Fronleichnam 2017:
Eine Demonstration der Gemeinschaft in und um Worringen
Fotogalerie!

Mit Pastor Thomas Wolff freute sich das ganze Pastoral-Team und viele Helfer und Helferinnen über den weiß-blauen, sehr sonnigen Himmel. Der versprach einen störungsfreien Verlauf der Fronleichnamsprozession, die in ganz besonderer Weise die Gemeinschaft der Menschen in und um Worringen und ihr gegenseitiges Auf-einander-angewiesen-sein betonen wollte.

So begann das Fest mit der Heiligen Messe an der Grundschule. Der Schulhof war gefüllt mit Menschen aller Altersgruppen. Wohlbehütete Kinder – im Besonderen die festlich gekleideten Kommunionkinder mit ihren selbst gebastelten Wimpeln – machten mit Freude mit. Mancher mag sich gedacht haben: Möge es so bleiben! Und hat sich vielleicht gefragt: Was kann ich dazu beitragen…?

Die Prozession machte sich mit den Klängen der Blaskapelle auf den Weg durch den Ort zur nächsten Station: Der Feuerwache. Unterwegs wetteiferte der Duft der blühenden Bäume mit dem Weihrauch aus den Schwenkern der Messdiener*Innen. Der festlich geschmückte Vorplatz der Feuerwache gipfelte in einem eigens gebauten Altar. Über einen wunderschönen Teppich aus handgemachten, bunten Ornamenten wurde das Allerheiligste in der Monstranz zum Altar gebracht. Das hoch aufragende, schlichte Kreuz aus Baumstämmen, befestigt an einem besonders wichtigen, lebensrettenden Gerät der Wehr – der Leiter - überragte alles. Mit weiteren Gerät-schaften signalisierten die Wehr-Männer- und -Frauen der Gemeinschaft: Auch wir sind Tag und Nacht für Euch da!

Im Kindergarten, der dritten Station, gab es ein besonders buntes Bild mit bestens auf das Fest vorbereiteten Kindern. Begeistert winkten sie mit ihren selbst gebastelten Monstranzen aus goldgelber Pappe der goldglänzenden Monstranz zu und feierten mit fröhlichen Liedern. Ein Bild, das man gerne erinnern sollte! Zum Beispiel dann, wenn man wieder einmal ohne Rücksicht auf diese Kinder zu schnell mit dem Fahrzeug un-terwegs ist!
Erstmals machte die Fronleichnamsprozession eine Station im Wohnheim der seit zwei Jahren dort lebenden neuen Nachbarn: Geflüchtete aus vielen Ländern der Erde. Die hier lebenden Menschen sind auf besondere Weise auf unsere Gesellschaft angewiesen, vertreten durch die Gemeinschaft der Worringer. Dass sich die in der Mehrzahl muslimischen Bewohner um den mit Blumen und einer wertvollen Marien-Ikone geschmückten Altartisch versammelt hatten, war beim ur-katholischen Fronleichnamsfest eine weitere Besonderheit. Dazu wurde die Ansprache von Pastor Wolff durch Sharif Abu-Jabir ins Arabische übersetzt und vorgetragen. Auch wenn nicht alle Flüchtlinge arabisch oder deutsch verstehen: Das war ein bewegender Moment der gegenseitigen Verständigung mit den hier lebenden Menschen. Bewegend waren auch der Respekt und die ernsthafte Aufmerksamkeit, mit der man den ungewohnten Ritualen folgte. Dass auch hierbei einige Kinder mitmachten und Fürbitten in Deutsch vortrugen, ist das Verdienst von „uns Uschi“ (U. Kircher), die auch bei der Organisation mitmachte. Wer möchte diese Bilder nicht speichern und erinnern, wenn andernorts im Namen ideologisch verbogener Religionen Kriege geführt und Greueltaten verübt werden, die u.a. dazu führen, dass Menschen wie unsere neuen Nachbarn die Flucht ergreifen?

Im Elisabeth-von-Thüringen-Haus erwarteten die Bewohnerinnen und Bewohner im schön geschmückten, großen Vorhof die Prozession. Auch hier bildeten ein festlicher Altar und ein sehr schönes Boden-Ornament aus Blütenblättern den würdigen Mittelpunkt. Die im weiten Kreis sitzenden Bewohnerinnen und Bewohner waren sichtlich erfreut über die vielen Besucher, von denen mancher vielleicht zum ersten Mal eine direkte Berührung mit diesem schönen Alten-Wohnheim hatte. Vielleicht wird man das ändern? Schließlich wollen wir alle alt werden (… vielleicht freiwillig oder unfreiwillig in einem Altenheim?) und uns über den ein- oder anderen Besuch freuen dürfen, der über so manchen als „Pflichtbesuch“ empfundenen Verwandtenbesuch hinausgeht.

Der Einzug in die kath. Kirche St. Pankratius zum Schlusssegen, mit Fahnen unter den Klängen der Orgel, gestaltete sich als Schlussakkord einer spannenden, ereignisreichen und vielsagenden Fronleichnamsprozession. Ob man ohne Nach-denken zur Tagesordnung übergehen kann, sobald sich die Weihrauch-Wolken verzogen haben? Die guten Gedanken, die sich das Pastoralteam um Pastor Thomas Wolff zu den einzelnen Stationen dieser Fronleichnamsprozession gemacht haben, dürften nachwirken und die Gemeinschaft in Worringen nachhaltig positiv füreinander gestimmt haben. Gott sei Dank!


WorringenPur.de/24.06.2017
Bericht & Fotos: Hans-Bernd Nolden
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski