Historie
NEPOMUK eingeweiht!
Relikt der Vergangenheit und Hoffnung für die Zukunft
Fotos zum Vergrößern!

In früheren Zeiten in denen Worringen von dem Haupterwerbzweig, der Fischerei lebte, fühlte man sich vom Rheinwasser oft bedroht und die gläubige Bevölkerung vertraute sich dem Schutz des heiligen (Johannes) Nepomuk an. Eine aus dem 18. Jahrhundert stammende Worringer Steinfigur stellt den Heiligen Nepomuk dar und  fand am vergangenen Donnerstag nach abgeschlossener Sanierung einen neuen Standort an der Einmündung Langeler Weg/Alte Neusser Landstraße.

Der stv. Kirchenvorstandvorsitzende Günther Otten beantragte bereits im Jahre 2002 bei der Stadt Köln die längst überfällige Sanierung der Figur. Die dafür benötigte Summe in Höhe von 8.500,00 Euro konnte Dank der Bezirksvertretung, städt. Mitteln und dem Erlös aus dem letzten Adventskonzert aufgebracht werden. Nach der aufwendigen Sanierung durch einen Steinmetz aus Duisburg segnete Pfarrer Weißkopf nun im Kreise einiger Bürger den hl. NEPOMUK im Rahmen einer kleinen Einweihungsfeier ein. Die Verbindung von Vergangenheit zu Gegenwart und Zukunft beschreibt Pfarrer Weißkopf mit den Worten: “Mit Nepomuk tragen wir im Herzen weiter, was vielen von uns schon Jahrzehnte vor uns wichtig war”. Damit verbunden ist die gegenwärtige Hoffnung vieler, dass  Nepomuk die Worringer vor der Gewalt des Wassers, insbesondere  dem befürchteten Hochwasser schützt.

Herr Dr. Beines vom Amt des Stadtkonservators erläuterte die von ihm veranlassten  Schutzmaßnahmen für die Figur und führte einige interessante Anekdoten zur Geschichte des NEPOMUK an. Tatsächlich aber sind Legende und stattgefundene Ereignisse nach zeitgenössischen Übertragungen kaum mehr auseinander zu halten.

Wer war Nepomuk?

1350 als Sohn eines Richters in "Pomuk", auch Nepomuk genannt (=kleiner Ort bei Pilsen in Böhmen) geboren, war Johannes Nepomuk im Jahre 1370 Kleriker des Prager Erzbistums und Notar des erzbischöflichen Gerichtes. Im Jahr 1380 war er Priester am Prager Dom und studierte Kirchenrecht an der Prager Universität. Seit dem Jahre 1389 war Nepomuk Generalvikar des Erzbischofs von Jenzenstein.

Am 20. März 1393 wurde Johannes Nepomuk von König Wenzel gefangen genommen. Die zeitgenössischen Quellen geben keinen Grund für das Strafgericht des gewalttätigen und unbeliebten Königs an. Eine Legende besagt aber, dass es sich um eine Art "Amtsgeheimnis" handelte. Nepomuk war der Beichtvater der Gattin des Königs. Vermutlich wollte dieser   erfahren, was seine Frau dem Priester Nepomuk bei der Beichte anvertraut hatte. Doch Johannes wahrte das Geheimnis - trotz grausamer Folter.

Schließlich ließ König Wenzel IV den verschwiegenen Priester Johannes Nepomuk in der Nacht zum 20. März ermorden, in dem er ihn von einer Brücke in den reißenden Moldaufluss werfen ließ. Johannes Nepomuk wurde im Prager Dom bestattet. Als man im Jahre 1719 sein Grab öffnete, war die Zunge des Toten unverdsehrt. Johannes Nepomuk wurde heilig gesprochen und gilt damals wie heute als "Märtyrer des Beichtgeheimnisses".

Heute sehen wir den Hl. Nepomuk zumeist auf Brücken, vor allem in der Gegend um Prag, stehen“, so Dr. Beinser. Da Worringen früher ein Fischerdorf war, galt Nepomuk vor allem als Schultzheiliger der Flößer, und Schiffer in Worringen. Nicht selten kam es vor, dass die Schiffe den Namen Nepomuk trugen. Die Statue des Worringer Nepomuk stand nach Aufzeichnungen von Toni Jägers um etwa 19hundert am Senfweg in unmittelbarer Nähe des Bruchs, der ein verlängerter Rheinarm ist. Damit bestätigt sich die Vermutung, dass der Nepomuk schon früh den Worringern als Schutzheiliger vor dem Wasser diente.

Der historische Hindergrund für die Ermordung Nepomuks lag in der Abtwahl des Klosters Kladrubys bei Stribro (Mies). Wenzel wollte die Abtwahl in einem der reichsten Klöster Böhmens verhindern. Der Prager Erzbischof sandte seinen Generalvikar heimlich nach Kladrau um die Wahl durchführen zu lassen. Bei seiner Rückkehr musste Nepomuk diese Tat büßen, denn der jähzornige und trunksüchtige Wenzel konnte diese Tat nicht verkraften. Alles andere ist Legende.

Quelle: Rainer Christoph
WorringenPur.de/21.11.2005