Landschaftswart Herbert Jansen informiert:
Frühlingserwachen bei Kröten, Fröschen und Molchen
Fotos zum Vergrößern!

Auch in Worringen sind Frösche, Kröten und Molche aus ihrem Winterquartier nach einer oft bis zu mehreren Kilometern  langen Wanderung zu ihren Laichgewässern im Worringer Bruch zurückgekehrt. Man braucht aber nicht bis zum Worringer Bruch zu gehen, sie sind auch oft in unseren Gartenteichen zu Gast. Manchmal sieht man sie nicht und hört nur ihr Quaken. Im Worringer Bruch ist dieses Jahr so viel Wasser wie seit 2003 nicht mehr. Es ist eine sehr große Vermehrungsrate zu erwarten. Im Sommer werden wir die Jungfrösche in großer Anzahl in unseren Gärten und Kellerschächten wieder finden.

Die Erdkröte ist die mit Abstand verbreiteste Kröte in unserer Gegend. Sie war in den warmen März Nächten zu Hauf auf dem Senfweg zu sehen. Zum Teil trugen die Weibchen die Männchen auf ihrem Rücken zum Wasser. Zur Zeit spinnen sie ihre Laichschnüre mit bis zu 6000 Eiern im Wasser. Danach verlassen sie den Laichplatz wieder.
Bei den Braunfröschen ist bei uns der Grasfrosch am meisten verbreitet. Man erkennt ihn an dem Dreiecksfleck hinter den Augen. Die andere Gruppe bilden die Grünfrösche, wobei man bei uns und den Teichfrosch und den Kleinen Wasserfrosch sieht. Sie sind nicht so einfach auseinander zu halten, da sie durch Kreuzungen untereinander viele verschiedene Fleckmuster haben. Sie bilden Laichballen mit 4000-10000 Eiern und bleiben den ganzen Sommer an ihrem Gewässer. Sie sitzen an Land und springen bei Gefahr ins Wasser. Viele verlassen auch im Winter das Wasser nicht und überwintern in frostfreien Tiefen im Schlamm. Die Kaulquappen wachsen bis zum Sommer zu Fröschen heran und gehen dann zum ersten Mal an Land.

Neben den bisher beschriebenen Froschlurchen finden wir in unseren Gartenteichen auch schon jetzt die Schwanzlurche. Der Teichmolch und der Bergmolch kann man an sonnigen Tagen im klaren Wasser bei ihrem Liebesspiel beobachten. Sie tauchen dabei immer wieder an der Oberfläche auf um dann sofort wieder abzutauchen. Sie sind beide 8-11cm lang. Zur Fortpflanzung kleben sie bis zu 300 Eier an zusammengefaltete Wasserpflanzen.

Im Worringer Bruch lebt auch noch der Kammolch. In der für Nordrhein-Westfalen geltenden Roten Liste wird der Kammolch in der Kategorie A.3 ("gefährdet") aufgeführt. Er wird 14-18 cm lang. Die meiste Zeit verbringen die Molche an Land. Sie sind nachtaktiv und verbergen sich tagsüber unter Steinen und Holz. Der Teichmolch ist grau-braun mit dunklen Flecken. Der Bergmolch ist bläulich-grau und hat einen orangeroten einfarbigen Bauch, das Männchen hat einen gefleckten Kamm. Der Kammmolch hat einen orangeroten Bauch mit dunklen Flecken. Das Männchen hat zur Fortpflanzungszeit einen gezackten Rückenkamm.

Die Bilder der Erdkröten sind auf dem Senfweg Roggendorfer Seite entstanden. Alle Bilder entstanden im März 2011.


WorringenPur.de/30.03.2011
Bericht und Fotos: Herbert Jansen, Landschaftswacht
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Redaktionelle & digitale Bearbeitung:
Heike Matschkowski