KölnAgenda und wird von einem Team ehrenamtlicher Moderatorinnen und Helferinnen jedes Jahr in einem anderen Stadtbezirk durchgeführt. Die jährliche Aktion besteht aus zwei Veranstaltungen, dem eigentlichen Frauenparlament, das am vergangenen Donnerstag im Bezirksrathaus stattfand und aus einer  Podiumsdiskussion am 16. September; jeweils von 20.00 bis 22.00 Uhr. An beiden Veranstaltungen sind Mandatsträgerinnen von CDU, SPD, Grünen und FDP beteiligt, so dass von der Bezirksvertretung bis zum Europaparlament jede politische Ebene vertreten ist. Die  mitwirkenden Politikerinnen nahmen die Beschlüsse des Abends entgegen und lassen sie in ihre politische Arbeit einfließen. Bei der
Podiumsdiskussion am 16. September 2009 berichten sie dann, wie sie die Ergebnisse des Frauenparlamentes haben weiter verfolgen können.

einige Teilnehmer  Einige der Beschlüsse stießen auf besonders großes Interesse. Insbesondere im Zusammenhang mit der aktuellen Forderung nach gemeinsamem Unterricht bis einschließlich Klasse 6 äußerte sich Frau Wittsack-Junge (Grüne/Bündnis90) mit Blick auf die geplante Schließung der Pescher Hauptschule, dass es schön  wäre, wenn im Pescher Schulzentrum ein entsprechender Schulversuch durchgeführt würde. „Ich könnte mir  vorstellen, dass das Gymnasium Pesch in Kooperation mit der Grundschule ein Modell entwickelt, das   gemeinsames Lernen bis zur 6. Klasse ermöglicht. Günstige Voraussetzungen würden sich hier durch das erweiterte Raumangebot nach der Schließung der Hauptschule im nächsten Schuljahr und der Einführung eines Ganztagsbetriebs anbieten. Natürlich ist ein solcher Modellversuch die Angelegenheit des Lehrpersonals, der SchülerInnen und Eltern der Grundschule und des  Gymnasiums. Es wäre aber zukunftsweisend, wenn wir hier im Bezirk Überlegungen und Forderungen aus der aktuellen Bildungsdiskussion des Frauenparlaments kreativ aufgreifen würden.“

Hinsichtlich der Teilnahme an dem Kölner Frauenparlament in Chorweiler äußerte sich Frau Dr. Alami sehr zufrieden, da die Resonanz hier überdurchschnittlich gewesen sei und die Anzahl der hochwertigen Beschlüsse 2009
(siehe PDF-Datei) für sich spreche.

Dazu fällt uns folgendes Zitat ein: „Diejenigen Frauen, denen die Idee unmittelbar einleuchtet, können oft gar nicht ermessen, wie groß der Schritt für manche Menschen ist, sich auf Neuland zu begeben.“ So bleibt zu hoffen, dass beim nächsten Kölner Frauenparlament noch mehr Frauen die Chance ergreifen ihre Forderungen direkt in die Politik einzubringen.

Am diesjährigen Frauenparlament und der Podiumsdiskussion 2009 wirken neben den engagierten Bürgerinnen folgende Politikerinnen/Personen mit:

  • Europaparlament: Ruth Hieronymi (CDU)
  • Bundestag: Ursula Heinen (CDU), Dr. Lale Akgün (SPD), Kerstin Müller (B'90/Grüne)
  • Landtag: Ingrid Hack (SPD), Andrea Asch (B'90/Grüne)
  • Stadtrat: Gisela Manderla (CDU), Elfi Scho-Antwerpes (SPD), Brigitta von Bülow (B'90/Grüne)
  • Bezirksvertretung: Katharina Reiff (CDU), Lieselotte Heinrich (SPD), Cornelie Wittsack-Junge (B'90/Grüne)
  • Neben Ratsfrau Dagmar Paffen (SPD), die als interessierte Politikerin zeitweise anwesend war, wirkten außerdem die stellvertretende Vorsitzende des AKF, Dr. Brigitte Witter und die Schriftführerin des AKF, Liv Dizinger ebenfalls mit.

Detaillierte Informationen können über Frau Dr. Marita Alami (Initiative Kölner Frauenparlamente) unter der Telefon-Nummer 0221 / 13 97 550 oder per E-Mail: marita.alami@forumf.de  bezogen werden. Ausführliche Infos auch unter: http://www.koelnerfrauenparlament.de

WorringenPur.de/02.03.2009
Bericht und Fotos: Heike Matschkowski