Lagerleben vor der “Schlacht von Worringen”

Wie mögen die Ritter vor der Schlacht von Worringen gelagert haben? Wie sah das Lagerleben des damaligen normalen Volkes aus? Der Grevenbroicher Hobbyverein “Habitare 1288 e. V.” stellt Mittelalterliches Lagerleben in der Parkanlage des Zisterzienser Kloster Langwaden nach. Der Verein stellt sich vor und lädt alle Interessierte zum nächsten Lager ein!

“Zu unserem Vereinsnamen ist zu sagen, dass dieser sich zusammen setzt aus Habitare, was gleichbedeutend für „aufhalten, verweilen, wohnen“ steht und aus der Jahreszahl 1288, welches das Jahr der berüchtigten Schlacht von Worringen ist. In diesem Jahr, um genau zu sein am 05. Juni 1288, trafen die Kontrahenten Herzog Johann der I von Brabant und Siegfried von Westerburg an der Fühlinger Heide bei Köln aufeinander, um die finale Schlacht des schon seit Jahrzehnten gärenden Erbfolgestreites um Limburg auszutragen, welche als eine der letzten großen Ritterschlachten in die Geschichte einging.

Wir sind ein Verein, in dem Adelige, Gemeine sowie auch niederes Volk des ausgehenden 13. Jahrhunderts anzutreffen sind. Die Mitglieder stellen mitwirkende Personen der Schlacht von Worringen dar, die auf der Seite des letztendlich siegreichen Herzog Johann I. von Brabant mitgekämpft haben. Damals trafen etwa zwanzigtausend Adelige, Berittene, Söldner und Bauern aufeinander. Aufgrund der Probleme bezüglich Unterkunft, Verpflegung und Sold ist unser Verein zahlenmäßig erheblich kleiner. Wir sind eine 27köpfige Schar von Leuten, die kein Reiterturnier bestreiten, auch wollen wir nicht die Schlacht als solches darstellen, sondern vielmehr ein mögliches Ritterlager vor der Schlacht von Worringen, zu einem Zeitpunkt als alle Verbündeten auf der Seite des Herzog Johann I. von Brabant zu einem letzten taktischen und militärischen Beratungsgespräch zusammenkamen und um sich noch einmal im Schwert-kampf oder Bogenschiessen zu üben.

Weiterhin möchten wir Ihnen neben den anwesenden Rittern auch das Lagerleben des „normalen“ Volkes (auch Gemeine genannt) näher bringen. Was versteht man unter „Sarwürken“? Welche medizinische Versorgung gab es? Wie verfuhr man mit Rechtsbrechern, z.B. mit Lehnseidbrechern oder mit Beutel-schneidern?

Nun etwas zum oft umstrittenen Punkt der Authentizität: Auf Grund von Literatur, Ausgrabungen, alten Landkarten und anderen Quellen können wir uns heute über viele Dinge des Mittelalters ein klares Bild machen. Seien es nun die damals vorhandenen Wappen in Europa oder wie eine Burg aufgebaut war. Aber viele Dinge bleiben im Verborgenen und man kann sich nur in etwa vorstellen, wie z.B. verschiedene Handwerkskünste oder die Schuh- und Kleidermode ganz genau in den einzelnen Ländern oder Besitztü-mern hoher Adeliger ausgesehen haben mag. Natürlich gibt es über diese Dinge Berichte, aber ob der Rocksaum im nächsten Herzogtum oder Grafschaft 5 cm länger oder kürzer war, wird unserem Wissen nach nirgendwo beschrieben. Also versuchen wir, so weit wie möglich, die von uns dargestellten Persönlichkeiten mit möglichst viel nachgewiesener Historie zu füllen und auszustatten. Es gibt sicherlich Vereine, die das Leben im Mittelalter detailgetreuer darstellen, aber bei uns steht an erster Stelle die Freude an unserem Hobby und der Wille den Menschen das Leben im Mittelalter ein wenig näher zu bringen.

Nun möchten wir Interessierte einladen, uns zu unserem nächsten Lager vom 15.06 – 17.06 2006 zu besuchen, mit uns zu betrachten und zu verweilen. Sie finden uns in der Parkanlage des Klosters Langwaden bei Grevenbroich. Einen ersten Eindruck von uns können Sie auch auf unserer Homepage www.habitare-1288.de  gewinnen. Wir freuen uns auf Sie!”

WorringenPur.de/24.04.2006
© Habitare 1288 e.V.