Rievkooche und Sonnenschein
 Die AWO Worringen, eine perfekte Gastgeberin
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Köln-Worringen
Der Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt Worringen hatte sich ein gutes Datum für sein diesjähriges Rievkooche-Fest gewählt: Am Samstag, den 3. Juni, lud er Jung und Alt ein, um unter dem Dach des Pavillons neben dem „Heinrich Bebber Haus“ frisch zubereitete Reibekuchen mit Apfelmus und danach selbstgebackene Sahnetorten mit Kaffee zu genießen. Die Gäste, überwiegend ältere Bürgerinnen und Bürger von Worringen, waren vermutlich dankbar, es wurde ordentlich zugelangt. Die Köche, voran der allseits bekannte, seit zwei Jahren ehrenamtliche Vorsitzende der AWO, Jürgen Kircher und sein Nachfolger im Amt, Rafael Schlich, sorgten an den heißen Bratpfannen für Nachschub, kamen ins Schwitzen, waren aber dennoch ganz offen für ein Gespräch über die AWO, ihr Grundanliegen und ihre aktuellen Schwerpunkte. Auch Frau Schlich kam später zu Wort.


Derzeit hat die AWO 149 aktive Mitglieder. Einmal in der Woche wird ein Seniorencafe angeboten, treffen sich die Skatfreunde, findet ein Gesprächskreis statt. Wer gerne häkelt oder näht, ist ebenfalls gut aufgehoben. Zeit miteinander verbringen, Kontakt ermöglichen und Vorbild sein - drei Stichwörter, die das gesellschaftliche Anliegen der AWO zusammen-fassen.

Wichtig ist für Jürgen Kircher, dass die AWO auch offen für neue Interessenten ist und sich aktuellen Fragen in der Gesellschaft stellt. Die Seniorenarbeit steht historisch bedingt im Vordergrund. Bürger mit rechter politischer Orientierung finden keine Heimat bei der AWO, was schon allein geschichtlich nachvollziehbar ist. Oft waren und sind die ganz alltäglichen, praktischen Probleme der AWO im Vordergrund der Arbeit. Hatte Werner Kircher 2003 – 2007 vieles repariert, so setzte Jürgen Kircher mit dem Projekt Hofgestaltung und Bau eines Pavillons die Arbeit am „Heinrich Bebber Haus“ fort.
Rafael Schlich sieht die wachsende Nachfrage der älteren Bürgerinnen und Bürger als Motor für die Erweiterung der Angebotspalette der AWO an. Vielfach seien ältere Menschen allein und suchten Anschluss. Hier seien daher besonders die Skatabende nachgefragt. Nicht nur Worringer, auch auswärtige Senioren seien mittlerweile daran interessiert, an den Freizeitangeboten der AWO teilzunehmen. Für ihn ist ebenfalls wesentlich: für Kinder da sein, Reiten und Fahrten organisieren, das Sommerfest für alle gestalten. Er ist der Mann, der anpackt, sich um die Instandhaltung kümmert. Er will Menschen unterschiedlichen Alters zusammenbringen, neue Entwicklungen im AWO–Angebot ermöglichen. Ehefrau Nicole Schlich unterstreicht die Aussagen ihres Mannes. Helfen bei Alltagsfragen, Kontakte pflegen bei den verschiedenen Treffs im Jahresverlauf, Weihnachten, Sommerfest, beim Flohmarkt und Handwerkermarkt, gegen die Vereinzelung älterer Menschen konkret etwas tun, das seien wichtige Aufgaben. Daran arbeitet sie gerne mit.
Unverwüstlich und humorvoll sind auch die zwei strahlenden reifen Damen, Bigida und Rita, in der Hauswirtschaft, die ihren Job klasse machten und sogar noch im Alter von 80 Jahren (das war Rita), schön singen können.

Eine Rolle beim wachsenden Einfluss des AWO-Engagements in Worringen spielen sicher noch mehrere Faktoren, so auch, dass mit Jürgen Kircher (seit 2014 Ratsmitglied der Stadt Köln) mit seinen langjährigen Ortskenntnissen, auch mehr Einflussmöglichkeiten auf Worringer Bürger und das Ortsgeschehen hat, was nicht nur für die AWO wünschenswert ist. Es waren einige bekannte Gesichter auf diesem Fest zu sehen: Andreas Kossiski (Mitglied des Landtages), der Vorsitzende des Mietervereins Köln, Franz-Xaver Corneth, Inan Gökpinar (Fraktionsvorsitzender der SPD im Stadtbezirk Chorweiler), Dieter Brandau (stellv. Vorsitzender der SPD im  Stadtbezirk Chorweiler), Klaus Wefelmeier (Köln SPD, Vorsitzender des Ortsvereins Esch/Pesch/Auweiler).
Ihr Kommen ist auch die Bestätigung, dass es Menschen zurück nach Worringen zieht. Sie kommen, vielleicht, weil es hier familiärer als anderswo zugeht und es hier, vielleicht, etwas Stimmiges zwischen den Menschen gibt.


WorringenPur.de/12.06.2017
Bericht & Fotos: Elisabeth Pieper-Jannicke
Redakt. & digit. Bearbeitung: Matschkowski