Jahreshauptversammlung
des Worringer Bürgervereins
Foto zum Vergrößern!

Worringen
Knapp 60 Mitglieder von über 400 waren der Einladung des Bürgervereins zur Jahreshauptversammlung gefolgt. Die INEOS Köln war vertreten durch Dr. Axel Göhrt (Geschäftsführer Produktion und Technik bei INEOS in Köln) und Andreas Hain (Leiter Ereigniskommunikation und Nachbarschaftsdialog). Bereits im Frühjahr 2018 führte der Bürgerverein mit Vertretern der INEOS Köln ein Gespräch. Kritikpunkt war z. B., dass nach Vorfällen zwar in der gemeinsamen Sicherheitszentrale des ansässigen Chemieunternehmens Currenta - angerufen werden konnte, die Mitarbeiter dort aber dann nur unzureichende Antworten gaben bzw. auf die Internetseite des Chemiekonzerns verwiesen. Verängstigte Bürger erfuhren durch diese Vorgehensweise keine schnelle und beruhigende Aufklärung, warum Alarm zu hören ist, unangenehme Gerüche auftreten oder die Sicherheitsfackel anspringt.
Erfreulicherweise hatte das Gespräch mit der INEOS-Leitung dann u. a. zur Folge, dass Herr Hain seit Mai in seiner neuen Funktion für Aufklärung den Bürgern rund um die Uhr zur Verfügung steht und in halbjährlichen Abständen Gespräche stattfinden werden. Am 30.10. fand ein erneutes Treffen auf dem Gelände der INEOS statt, wo den Vertretern des Bürgervereins die Produktions- und Sicherheitszentrale gezeigt und erklärt wurde, im Frühjahr 2019 ist das nächste Treffen geplant.


Auf der nun stattgefundenen Jahreshauptversammlung des Bürgervereins nahmen sich Dr. Görth und Herr Hain ausreichend Zeit, um aktuelle, diverse Fragen der BV-Mitglieder beantworten zu können. So ist die Geruchsbelästigung auf der B9 Richtung Dormagen vermutlich auf die gemeinsame Kläranlage von BAYER/INEOS zurückzuführen. Das Niedrigwasser des Rheins hat zur Folge, dass große Schiffe nicht oder nur noch 1/4 Fracht transportieren können. Deswegen ist die Produktion von INEOS mittlerweile gedrosselt worden und die Situation muss in Kürze neu eingeschätzt werden, so Dr. Görth.

Nach der Beantwortung aller Fragen wurden die bisherigen und aktuellen Aktionen des Bürgervereins verlesen, zu denen auch

  • die Mitarbeit im „NETZwerk Flüchtlingshilfe Worringen“,
  • der von der StEB geplante „Retentionsraum Worringer Bruch“,
  • die Internetseite
  • das vom Bürgerverein unterstützte Projekt „Bürgerbüro“
  • die Neuwahl eines Vorstands
  • die Verkehrssituation
  • geplante Gespräche zum Thema S-Bahnhof
  • und die Positionierung eines Rettungswagens in Worringen an der St- Tönnisstraße

gehören.

Während in Fühlingen mittlerweile mit dem Neubau einer feststehenden Unterkunft für max. 240 Flüchtlinge begonnen wurde und mit dem Einzug im Frühling 2019 gerechnet wird, liegen dem „NETZwerk Flüchtlingshilfe Worringen“ Informationen vor, dass für den Bau eines feststehenden Flüchtlingswohnheims in Roggendorf/Thenhoven erst jetzt ein Bauantrag gestellt wurde. Hier rechnet man mit der Fertigstellung frühestens im II. Quartal 2019. Die Zahl der Worringer Helfer ist indes stark zurückgegangen, die Zahl der Geflüchteten, die das Heim in Worringen zurzeit noch bewohnen ist auf etwa 1/3 geschrumpft. Die Stadt plant die Worringer Flüchtlinge gemeinsam mit den in Blumenberg wohnenden in die noch zu bauende Unterkunft in Roggendorf/Thenhoven unterzubringen. Hier hat man sich dafür eingesetzt, dass die Worringer Flüchtlingskinder nach dem Umzug nach Roggendorf/Thenhoven die gewohnten Kindergärten und Grundschulen weiter besuchen können, um durch das gewohnte Umfeld die Integration weiter zu fördern.
Angemerkt wurde außerdem, dass in Worringen zu den Bewohnern im Wohnheim am Hackhauser Weg bereits 200 – 250 Flüchtlinge in Wohnungen wohnen. Eine genaue Zahl lässt sich –laut Stadt Köln- aus Datenschutzgründen nicht ermitteln.

Zum Retentionsraum gab es nicht viel Neues zu berichten. 2012 schlug der Bürgerverein der StEB einen Alternativplan, eine kleinere Variante, zur Flutung des Worringer Bruchs im Falle eines 200jährigen Hochwassers vor (s. Archivberichte WorringenPur). Die StEB ließ sich bisher nicht auf diesen Vorschlag ein. 2016 erfolgte die erste Offenlage der von der StEB favorisierten „großen Lösung“. Der Bürgerverein sowie die betroffenen Bürger antworteten hierauf mit 121 Einsprüchen.  Im Sommer 2018 erfolgte, nach einigen Korrekturen, die 2. Offenlage durch die StEB. Hierauf reagierten der Bürgerverein und betroffene Bürger mit einem weiteren Dutzend neuer Einsprüche gegen den Bau des großen Retentionsbeckens. Nun wartet man auf einen Erörterungstermin, in dem die StEB die neuen Einsprüche aus dem Weg räumen muss. Die Frage eines betroffenen Bürgers, dessen Grundstück inmitten des geplanten Retentionsraums liegt, lautete, ob er denn sein Grundstück auch an die StEB verkaufen müsse, wenn nur der vom Bürgerverein favorisierte „kleinere Retentionsraum“ verwirklicht würde. „Wer nicht verkauft, wird enteignet, wenn das Grundstück im Retentionsraum liegt!“, zitierte Karl-Johann Rellecke daraufhin die StEB.
In der nächsten Ausgabe der „Worringer Nachrichten“, die Mitte November verteilt wird, wird der Bürgerverein hierzu noch einmal Details zu den Ausführungen von Karl-Johann Rellecke erörtern.

Die Internetseite des Bürgervereins hat ein neues Erscheinungsbild erhalten. Schauen Sie doch mal rein unter www.bv-worringen.de .

Am 24.11.2018 von 14 – 17 Uhr wird ein „Bürgerbüro“ in Worringen, am Hackhauser Weg 2, eröffnet. Zukünftige Öffnungszeiten sind montags 10-12 Uhr und donnerstags 17 – 19 Uhr. Das Bürgerbüro ist aufgrund einer Idee von Bürgern entstanden, die sich im „NETZwerk Flüchtlingshilfe Worringen“ regelmäßig treffen. Paul-Reiner Weissenberg und Kaspar Dick, die sich als Vertreter des Bürgervereins im NETZwerk ebenfalls engagieren, haben sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass der Bürgerverein einen Nutzungsvertrag mit der StEB (Stadtentwässerungsbetriebe Köln) aushandeln konnte, in dem der Bürgerverein als verantwortliche Institution für die Raumnutzung eingesetzt werden konnte. Die StEB stellen den Raum kostenlos zur Verfügung. Der Bürgerverein sowie die StEB stellen klar, dass damit keinerlei Einfluss auf die unterschiedlichen Positionen bzgl. Retentionsraum genommen wird. Das Bürgerbüro soll Anlaufstelle für alle Bürger, gleich welcher Hautfarbe, Religion, politischer Ausrichtung und für Jung und Alt gleichermaßen eine Hilfe im Alltag sein. Nähere Infos dazu in Kürze auf WorringenPur.

Die Neuwahl eines Vorstands für den Bürgerverein war recht schnell abgehandelt. Der alte Vorstand ist wieder gewählt worden (den gewählten Vorstand finden Sie auf der Internetseite des Bürgervereins). Dem voraus ging der Bericht des Schatzmeisters Detlef Friesenhahn, welchem zu entnehmen war, dass der BV über ein .solides Finanzpolster verfügt. Die größte Ausgabe war im Sommer 2017 die Anschaffung neuer Hinweisschilder für den Worringer Bruch.

Mit der Verkehrssituation in Worringen befasst sich zurzeit Wilhelm Weyergans mit einem Team aus Mitgliedern des BV'S (weitere interessierte Helfer sind willkommen),  die dazu Beschwerden sammeln und sich regelmäßig mit Dorfsheriff Dirk Sommer treffen. Bemängelt wurde erneut die durchlöcherte und viel zu enge Alte Straße, die laut erneuter Aussage der Stadt im I. oder II. Quartal 2019 endlich saniert werden soll. Nach alten Plänen sollte im Zusammenhang mit dem Bau des dort angesiedelten Neubaugebiets schon vor Jahren ein Bolzplatz für Jugendliche entstehen – schließlich wurde zuvor der Pro-Pänz-Spielplatz zu Gunsten der Häuser quasi halbiert. Die Frage, warum die Stadt vor Monaten für 3 Tage eine Radarfalle auf der Alte Straße aufgebaut hatte, bleibt indes weiterhin von den Verantwortlichen der Stadt unbeantwortet.


WorringenPur.de/12.11.2019
Bericht & Foto: Heike Matschkowski

Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski