„Mer sin eins“
Kostümsitzung der Großen Karnevalsgesellschaft Köln-Worringen
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Am Ende der Kostümsitzung fand Daniela Miebach mit ihrem Lied „Mer sin eins“ die passenden Worte. Und in der Tat: Als eine Einheit präsentierte sich die Große Karnevalsgesellschaft an diesem Abend. Über 80 SängerInnen, BüttenrednerInnen und TänzerInnen sorgten für eine hervorragende Stimmung. Auch Prinz Detlev I. mit seinem Gefolge und die zahlreich erschienenen Gäste im fast ausverkauften Vereinshaus zeigten sich sichtlich erfreut über die kurzweiligen Darbietungen.

So tanzten sich die vielen kleinen Fünkchen und Mariechen vom Kindertanzkorps (Leitung: Claudia Thüren und Agnes Seidel-Klein) in die Herzen der ZuschauerInnen. Und auch die „Dilldöppcher“ (Leitung: Marion Ameis und Friederike Lutz) und die Majorettengarde (Leitung: Saskia Pleißner und Birgitt Meurer), übrigens die einzige im gesamten Kölner Raum, boten wie gewohnt tänzerische Höchstleistungen.

Personell neu aufgestellt zeigte sich das Funkenkorps. Unter neuer Führung, Dominik Jansen übernahm das Amt des Kommandanten von Thomas Bochem, zeigten die Funken, warum sie aus dem Worringer Fastelovend nicht mehr wegzudenken sind. Es zahlt sich halt immer noch aus, bis acht zählen zu können. In hervorragender Verfassung präsentierte sich auch das neue Tanzpaar mit dem Mariechen Sabrina Gaugler und dem Tanzoffizier Stephan Nosbüsch. Ihre Feuertaufe vor „heimischer“ Kulisse bestanden sie mit Bravour. Nur der tanzende Koch ist -immer noch- der alte. Fabian Kircher, seines Zeichens Vizekommandant dieser Truppe, musste für den verletzten Koch Alexander Wild einspringen.
Sehr schön anzusehen war auch der gemeinsame Auftritt der Majorettengarde und der „Dilldöppcher“. Zu den Klängen eines Square-Dances, vorgetragen von der Interpretin Sarah Steven, zeigten die Mädchen, dass sie nicht nur zu karnevalistischen Klängen ihr Tanzbein schwingen können.

Auch musikalisch kam das Publikum nicht zu kurz. Erstmals in dieser Formation auf der Bühne bei den „Großen“ standen die Mädchen Michéle Hannebach, Yasmina Lyazrhi, Isabel Martinèz und Nina Schwörbel. Aber auch altbekannte Gesichter boten ausgezeichnete musikalische Unterhaltung. Ob Sarah Steven mit dem Karnevalshit „Ich han dat Marieche jebütz“, Marietta Wirtz mit dem alten, auf Worringer Verhältnisse umgeschriebenen Karl-Berbuer-Hit „Wenn de Heinzelmänncher köme“, Claudia Hund und Marika Pilz als „Famillijeklüngel“ oder die beiden Urgesteine Wolfgang „Wuschel“ Jansen und Jörg „Schummel“ Schumacher, sie alle animierten zum Mitsingen und Schunkeln. Ein neues Gesicht konnte man übrigens am Klavier und am Akkordeon sehen: Dr. Siegmund Pchalek ist der neue musikalische Leiter.


Aber auch bei den Reden kam das Publikum auf seine Kosten. So stand unter anderem Willi Thoma als „Ne Rentner“ und Literatin Andrea Jansen, die viel über „dem Häbäät sing Frau“ zu erzählen hatte, auf der Bühne. Mit seinem sprichwörtlich trockenen Humor brachte Herbert Meudt als „Ne drüje Pitter“ das Publikum zum Lachen. Back to the Roots hieß es für Dr. Holger Miebach, der nach jahrelanger Abstinenz wieder als Büttenredner glänzte, und dies, obwohl er nach eigenem Bekunden von der Literatin „gezwungen“ wurde, etwas über sich, seine
Schwiegermutter und seinem Beruf als Tierarzt preiszugeben.

Offiziell wurde es dann bei den Ehrungen. Festkomiteepräsident Klaus Dittgen konnte an diesem Abend drei verdiente Karnevalisten auszeichnen. Dieter Pilz und Michael Pleißner bekamen für ihre Verdienste den Verdienstorden in Silber. Dieter Pilz tanzte viele Jahre in den Reihen des Funkenkorps, unter anderem hatte er dort das Amt des Vizekommandanten inne. In der Session 1999 war er bei Prinz Robert II. Hecker Hofnarr. Michael Pleißner ist die gute Seele des Wagenbaus. Er leitet diese Truppe schon seit vielen Jahren und ist immer dann zur Stelle, wenn –ungeliebte– Arbeit anfällt. Freuen konnte sich auch Pressesprecher und Archivar Peter Schmidt. Ihm wurde der Verdienstorden in Gold übereicht. Seine karnevalistische Laufbahn begann er im Funkenkorps. Schon früh kümmerte er sich um die Öffentlichkeitsarbeit der Großen KG. Von 2007 bis 2011 bekleidete er das Amt des Vizepräsidenten, um sich dann anschließend wieder ganz der Pressearbeit und Veröffentlichung diverser Festschriften widmen zu können.

Geleitet wurde diese Sitzung in der ersten Sitzungshälfte vom langjährigen Präsidenten Dr. Holger Miebach. Vizepräsident Dominik Jansen übernahm die Sitzungsleitung dann nach der Pause. „Unterstützt“ wurden die beiden erstmals vom „Löllhorn“ (lüllen = „faseln“, „dummes Zeug reden“) in Form einer sprechenden Eule. Hinter dieser Figur stand Hans-Josef „Juppela“ Dittebrand. Ob man dies allerdings als „Unterstützung“ bezeichnen konnte, wenn er dauernd dazwischenredete, sei dahingestellt. Das Publikum jedenfalls hatte seinen Spaß.


WorringenPur.de/31.01.2018
Bericht: Peter Schmidt
Fotos: Thomas Bochem
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski