Die neue Brücke am Historischen Pletschbach
Vor 100 Jahren konnte man hier noch mit dem Nachen zum Bruch rudern
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Köln-Worringen

Vor fünf Jahren begannen die Stadtentwässerungsbetriebe der Stadt Köln einen  Regenwasserentlastungskanal auf dem Schmalen Wall zu bauen. Der 1. Bauabschnitt ging von der Katholischen Kirche bis an den Pletschbach. Vor zwei Jahren begann der 2. Bauabschnitt mit der Unterquerung des Pletschbaches und der Verbindung mit dem Kanal aus Roggendorf unter der Brombeergasse. Der Kanal soll Regenwasser aufnehmen, wenn es bei starkem Regen zu großen Wassermengen kommt. Der tiefste Punkt liegt unter den Pletschbach. Von hier aus wird das Wasser über eine 150 mm Leitung in den Regenwasserkanal der Pletschbachstraße gepumpt und fließt dann zum neuen Pumpwerk am Wehrtweg. Damit man die großen Wassermassen speichern kann, ist die Kanalröhre mannshoch. Der Kanal aus Roggendorf ist so groß, dass man sogar mit einem Auto hindurch fahren könnte.

Als letzte Baumaßnahme wurde am letzten Donnerstag eine neue Brücke, eigentlich ein viereckiges Rohr mit Geländer,  für den Pletschbach eingelassen. Damit sind nun, wenn in diesem Monat noch die Straße asphaltiert wird, (die Arbeiten haben schon begonnen) endlich die vielen Unannehmlichkeiten durch Umwege zum Ortskern und dergleichen für die Anwohner der Alten Neußer Landstraße, der Füllenweide und

Umgebung beendet. Die neue Brücke ist eine Fertigteilbrücke aus 6 Teilen und wurde in 5 Stunden montiert. Eines der großen Mittelteile wiegt 11 Tonnen. Zum Schluss wurde die Brücke noch vergossen. Leerrohre für die Rheinenergie waren schon im Baukörper. Das Wasser kann also kommen.

HistorieDer Pletschbach ist aber heute meist trocken. Er ist geschützter Landschaftsbestandteil. Überlegungen ihn wieder zu renaturisieren leben immer wieder auf. Aber es fehlt das Wasser. Vor 100 Jahren konnte man hier noch mit dem Nachen zum Bruch rudern. Der Pletschbach speiste früher auch die Wassergräben rund um die Worringer Burgen (die erzbischhöfliche Burg stand wahrscheinlich direkt neben dieser Brücke) und führte bis zum Pilgramshof, der heute im Besitz der Familie Nesseler ist. Es wurde auch eine Wassermühle am Mühlenweiher mit Pletschbachwasser betrieben. Sie wurde später durch eine Windmühle ersetzt.  Einige Straßennamen erinnern noch an diese Zeit: Schmaler Wall, Breiter Wall, Auf der Burg, am  Mühlenweiher und Mühlenbergstraße. Viel mehr aus dieser Zeit findet man in den Büchern über Worringen oder bei einem Besuch Mittwochs 17-19 Uhr im Heimatarchiv am Breiten Wall.

WorringenPur.de/08.06.2009 (hm)
Bericht und Fotos: Herbert Jansen