500 Jahre Reformation in Köln:
Ausstellung in Worringen
Fotos zum Vergrößern!

Köln-Worringen
Vor 500 Jahren veröffentlichte Martin Luther seine berühmt gewordenen 95 Thesen in Wittenberg. Welche Auswirkungen hatte das auf Köln und Umgebung? Dieser Frage geht eine Ausstellung nach, die jetzt in der Friedenskirche zu sehen war. Bei einem Mitarbeitendenfest für Haupt- und Ehrenamtliche erläutere Pfarrer Hofmann-Hanke einige der insgesamt 14 ausgestelltenTafeln:

Am Anfang gab es eine klare Zurückweisung der als ketzerisch eingestuften Vorschläge zur Kirchenreform. Wer dennoch dazu stand, riskierte sein Leben. So wurden zum Beispiel Adolf Clarenbach und Peter Fliesteden auf Melaten verbrannt. Als Erzbischof Hermann von Wied zwischenzeitlich mit den Reformgedanken sympathisierte, bestand für einen kurzen Moment die Möglichkeit, dass das Rheinland insgesamt protestantisch wurde, weil es damals immer danach ging, welche Konfession „von oben“ für eine Region festgelegt wurde. Doch es kam anders, so dass erst durch die napoleonische Herrschaft Anfang des 19 Jahrhunderts evangelische Gottesdienste offiziell erlaubt waren.

In der Neuzeit wird auch ein kritischer Blick auf die Nazi-Zeit geworfen, in der es zwar auch evangelischen Widerstand durch die sogenannte „Bekennende Kirche“ gab, wo aber auch in Köln die meisten Protestanten sich der nationalsozialistischen Bewegung der „Deutschen Christen“ angeschlossen hatten. In den 60er Jahren entstanden dann viele neue Kirchen und Gemeinden, so ja auch in Worringen. Die letzte Tafel weist dann darauf, dass die Reformation weiter geht – und in diesem Sinne diskutierten und notierten dann die Mitarbeitenden eigene „Thesen für heute“. Das war der Auftakt für ein Projekt, das bis zum 31. Oktober dauern soll und an dem sich alle Interessierten beteiligen können. Näheres dazu wird noch veröffentlicht werden.


WorringenPur.de/16.06.2017
Bericht: Volker Hofmann-Hanke
Fotos: privat
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski