Offene Tür in der Biogasanlage
Randkanal Nord in Köln Roggendorf
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Köln-Roggendorf
Direkt an der Autobahn A 57, am Kölner Randkanal, der hier die Grenze zu Dormagen bildet, steht inmitten eines Maisfeldes, die neue Biogasanlage für erneuerbare Energien der Rheinenergie Köln. Im Umkreis von 10 km wächst in den Feldern auf 100 Hektar 20.000 Tonnen Biomasse, die diese Anlage pro Jahr benötigt. In Zukunft beschränkt das Erneuerbare-Energien-Gesetz den Einsatz von Energiemais auf 60 %, der Rest wird Grünroggen, Grasschnitt und eine neue mehrjährige Pflanze die Silphie aus Nordamerika sein. Die Pflanze wächst 10 Jahre durch und kann so mehrfach geerntet werden. Zur Zeit läuft ein Feldversuch auf 2 Hektar mit dieser 2 m hohen gelbblühenden Energiepflanze. Der Biomais beansprucht 3 % der vorhandenen Ackerfläche und wird im September innerhalb von 2 Wochen mit Spezialmaschinen geerntet. Neben Biomais wird in unserer Region auch noch Futtermais angebaut.

Die Biomasse wird auf dem Gelände der Biogasanlage in drei Silos gelagert. Täglich wird die Anlage mit ca. 43 Tonnen gefüttert. In den Fermentern gärt bei 40° Celsius die Silage und es entstehen täglich 520 qm Methangas. Ein Gasmotor mit 10 Zylinder und 52 Liter Hubraum, das entspricht ca.30 Pkw Motoren, treibt einen 10.000 Volt Generator. Hier wird Strom für 3.000 Haushalte und aus der Abwärme des Motors Fernwärme für 1.000 Wohnungen in Hackenbroich erzeugt. Durch die Kraft/Wärmekopplung und dem Verbund mit dem Fernheizwerk der EVD in Hackenbroich können so 42 % Wirkungsgrad erreicht werden. Das sind 1,2 Megawatt elektrische Energie und die gleiche Menge an Warmwasser. Übrig bleiben die Gärreste von 17.000 Tonnen, die in 2 Silos gelagert werden und als Flüssigdünger (90 % Wasser) von den Landwirten übernommen werden. Alle Messwerte laufen auf einem Bildschirm zusammen und werden in der Zentrale der Rheinenergie überwacht. Von diesem regionalen Kraftwerk im Kölner Norden profitieren nicht nur die Strom- und Wärmekunden, sondern auch die 16 Landwirte aus dem Kölner Norden, die diese Anlage mit dem Rohstoff versorgen. Gleichzeitig werden jedes Jahr 7.000 Tonnen Kohlendioxid gegenüber fossilen Brennstoffen eingespart.
Viele Worringer, Roggendorfer/Thenhovener und Hackenbroicher Bürger waren der Einladung zum „Tag der offenen Tür“ gefolgt. Thomas Saure, der Projektleiter, erklärte bei einem Rundgang die Funktion der Anlage. Für Kinder und Erwachsene gab es noch allerhand Spielchen, Speisen, Getränke und natürlich Popcorn, das andere Maisprodukt.

Wer wollte, konnte mit einem Elektrorad, E-Roller oder E-Auto zum benachbarten 2 km entfernten Fernheizwerk der EVD, die 50 %ige Tochter der Rheinenergie, nach Dormagen fahren und bei einem Eis auch diese Anlage kennenlernen.


WorringenPur.de/03.09.2012
Bericht und Fotos: Herbert Jansen
Daten und Fakten Rheinenergie AG
Redakt. & digit. Bearbeittung:
Matschkowski